Samstag, 2. Mai 2015

Back home…

Sodeli, nun bin ich müde, aber gut zu Hause angekommen. Damit schliesst sich endgültig der Kreis meiner Weltreise, die vor rund 9 Monaten begann und früher als erhofft zu Ende war und welche ich daher nun noch einmal aufnahm. Es ist schön, ein „richtigeres“ Ende erleben zu dürfen. Und so freue ich mich nun auch wieder auf all das, was mich in meiner Heimat erwartet :-) Und es wird nicht die letzte Reise gewesen sein, da gibt es noch so viele interessante und aufregende Orte zu entdecken… Ich freue mich drauf! 

Bye-Bye Hawaii

Und dann ist es so weit. Mein letzter Tag auf Hawaii ist angebrochen. Diesen verbringe ich gemütlich mit einem Spaziergang am Strand und durch Waikiki und mit einem Besuch in der Cheesecake Factory. Hier habe ich meine Ferien begonnen, und hier beenden wir sie auch mit einem guten Znacht und einem leckeren Cheese Cake. Im Anschluss bin ich nur noch satt und sinke in den Sessel des Flugzeugs… Auf mich warten nun total 18 Stunden Flug, 12 Stunden Layover in LA und 12 Stunden Zeitverschiebung… Aber es war es wert! :-)

Ava

Schon bald neigen sich meine Tage hier dem Ende zu… Da ich dieses Mal nicht als Teil der Weltreise hier bin und der Koffer auf dem Hinweg nicht allzu voll war, nutze ich die Möglichkeit, um einige Souvenirs zu kaufen. Und kriege noch meine Taufe mit Ava: Dies ist ein Getränk, welches nach einer Mischung aus Erde und Gurken schmeckt und eine entspannende und die Zunge betäubende Wirkung hat ;-) Spannend…


Das Abendessen ist heute mexikanisch, wobei vor allem das Dessert eine Erwähnung wert ist: Deep fried Icecream! Davon habe ich immer wieder gehört, es aber noch nie selbst gekostet, was ich heute nachholen kann :-)

West-Oahu

Die Strecke dem Westzipfel der Insel entlang führt an verschiedene Strände und zu eindrucksvollen Klippen. So mache ich mich heute auf den Weg, diese Strasse nochmals zu bereisen. Ein erstes Mal habe ich dies bereits im Dezember gemacht, doch freue ich mich darauf, diese schöne Gegend abermals zu befahren. Wiederum mache ich immer wieder Halt, um Fotos zu schiessen und all die tollen Eindrücke auf mich wirken zu lassen. 

Dazu folgt ein ausgedehnter Spaziergang an den malerischen Stränden des Nordens – Kaliua und Lanikai. Hier finden sich alle Zutaten für das perfekte Hawaii-Bild: Heller Sand, Palmen und ein Meer in verschiedenen Blau- und Türkistönen, welche vom Korallenriff weiter unterteilt werden. Dies ist ein guter Ort, um die Seele baumeln zu lassen :-)


Die Rückfahrt nach Norden geht über den Pali Lookout, von welchem ein sich ein herrlicher Ausblick über die Vielfalt des Nordens bietet. Und wo es heute so stark windet, dass ich mich richtig in den Wind lehnen kann, ohne umzufallen. Dies gefällt mir ;-)

Maunawili Falls und North Shore

Der nächste Tag bringt mich zurück nach Oahu. Wir besuchen die Maunawili Falls. Diese liegen etwas versteckt im Zentrum der Insel und sind schöne Wasserfälle, die in einem Pool münden, in welchem gebadet werden kann. Das will ich mir nicht entgehen lassen! Und nach der kurzen Wanderung tut das Bad im doch kühlen Wasser ganz gut :-)


Im Anschluss geht es an die North Shore mit den grossen Wellen. Das Wetter ist wechselhaft und regnerisch, und trotzdem – oder teilweise genau deswegen – sind die Strände herrlich anzusehen. 

Dieser Nordteil der Insel ist viel weniger entwickelt, daher finden sich nur wenige Dörfer hier. Auch die Möglichkeiten, sich zu verpflegen unterscheiden sich im Gegensatz zu anderen Teilen der Insel. Dies geschieht in erster Linie an Wohnwagen, welche zu mobilen Grilltheken etc. umfunkioniert sind und einige Stühle auf dem Vorplatz haben. Und so ist auch unser heutiges Znacht angelegt: Grillspiessli mit Beilagen unter einem Zelt gegen den Regen mit freiem Blick auf den Strand… So lässt sich’s leben :-)

Haleakala

Am dritten Tag steht der Gipfel auf dem Programm. Ich fahre zum Haleakala-Krater, welcher mehr als 3000 Meter hoch ist. Die Fahrt geht zügig in die Höhe und durch alle Wolken hindurch! Oben angekommen bietet sich eine eindrückliche Sicht in den Krater – und ganz toll ist die Aussicht in den Krater und auf die Vulkane Mauna Kea und Mauna Loa im Hintergrund, denn Big Island ist nicht mehr weit entfernt. Ein Spaziergang durch die mondähnliche Landschaft ist faszinierend.

