Freitag, 27. Dezember 2024

Tag 151 – Sydney (Freitag, 27. Dezember)

Heute Vormittag gehen wir einkaufen, um unsere Küchenschränke nach den Festtagen wieder aufzufüllen. Danach ist wieder Büro angesagt. Am Nachmittag möchten wir ein weiteres Quartier erkunden. Wir nehmen den Bus in Richtung Balmain. Heute ist es sehr heiss – je nach Wetterbericht sind bis zu 38 Grad zu erwarten. Wir kennen schnelle Wetterumschwünge von zu Hause, jedoch sind die Temperaturwechsel hier noch extremer… Balmain ist ein herziges Quartier mit schönen zweistöckigen Häuschen, vielen netten Restaurants und vielfältigen Läden. Ähnliche Worte habe ich bereits für verschiedene Quartiere verwendet – und das trifft es auch. Sydney bietet viele solche lebenswerte Stadtviertel mit ihren eigenen vielfältigen und belebten Zentren. So scheint die Stadt an vielen Orten eine Ansammlung von Kleinstädten zu sein. Wir gehen interessiert der Hauptstrasse entlang und machen Halt auf einer Terrasse für einen feinen Milchshake in angenehmer Umgebung :-) Während der Fahrt haben wir aus dem Bus ein weiteres Quartier gesehen, welchem wir einen Besuch abstatten möchten. Daher steigen wir auf der Rückfahrt in Rozelle aus und flanieren durch ein weiteres schönes und interessantes Quartier mit vielerlei Angeboten und eine weitere Pause draussen im Schatten. Während der Rückfahrt im Bus regnet es ein erstes Mal – für heute gab der Wetterdienst eine Gewitterwarnung heraus, wir sind gespannt. Auf dem Weg von der Bushaltestelle zurück nach Hause ist es immer noch sehr warm – und nach dem Regen auch schwül. Wir können eine Regenpause nutzen, um nach Hause zu gelangen. Nun kommen heftige Gewitter – die Strassen sind schnell voller Wasser, aber aus dem Fenster stört uns dies nicht wirklich… An unserer Strasse haben wir noch einige Restaurants im Blick, welche wir besuchen möchten. Eines davon ist das Ziel für den heutigen Abend. Wir getrauen uns nicht, draussen zu sitzen, da das Wetter noch sehr unsicher scheint. Aber wir finden ein Tischchen am offenen Fenster, so dass wir sowohl die frische Luft als auch das schöne Ambiente des Lokales geniessen können. Das Essen ist sehr lecker – und das Dessert, welches der Hauptgrund für unseren Besuch war, erfüllt die Erwartungen :-) «Mango Sticky Rice» haben wir damals in Bangkok entdeckt – und mit den lokalen und geschmackvollen Mangos kann die Variante hier mit dem Original mithalten. Danach spazieren wir durch den deutlich kühleren und windigen Abend zurück durch das Quartier nach Hause.

Donnerstag, 26. Dezember 2024

Tag 150 – Sydney (Donnerstag, 26. Dezember)

