Sonntag, 8. Februar 2026

Dakar & Ile de Gorée - Sonntag, 8. Februar 26

Der Wecker klingelt mich um 7.15 aus dem Schlaf - die kurze Nacht von gestern steckt mir noch in den Knochen, aber die Neugier bringt mich schnell auf die Beine :-) Ich mache mich auf den Weg ins Restaurant, wo ein einfaches Frühstück geboten wird. Einige Crossaints und Baguettes - und dann stehe ich kurz vor 8.00 bereit. Es geht mit dem Bus in Richtung Stadtzentrum, genauer gesagt zum Hafen der Stadt. Der Sonntag ist gut gewählt für diesen Ausflug, weil der Verkehr hier auf der Halbinsel von Dakar unter der Woche eine absolute Katastrophe sein soll. Unser Guide meinte, eine Strecke, für die wir heute 20 Minuten gebraucht haben, könne unter der Woche Stunden dauern. Da ist man sogar zu Fuss noch schneller als mit dem Auto... Wir kommen daher gut voran und sind rechtzeitig bereit, um das Boot zur Insel Gorée zu erwischen. Dies ist eine Insel, die heute wunderschön aussieht – es hat viele alte Kolonialbauten, alles ist voller Blumen, ein bisschen wie im Tessin oder in Südeuropa. Aber die Geschichte dahinter ist extrem düster. Dieser Ort war über Jahrhunderte das Zentrum des Sklavenhandels. Man schätzt, dass etwa 20 Millionen Menschen von dieser Insel aus in die USA oder nach Südamerika verschifft wurden. Denn sie ist gut gelegen - eine Insel ganz im Westen des Kontinents. Von hier ist es nicht mehr ganz so weit in Richtung Karibik und Amerika. Wir besuchen das letzte übrig gebliebene Sklavenhaus. Dies ist sehr bedrückend. Man sieht die winzigen Zellen, in denen die Menschen untergebracht waren, bevor sie durch die "Door of No Return" – die Tür ohne Rückkehr – aufs Schiff mussten. Hier wurde getrennt nach Alter und Geschlecht und wurden die Räume gefüllt, bis nach rund 3 Monaten die nächsten Schiffe anladeten, um die "Ware" in den Westen zu bringen. Im Unterschied zu gestern sind hier viele Touristen zu finden, insbesondere sind auch viele Gruppen unterwegs. Schon bei der Ankunft auf der Insel gab es die Möglichkeit, das Mittagessen vorzubestellen. Dies lasse ich aber gerne aus, und so habe ich um die Mittagszeit grosse Teile der Insel fast für mich alleine zur Erkundung :-) Die Rückfahrt mit der Fähre ist etwas chaotisch. Wir haben einen grossen Zeitpuffer eingebaut, um rechtzeitig zurück aufs Festland gelangen zu können. Doch da das vorangegangene Boot einiges an Verspätung hatte, waren wir schlussendlich sogar früher als gedacht wieder auf dem Wasser, wenngleich das Anstehen etwas chaotische Züge hatte. Zurück in Dakar erwartete ich einen Stadtrundgang - jedoch war es mehr eine Stadtrundfahrt. Diese gibt eine gute Übersicht über das Zentrum, welches erstaunlich klein ist. Ich werde am Ende meines Aufenthalts nochmals einige Zeit haben, all dies im Detail zu erkunden, so dass es für den Moment gut passt. Wir machen im Anschluss Halt an einem Markt mit Kunsthandwerk - aber es ist einer der typischen Touristinnen-Orte, an welchem alls "good price my friend" ist... Dies ist nicht wirklich mein Ding. Danach steht noch der Besuch eines Denkmals und des Kaps auf dem Programm. Doch ich klinke mich lieber aus, um die Gegend noch etwas auf eigene Faust zu erkunden. Ein anderer aus meiner Gruppe hat die selbe Idee und so finden wir uns nur wenige Minuten später mittem im Gewusel der Stadt. Wir sind nicht mehr im Business-Viertel, sondern in einer Gegend mit vielen Wohngelegenheiten und Marktständen. Es ist sehr eindrücklich und fordert alle Sinne. Überall hat es Stände, Markthallen, Läden - und all dies mit vielen Menschen, die unterwegs sind oder am Strassenrand sitzen und sich unterhalten. Dazu ist Staub in der Luft und diese voll von Gerüchen der unterschiedlichsten Art. Hier lassen wir uns gerne treiben - und ich versuche, möglichst viel von all diesen Eindrücken aufzusaugen. Fotos zu machen ist hier nicht so angebracht, daher mache ich nur den einen oder anderen Schnappschuss. Aber es ist ein wirkliches Highlight, hier auf Erkundungstour zu gehen :-) Von hier nehmen wir dann ein Taxi zurück zum Hotel. Und gönne ich mir einen entspannten Abend. Da das Hotel grad am Meer ist, möchte ich in Richtung Wasser. Dieses ist aber nur 18 Grad "warm", daher gehe ich nur bis zu den Waden ins Wasser. Und setze mich dafür im Anschluss auf die Terrasse des Hotel-Restaurants und geniesse die schöne Abendstimmung am Strand und am Wasser :-)

