Dienstag, 26. November 2024

Tag 120 – Townsville (Dienstag, 26. November)

Nach dem vollen Programm der letzten Tage machen wir heute einen ruhigeren Tag. Wir starten mit einem Frühstück auf einer Terrasse mit Strandsicht – bei knapp 30 Grad an einem Schattenplätzchen mit dem Meer und Magnetic Island im Blick in den Tag zu starten ist sehr schön :-) Es hat eine schön gemachte Promenade am Wasser und jenseits der Strasse einige Lokale, so dass es ein angenehmer Ort ist. Leider darf der Strand jedoch nicht zum Baden genutzt werden, es hat ein grosses Verbots- und Warnschild aufgrund der Quallen, welche hier von Oktober bis Februar in grosser Zahl vorzukommen scheinen. Dies ist schade, wir hätten gerne ein Bad genommen – und hoffen mal darauf, dass wir bald genügend weit im Süden sein werden, um diese Gefahr gebannt zu haben… Danach gehen wir dem Strandweg entlang in Richtung Stadtzentrum. Dieses ist überschaubar und hat einige schöne – mehr oder weniger gut erhaltene – ältere Gebäude und einige Läden und Restaurants. Die Gegend wirkt ziemlich ausgestorben. Im kleinen Ausgehviertel in Strandnähe ist dies um diese Tageszeit zu erwarten, aber im Zentrum erstaunt es uns eher. Zudem fallen uns die vielen leeren Lokale auf, welche auf neue Mieterschaft warten. So machen wir einen ausgedehnten Spaziergang und einen kurzen Kaffeehalt, danach zieht es uns wieder ans Wasser. Es hat – ähnlich wie in Cairns – viele schattige Sitzgelegenheiten und so machen wir an einem schönen Ort einen Halt. Und gehen dann einige Minuten weiter und finden ein Restaurant auf einer Halbinsel im Meer. Um diese Zeit ist dieses nur wenig besucht, so dass wir einen Tisch direkt am Wasser erhalten – und hier eine ausgedehnte Pause machen und die Aussicht geniessen :-) Danach gehen wir – via eine Gelateria – zurück in unsere Wohnung und auf den Balkon. Dies ist ein herrlicher Ort, um diese Zeilen zu schreiben und auszuspannen. Danach folgt das erneute Studium der Reiseführer. Da wir eine so lange Reise nicht im Detail vorausplanen wollten, dürfen oder müssen wir immer wieder neu entscheiden, in welche Richtung wir gehen und was wir machen möchten. So sind wir nun für die nächsten acht Tage wieder bereit und freuen uns auf das Gebuchte. Danach gehen wir wieder an die schöne Promenade und schnappen uns ein Bänkli – und geniessen die schöne Aussicht und das «sein». Wir möchten unseren schönen Balkon noch etwas nutzen und holen daher in einem griechischen Take-Away ein Znacht und verbringen einen gemütlichen Abend in der warmen Abendluft. Von der nahe gelegenen Bar klingt sogar noch Live-Musik zu uns :-) So geht ein entspannter Tag zu Ende – es hat gutgetan, es ruhiger angehen zu lassen und etwas Energie zu sammeln für die kommenden Tage.

Montag, 25. November 2024

Tag 119 – Cairns – Townsville (Montag, 25. November)