Heute ist «Boxing Day». Der zweite Weihnachtstag ist ein weiterer Feiertag, welcher aber nicht gleich strikt gehandhabt wird wie der Weihnachtstag. Ich möchte die Austragungsorte der Olympischen Spiele des Jahres 2000 aufsuchen. Als ich damals (1996) hier studierte, waren diese schon an vielen Orten im Gespräch, aber irgendwie doch noch weit weg. Mittlerweile liegen diese – zumindest wenn man dem Medienecho glauben darf sehr gelungenen – Spiele ein knappes Vierteljahrhundert zurück. Ich spaziere zuerst nach Redfern. Dieses Quartier hat einen grossen Anteil an indigener Bevölkerung und in den letzten Jahren einen «Aufschwung» durchgemacht. Ich gehe der schönen Hauptstrasse entlang, deren Läden allerdings am Stephanstag geschlossen sind. Von hier kann ich dann einen direkten Zug in den olympischen Park nehmen. Dieser fährt zu meinem Glück in wenigen Minuten und bringt mich in einer knappen halben Stunde ans Ziel. Der Zug fährt durch unterschiedlich dicht bebaute Quartiere – für uns ist diese Form der Stadt nur schwer fassbar. Es geht einfach immer weiter durch Vororte, zum Teil mit einem kleinen Zentrum, zum Teil gefühlt unstrukturiert immer weiter bebaut. Ich gelange zu meiner gewünschten Haltestelle – «Olympic Park». Dieser Bahnhof im Zentrum der Austragungsstätten ist modern erbaut. Es steigen einige Personen aus, aber in erster Linie, um auf einen Bahnersatz umzusteigen. Im eigentlichen olympischen Perimeter hat es nur sehr wenig Leben. Dies mag mit dem heutigen Datum zusammenhängen, jedoch sprechen die sichtbaren Infrastrukturen nur bedingt für mehr Betrieb an anderen Daten. Es hat einige wenige Hotels, dazu einige Restaurants und Fast-Food-Läden – aber vor allem scheint hier Betrieb zu sein, wenn in einem der grossen Stadien ein Event abgehalten wird. Ich gehe dem damaligen «Australia Stadium» und der Qudos Bank Arena, einer Multifunktionshallt, entlang, um in einen nahegelegenen Park zu gelangen. Von hier bieten sich schöne Blicke zurück auf die Stadien und auf einen neu gestalteten Park. Wie in der ganzen Stadt scheint das Auto im Mittelpunkt zu stehen – aber es hat so wenig Verkehr, dass dies keine grosse Rolle spielt. Ich gehe dem Sydney Showground entlang und finde einen kleinen Spazierweg zum «Brickpit Ring Walk». Hier wird deutlich, dass diese Gegend vor den Spielen anders genutzt wurde. Das Gebiet wurde früher industriell genutzt und beherbergte einen grossen Chemiekomplex, eine Ziegelei und ein Schlachthaus. Heute sind neben den Stadien und einigen Wohn- und Bürohäusern weitläufige Parks zu finden. Ein kleiner Funfact am Rande: Das erste Mal in der Geschichte sportlicher Grossveranstaltungen waren die Stadien nicht teurer als geplant und konnten rechtzeitig eröffnet werden. So komme ich zurück zum Bahnhof und gehe noch weiter, am Aquatic Centre vorbei und immer weiter zu einem relativ neuen Quartier. Hier sind die Läden geöffnet und einige Menschen anzutreffen, welche die öffentlichen Räume bevölkern. Den Aushängen zufolge soll hier in den nächsten Jahr(zehnt)en die Entwicklung weiter angetrieben werden. Es hat noch deutlich Raum für mehr… Ich nehme dann den Bus, um an den Harbour zu gelangen. Dieser fährt durch einige neu(er)e Quartiere bis ans Wasser, welches hier eher an einen Fluss erinnert. Von hier kann ich eine Ferry nehmen, welche mich in einer knappen Stunde bis ins Stadtzentrum bringt. Das Boot ist gut gefüllt, aber ich finde einen schönen Platz auf dem Aussendeck mit schöner Aussicht. So geht die Fahrt durch den ganzen Hafen in Richtung Harbour Bridge. Ich steige in Barangaroo aus und finde mir im Anschluss in Darling Harbour einen schönen Platz, welcher «laptop-friendly» ist. Hier bleibe ich für eine längere Zeit und gestalte mein «Home Office» etwas anders als während der letzten Tage. Im Anschluss gehe ich den Weg gemütlich zurück nach Hause. Fürs Abendessen gehen wir in die Glebe Point Road, wo wir ein interessantes spanisches Restaurant gesehen haben. Im Unterschied zu ähnlichen Restaurants in Spanien hat es hier ein breites Angebot vegetarischer Tapas. Heute war den ganzen Tag über sehr schönes, aber nicht allzu heisses Wetter. Gegen Abend ist nun der Wind aufgefrischt, aber wir können noch gut draussen essen. Im Anschluss spazieren wir der Strasse noch entlang bis fast ans Ende, da wir bei einem Lokal die Ausschreibung für eine Silvesterparty gesehen haben, bei welcher auch das grosse Feuerwerk zu sehen sei. Silvester ist in der Stadt bereits omnipräsent mit vielen Informationen und Bildern dieses Feuerwerks. Die beliebtesten Orte mit der besten Sicht sind entweder bereits ausverkauft – oder bei den Lokalitäten, welche ohne Tickets besucht werden können, werden grosse Menschenmassen erwartet. Die Homepage weist aus, dass die besten Orte letztes Jahr bereits vor dem Mittag geschlossen wurden. Das heisst dann über 12 Stunden im Gedränge warten auf das Feuerwerk. Das ist es uns nicht wert – und die über eine Million Menschen, welche erwartet werden, machen eher etwas Angst. Daher gefällt uns die Idee sehr gut, in diesem schönen Pub zu feiern – und dann von der Dachterrasse auf das etwas weiter entfernte Feuerwerk zu schauen. Wir sind gespannt und freuen uns auf unser Programm.