Samstag, 7. Februar 2026

Dakar - Samstag, 7. Februar 26

Mein erster Tag in Dakar. Heute möchte ich diese Stadt nun bei Tageslicht sehen und entdecken können. Nach nur wenigen Stunden Schlaf weckt mich laute Musik, welche von der Strasse in mein Hotelzimmer dringt. Ich werde im Nachhinein sehen, dass heute ein Aktionstag gegen Müll ist - wie ich auch noch entdecken werde, ist ein solcher Tag mehr als angebracht... Doch zuerst bin ich hungrig und auf der Suche nach etwas zu Essen. Gemäss Buchung sollte das Frühstück inbegriffen sein im Zimmerpreis. Und tatsächlich, es hat ein Restaurant mit einem schönen Speisesaal und einer Terrasse direkt am Meer :-) So kann ich es mir nun also gut gehen lassen und esse französische Croissants, Baguette mit ebenso französischer Butter. So täuschen die ersten Eindrücke hier auch nicht, vieles von Frankreich ist immer noch sehr präsent. Mein Hotel ist im Norden der Halbinsel, auf welcher Dakar liegt, weil dies auch das Hotel ist, in welchem heute Abend meine Tour starten wird. Nach dem Ende dieser Tour werde ich dann noch im Stadtzentrum übernachten. Heute soll es erst mal darum gehen, die Umgebung hier etwas auszukundschaften. Und so mache ich mich frohgemut auf den Weg und streife in Richtung Hauptstrasse. Ich habe zwei Ziele für heute: Da ich in der Schweiz nirgends Geld wechseln konnte, möchte ich baldmöglichst solches haben. Und dann möchte ich eine grosse Wasserflasche kaufen. Das Erste scheint das grössere Problem zu sein. Die ersten drei Bankomaten, die ich finde, funktionieren alle nicht mit meiner Karte oder gar nicht. Aber irgendwo sehe ich dann ein kleines Einkaufszentrum. Da hat es sowohl einen Bankomaten als auch einen grossen Casino Supermarché, in dem ich meine Wasserflasche finde. Es ist sehr eindrücklich und spannend durch diese Strassen zu ziehen. Es hat sehr viele, sehr unterschiedliche Dinge sehr direkt nebeneinander. Ich komme an schön gemachten Häusern vorbei, auch mit gepflegten Gärten, allerdings all dies hinter hohen Mauern und zum Teil auch mit Stacheldraht gesichert. Die grösseren Straßen sind einigermaßen gut im Stand, alles andere sind eher Sandpisten, die auch sehr, sehr staubig sind. Ich komme vorbei an einem Fußballfeld, welches ebenfalls einfach eine grosse Staubfläche ist und an deren Seite ich Frauen sehe, wie sie in grossen Behältern ihre Wäsche waschen. Getragen wird das Wasser von Hand, die Wäsche dann dafür auf dem Kopf. Dies wirkt sehr beschwerlich. Es findet sich auch an vielen Orten Wäsche zum Trocknen aufgehängt. Ich gehe immer weiter, laufe kreuz und quer durch die Gassen und lasse all diese ersten Eindrücke auf mich wirken. Auffällig sind die vielen Kinder im Strassenbild. Sie sind mit ihren Eltern unterwegs, sitzen neben Strassenständen, rennen einem Ball nach, spielen Fangen, ... Ich mache dann eine kurze Pause im Hotel, um nochmals etwas auszuruhen und mache mich dann abermals auf den Weg. Ich gehe in die ähnliche Richtung wie zuvor, aber diesmal immer weiter, weil ich auf der Karte gesehen habe, dass