Heute beginnen wir unsere Tour in Richtung Süden – geniessen aber nochmals ein Frühstück auf der Terrasse des Restaurants, in welchem wir an unserem ersten Tag bereits gut gegessen haben. Danach fahren wir los in Richtung Townsville. Wir haben für den Abend noch nichts gebucht und schauen einfach, wie weit wir kommen, total wären es 350 Kilometer. Zu Beginn ist die Strasse noch eine Art Autobahn, doch schon nach kurzer Zeit sind wir auf einem ähnlichen Highway unterwegs wie während der letzten Wochen in NZ. Wir fahren durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet, in erster Linie sind es riesige Flächen, welche mit Zuckerrohr bebaut sind. Wir kreuzen auch viele kleine Geleise, auf welchen die «Cane-Trains» unterwegs sind, welche das Zuckerrohr zu den Fabriken transportieren. Ein solches Zügli sehen wir sogar in Aktion. Daneben werden immer wieder Bananen angebaut, welche es am Strassenrand auch zu kaufen gibt – sie sind sehr fein! Einen ersten Halt machen wir im Dorf Tully, welches für ein besonderes Wahrzeichen berühmt ist: den goldenen Gummistiefel ;-) Der Ort sei der regenreichste von ganz Australien und die Höhe des Stiefels entspricht dem maximal gemessenen Niederschlag in einem Jahr, welcher knapp 8 Meter betrug. Als Vergleich hierzu, der jährliche Niederschlag in Zürich beläuft sich auf 1.123 Meter… Am Rande des Dorfes hat es eine grosse Zuckerfabrik, welche wohl der wichtigste Wirtschaftsfaktor hier ist. Für uns relevanter ist eine kleine Bäckerei, in welcher wir eine Stärkung finden. Danach fahren wir noch etwas weiter, bis in den Girramay National Park. Hierhin führt eine kleine Schotterpiste, auf welcher wir an zahlreichen Kängurus vorbeikommen :-) Es sind die ersten, denen wir in diesen Tagen in Australien begegnen. Die ersten hüpfen grad weg, als wir angefahren kommen – daher stellen wir den Motor ab und bleiben eine Weile stehen, um in Ruhe diese tollen Tiere beobachten zu können. Danach fahren wir weiter, bis wir am Ende des Weges zu einem Parkplatz kommen, auf welchem wir das einzige Auto sind. Von hier geht ein Weg zum Strand und hinter der Düne durch die Mangroven. Zum Glück haben wir das Anti-Brumm dabei, denn hier hat es zum ersten Mal zahlreiche Stechmücken… Der Weg ist schön und über kleine Bächlein führen Stege – von hier ist die Aussicht wunderschön :-) Ansonsten spüren wir den Unterschied von den Mangroven zum Regenwald, indem wir die meiste Zeit in der Sonne unterwegs sind und daher – und weil der Weg von umgeknickten Bäumen blockiert ist – den Weg nicht bis zum Ende gehen, sondern etwas früher wieder umdrehen. Auf dem Rückweg zum Highway kommen wir wieder an den Kängurus vorbei – und bleiben gerne nochmals einige Minuten stehen. Eine Stunde später kommen wir bei den Tyto Wetlands an. Diese sind eine grosse Überflutungsebene mit einigen Teichen und Bereichen, welche aktuell trocken aber in der Regenzeit vom Wasser bedeckt sind. Es hat eine Vielzahl von Vögeln, welche wir sehen und lautstark hören können. Die Sonne steht tief, so dass die ganze Szenerie sehr schön beleuchtet ist. Wir wären gerne in der Nähe geblieben für die Nacht, aber wir finden keine Unterkunft, welche einigermassen ansprechend und frei wäre… Daher nehmen wir die letzte Etappe für heute unter die Räder und fahren die letzte Stunde in der Nacht weiter bis nach Townsville. Hier haben wir eine kleine Wohnung mit Balkon gebucht, von welchem sogar das Meer zu sehen ist. Es ist schon spät und so kaufen wir im nahegelegenen Supermarkt ein Znacht und setzen uns auf den besagten Balkon und geniessen den Sommerabend draussen bei Temperaturen von rund 26 Grad :-)

Sonntag, 24. November 2024

Tag 118 – Kuranda (Sonntag, 24. November)

Wir gehen den Tag langsam an. In unserem Hotel hat es eine Waschmaschine und so machen wir unsere Koffer wieder bereit für die nächsten Wochen. Gegen den Mittag fahren wir ein paar Minuten bis zur Talstation der «Skyrail Rainforest Cableway». Diese ist eine 7.5 Kilometer lange Gondelbahn, welche von einem Dorf im Norden von Cairns nach Kuranda führt. Dabei ist der Weg das Ziel. Die Gondeln schweben nur wenige Meter über die Baumwipfel des Regenwaldes, der sich der Great Dividing Range entlang bis in die Tablelands zieht. Es ist sehr eindrücklich, den wunderschönen Wald aus dieser Perspektive zu sehen :-) Stets gibt es etwas Neues zu entdecken. Auf dem Weg gibt es zwei Umsteigestationen – an diesen führen kurze Wege in den Wald und bei der zweiten bis an die Kante der Barron Gorge mit den dazugehörenden Wasserfällen. Nach rund einer Stunde ist die Fahrt leider zu Ende und kommen wir in Kuranda an, einem kleinen Dorf inmitten der Wälder. Der Ort ist nett, mit vielen touristischen Angeboten. Von hier sind weitere Spazier- und Wanderwege zugänglich und so machen wir uns auf den Weg dem Fluss entlang und durch die Wälder – es sieht immer wieder gleich und doch anders aus und immer wieder bin ich beeindruckt von der dichten Vegetation. Der Duft des Waldes ist intensiv – und erinnert an die Masoala-Halle ;-) Für die Rückfahrt haben wir die «Kuranda Scenic Railway» gebucht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in der Gegend Gold gefunden. Da die Versorgung der Minen während der Regenzeit prekär werden konnte, wurde eine Eisenbahn in die Berge gebaut. Dieses Unterfangen war schwierig, da viele Brücken und Tunnel nötig waren – gleichzeitig jedoch kaum moderne Technik verfügbar war. So entstand eine spektakuläre Zugstrecke, welche mittlerweile als touristische Ausflugsstrecke fungiert und zusammen mit der Gondel eine ansprechende Rundfahrt ermöglicht. Die Wagen stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert – und von einer anderen Strecke, da diese hier nicht für Reisende erbaut wurde. Sie sind schön und bieten eine schöne Aussicht auf den Wald, die Schlucht und über die Ebene bis zum Meer :-) Nach knapp eineinhalb Stunden sind wir wieder in der Ebene angekommen und fahren zurück in die Stadt. Wir essen ein Picknick im Hotel und machen dann einen Spaziergang zu einer Gelateria und weiter durch die Stadt und dem Ufer entlang, wo wir noch viele grosse Vögel (Pelikane?) im Wasser entdecken. Diese warmen – aber nicht heissen – Abende geniesse ich ungemein. Als dann der Regen wieder einsetzt, machen wir uns auf den Rückweg ins Hotel.