Mittwoch, 25. Dezember 2024

Tag 149 – Sydney (Mittwoch, 25. Dezember)

Der erste Weihnachtsfeiertag hat sich bereits auf vielen Schildern angekündigt: heute scheint die ganze Stadt «zu» zu sein. Daher machen wir einen ruhigen Tag mit einem Frühstück zu Hause. Danach gehen wir auf einen kurzen Spaziergang durchs Quartier – und tatsächlich, die ansonsten belebten Strassen wirken wie ausgestorben. Wir bleiben in unserem schönen Zimmer und ich widme mich wieder der Arbeit. Im späteren Nachmittag gehe ich dann nochmals nach draussen. Die Sonne scheint – jedoch geht ein starker Wind und sind die Temperaturen nicht allzu sommerlich. An der Sonne wird es schnell sehr warm, aber im Schatten kann es etwas ungemütlich werden. Ich spaziere durch den naheliegenden Victoria Park und von da weiter zur University of Sydney. Der schöne Innenhof des «Quadrangle» ist öffentlich zugänglich. Es hat einige asiatische Touristen, ansonsten ist alles ruhig. Die Gebäude sind eindrücklich und schön, sie sind im Stil berühmter englischer Universitäten gehalten. Es hat verschiedene Möglichkeiten, sich gemütlich hinzusetzen – und dies nutze ich dann auch. Danach gehe ich weiter über das Gelände, um dann zurück in den Park zu gelangen. Ich quere ihn in einer anderen Richtung und komme ins Quartier Chippendale. Hier hat es schöne alte Häuschen mit Strassen, welche von vielen grossen Bäumen gesäumt sind. Es scheint eine sehr angenehme Wohngegend zu sein. Ich spaziere weiter und erreiche den Central Park mit seinen modernen, begrünten Hochhäusern. Die Gelateria hier, welche ich schon kenne, ist zu meiner Freude offen :-) So setze ich mit einem guten Glacé an ein Tischchen. Im Anschluss wähle ich einen neuen Weg zurück zum Hotel und durchwandere den Campus der University of Technology. Unsere Gegend ist das Zuhause von drei Unis auf kleinem Raum. So erschliesst sich mir das ganze Quartier und Strassennetz immer mehr und kenne ich mich schon gut aus :-) Wir kochen uns dann zu Hause ein Abendessen – für uns beide ist der 25. kein besonderer Tag. Danach machen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch unsere Glebe Point Road. Es ist grad genug warm, um gemütlich zu flanieren, jedoch eher zu kühl, um noch draussen zu sitzen. Letzteres wäre ohnehin nicht einfach, es ist fast alles geschlossen – aber zwei, drei Lokale sind offen und auch einigermassen gefüllt. Danach lassen wir den Abend weiter ruhig angehen – mit Lesen, Arbeiten, Schreiben und Spielen.