es da Cafés am Strand haben soll. Und so finde ich eines dieser Cafés mit Meerblick und mit der besten Sicht auf die Surfenden, welche die grossen Wellen des Atlantiks geniessen. Von der Strasse ist dies nicht zu erkennen, da ist es immer noch staubig mit ganz vielen Strassenhändlerinnen und -händlern. Sobald man aber durch die Eingangstür kommt, tauchen dahinter zum Teil sehr edle Restaurants und Bars auf, in welchen die Preise dann jedoch fast Schweizerniveau haben. Nach diesem entspannten Moment am Meer möchte ich Weiteres erkunden. Hierfür benötige ich ein Taxi. Dies scheint nie ein Problem zu sein, die an der Farbe gut zu erkennenden Autos sind überall und machen auch jeweils auf sich aufmerksam, sobald sie mit einem Hupen vorbeifahren. Die Preise sind Verhandlungssache. Ohne eine große Ahnung zu haben, bin ich ziemlich aufgeschmissen, doch hier hilft mir die KI, welche mir ungefähre Preisangaben listet. Mit dieser funktioniert es gut und finden wir uns schnell. Ich fahre eine halbe Stunde bis an den Strand von Yoff. Dies ist das Dorf der Fischer und sind alle Pirogen der Fischer. Es ist ein sehr, sehr eindrückliches Bild. Es hat Dutzende, Hunderte oder noch mehr solcher sehr farbenfroher Pirogen, die allesamt am Strand aufgereiht stehen. Einige wenige sind auch noch im Wasser und/oder werden angelandet, und überall sind Fische zu sehen, die verkauft oder bearbeitet werden. Es ist ein sehr eindrückliches Gewusel und ich bin weit und breit der Einzige, der als Tourist erkennbar wäre. So laufe ich kreuz und quer durch die Schiffe und die Ständen, werde immer mal wieder interessiert angeschaut, aber problemlos in Ruhe gelassen. Die Eindrücke sind überwältigend. Danach gehe ich zu Fuss weiter durchs Quartier und der Straße entlang, weil ich auf der Karte noch einen anderen Strand entdeckt habe, an welchem es eine weitere Gaststätten haben soll. So bin ich für eine knappe Stunde unterwegs. Durch die vielfältigen Gassen und interessanten Ausblicke bleibt es sehr kurzweilig. Ich finde dann die besagten Restaurants. Diese sind viel einfacher gehalten, es stehen einfach einige Stühle im Sand und das Getränk ist für weit unter einem Franken zu haben. Hier mache ich nochmals eine Pause, bevor es abermals per Taxi zurück ins Hotel geht, wo ich mich dann auf die Terrasse setze und all diese Eindrücke niederschreibe. Es sind so viele Eindrücke, dass es mir schwerfällt, diese geordnet wiederzugeben. Allgemein hat es überall viel Leben, es wird überall geredet, gehandelt, gestritten, gelacht. Aber die Stimmung scheint stets friedlich zu sein. Es macht mir Spass, dies zu erleben. Am Abend gibt es dann das Treffen mit der Gruppe und dem Guide, mit welchen ich die kommenden Tage unterwegs sein werde. Wir erfahren einiges zusätzliches über das Programm, daneben gibt es Administratives, das erledigt werden muss. Und im Anschluss gehe ich mich mit einigen dieser Gruppe noch ins Restaurant des Hotels, um ein leckeres Znacht zu geniessen. So findet ein schöner und intensiver Tag sein entspanntes Ende :-)