Hier finden sich in loser Folge immer wieder Berichte von Reiseerlebnissen. Ab dem 7. Februar 26 bin ich in Senegal und Gambia unterwegs, so dass hier während der nächsten beiden Wochen meine Eindrücke zu finden sein werden. In den Posts vom Sommer 24 bis zum Februar 25 finden sich die Erlebnisse unserer halbjährigen Reise. P.S. Die gesammelten Berichte der Weltreise 2014 und der Reise in die Antarktis etc. finden sich als pdf-Link bei den Daten und 17. 9. 2021 und 21. 3. 2023
Sonntag, 8. Februar 2026
Dakar & Ile de Gorée - Sonntag, 8. Februar 26
Der Wecker klingelt mich um 7.15 aus dem Schlaf - die kurze Nacht von gestern steckt mir noch in den Knochen, aber die Neugier bringt mich schnell auf die Beine :-) Ich mache mich auf den Weg ins Restaurant, wo ein einfaches Frühstück geboten wird. Einige Crossaints und Baguettes - und dann stehe ich kurz vor 8.00 bereit.
Es geht mit dem Bus in Richtung Stadtzentrum, genauer gesagt zum Hafen der Stadt. Der Sonntag ist gut gewählt für diesen Ausflug, weil der Verkehr hier auf der Halbinsel von Dakar unter der Woche eine absolute Katastrophe sein soll. Unser Guide meinte, eine Strecke, für die wir heute 20 Minuten gebraucht haben, könne unter der Woche Stunden dauern. Da ist man sogar zu Fuss noch schneller als mit dem Auto...
Wir kommen daher gut voran und sind rechtzeitig bereit, um das Boot zur Insel Gorée zu erwischen. Dies ist eine Insel, die heute wunderschön aussieht – es hat viele alte Kolonialbauten, alles ist voller Blumen, ein bisschen wie im Tessin oder in Südeuropa. Aber die Geschichte dahinter ist extrem düster. Dieser Ort war über Jahrhunderte das Zentrum des Sklavenhandels. Man schätzt, dass etwa 20 Millionen Menschen von dieser Insel aus in die USA oder nach Südamerika verschifft wurden. Denn sie ist gut gelegen - eine Insel ganz im Westen des Kontinents. Von hier ist es nicht mehr ganz so weit in Richtung Karibik und Amerika.
Wir besuchen das letzte übrig gebliebene Sklavenhaus. Dies ist sehr bedrückend. Man sieht die winzigen Zellen, in denen die Menschen untergebracht waren, bevor sie durch die "Door of No Return" – die Tür ohne Rückkehr – aufs Schiff mussten. Hier wurde getrennt nach Alter und Geschlecht und wurden die Räume gefüllt, bis nach rund 3 Monaten die nächsten Schiffe anladeten, um die "Ware" in den Westen zu bringen.
Im Unterschied zu gestern sind hier viele Touristen zu finden, insbesondere sind auch viele Gruppen unterwegs. Schon bei der Ankunft auf der Insel gab es die Möglichkeit, das Mittagessen vorzubestellen. Dies lasse ich aber gerne aus, und so habe ich um die Mittagszeit grosse Teile der Insel fast für mich alleine zur Erkundung :-)
Die Rückfahrt mit der Fähre ist etwas chaotisch. Wir haben einen grossen Zeitpuffer eingebaut, um rechtzeitig zurück aufs Festland gelangen zu können. Doch da das vorangegangene Boot einiges an Verspätung hatte, waren wir schlussendlich sogar früher als gedacht wieder auf dem Wasser, wenngleich das Anstehen etwas chaotische Züge hatte.
Zurück in Dakar erwartete ich einen Stadtrundgang - jedoch war es mehr eine Stadtrundfahrt. Diese gibt eine gute Übersicht über das Zentrum, welches erstaunlich klein ist. Ich werde am Ende meines Aufenthalts nochmals einige Zeit haben, all dies im Detail zu erkunden, so dass es für den Moment gut passt.
Wir machen im Anschluss Halt an einem Markt mit Kunsthandwerk - aber es ist einer der typischen Touristinnen-Orte, an welchem alls "good price my friend" ist... Dies ist nicht wirklich mein Ding. Danach steht noch der Besuch eines Denkmals und des Kaps auf dem Programm. Doch ich klinke mich lieber aus, um die Gegend noch etwas auf eigene Faust zu erkunden. Ein anderer aus meiner Gruppe hat die selbe Idee und so finden wir uns nur wenige Minuten später mittem im Gewusel der Stadt. Wir sind nicht mehr im Business-Viertel, sondern in einer Gegend mit vielen Wohngelegenheiten und Marktständen. Es ist sehr eindrücklich und fordert alle Sinne. Überall hat es Stände, Markthallen, Läden - und all dies mit vielen Menschen, die unterwegs sind oder am Strassenrand sitzen und sich unterhalten. Dazu ist Staub in der Luft und diese voll von Gerüchen der unterschiedlichsten Art. Hier lassen wir uns gerne treiben - und ich versuche, möglichst viel von all diesen Eindrücken aufzusaugen. Fotos zu machen ist hier nicht so angebracht, daher mache ich nur den einen oder anderen Schnappschuss. Aber es ist ein wirkliches Highlight, hier auf Erkundungstour zu gehen :-)
Von hier nehmen wir dann ein Taxi zurück zum Hotel. Und gönne ich mir einen entspannten Abend. Da das Hotel grad am Meer ist, möchte ich in Richtung Wasser. Dieses ist aber nur 18 Grad "warm", daher gehe ich nur bis zu den Waden ins Wasser. Und setze mich dafür im Anschluss auf die Terrasse des Hotel-Restaurants und geniesse die schöne Abendstimmung am Strand und am Wasser :-)
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