Als Gegensatz hierzu warten am Nachmittag weitere schöne Strände auf mich. Die berühmtesten und auch schönsten dabei sind der Big und der Little Beach, wobei ich bei letzterem die Kamera schnell wieder in der Tasche verschwinden lasse, da es sich um ein Nudisten-Strand handelt ;-)


Abermals freue ich mich auf den Abend in Lahaina, welchen ich auf der Veranda eines Cafés mit Sicht aufs Meer und die promenierenden Besucher starte. Im Anschluss lasse ich mich von der Stimmung treiben und gehe selbst noch etwas in den Shops flanieren und finde mir das eine oder andere :-)

West-Maui

Nach dem Osten gestern bin ich heute gespannt auf den Westen der Insel. Gemäss der Karte hat es eine Strasse, welche um den ganzen Ostteil der Insel führt, doch meine Gastmutter meint nur, dass die Strasse im Norden veeeeery eng und kurvig sei… Aber  nachdem ich die Strasse nach Hana auch gut gemeistert habe, bin ich doch zuversichtlich ;-)

Doch zuerst lockt mich der Wegweiser ins Iao Valley – und der Umweg lohnt sich :-) Dabei handelt es sich um ein Tal inmitten saftigster Vegetation mit verwitterten Hügeln, von welchen eine Nadel das berühmteste Erkennungsmerkmal ist. Hier dominiert wiederum das Grün mit bewachsenen und doch auch schroffen Felsen.

Im Anschluss wage ich mich auf die besagte Strecke. Diese führt tatsächlich über sehr viele Kurven den Hängen entlang. Aber die Strasse ist toll und bietet eine Vielzahl von schönen Ausblicken auf Täler, Klippen und Strände! Nach vielen Kilometern auf einer kleinen Strasse wird diese dann ganz im Westen wieder breiter und finde ich mich in den grossen Resorts für alle Honeymooners. Der Gegensatz ist ziemlich heftig…

Hier spaziere ich gemütlich den Stränden entlang. Es ist schön hier, wenngleich alles etwas „plastic“ wirkt, da sich ein Resort mit Hotels und Ferienwohnungen ans andere reiht. Aber die Strände sind schön, die Stimmung auch und an vielen Orten wird live musiziert :-)


Doch das Bad im Meer spare ich mir für Lahaina auf, wo ich herumplansche und den ganzen Strand für mich alleine habe und so gemütlich den Tag Revue passieren lasse. Im Anschluss mache ich einen ausgedehnten Spaziergang durch das Städtchen und lerne dieses ausgiebiger kennen. Und finde ich mir ein sehr schönes Restaurant direkt am – respektive auf dem Wasser – mit einer netten Bedienung und einem leckeren Znacht :-)  

Maui – Road to Hana

Nach den Tagen auf der Hauptinsel freue ich mich darauf, in den nächsten Tagen Maui zu entdecken. Hier sollte ich bereits im Dezember sein, doch hat die Zeit aufgrund der Heimkehr nicht mehr gereicht. Daher freue ich mich umso mehr darauf, dies nun nachzuholen. Auch freue ich mich auf die Aussicht, etwas zurück in den Globetrotter-Modus zu wechseln, da hier alles neu sein wird.

Und so erreiche ich den Kahalui Airport im Laufe des Vormittags und erhalte die Schlüssel zu meinem kleinen Wagen, der mich die nächsten Tage um die Insel bringen soll. Ich entscheide mich, mich gleich auf die Road to Hana zu wagen. Diese gilt als bester Scenic Drive aller Inseln und führt als kleine und kurvige Strasse der Nordküste entlang nach Osten. Dies ist die windward-Seite, was sich zum einen in der wechselnden Bewölkung, zum anderen aber vor allem in einer saftig-grünen Vegetation zeigt. Die Strasse führt – häufig nur auf einer Spur – durch üppige Wälder und Sträucher. Ein Tal nach dem anderen wird durchfahren und darin finden sich eine Vielzahl von Bächen mit Wasserfällen, in deren Pools auch gebadet werden kann. Je weiter weg ins „Nirgendwo“ die Strasse führt, desto weniger wird der Verkehr, da sich die meisten nicht auf diese Strasse wagen, die in den Reiseführern als toll, aber sehr gefährlich gepriesen wird. Aber da darf ich sagen, dass alle, die sich auf Schweizer Bergstrassen schon zurechtgefunden haben, auch hier kein Problem haben :-)

Die Strasse führt auch entlang von kleinen Häusern und Verkaufsständen, welche alle Früchte aus dem eigenen Garten bewerben. Ich gönne mir frische Ananas – köstlich! Und immer weiter geht die Fahrt, auf welcher ein Eindruck dem nächsten folgt, so dass das Durchschnittstempo dementsprechend gering bleibt. Und wieder und wieder gibt es Anlass für einen Stopp und einen kleinen Spaziergang.

Schon fast in Hana angekommen folge ich der Abzweigung in einen State Park, der es wert ist! Da hat es ein Wasserloch in einer Höhle, eine tobende Brandung inklusive Blow Hole und eine schöne Küste. Hier bin ich länger zu Fuss unterwegs und bin gespannt auf den Ort, welcher der Strasse dem Namen gibt. Aber hier ist deutlich festzuhalten: Der Weg ist das Ziel ;-) Ausser einigen zerstreuten Häusern ist Hana nichts Besonderes. Was aber auch kein Problem ist, dafür sind die Strände um den Ort umso schöner! Ich folge der Strasse immer weiter in den Südosten und merke, dass nun gar keine Autos mehr auf den Strassen sind… So schaue ich mir die Karte einmal genauer an, um festzustellen, dass die Strasse gar nicht durchgehend um den Südteil der Insel geht. Zwar durchgehend schon, aber bloss als Schotterpiste… Daher wende ich, um den selben Weg zurückzufahren. Dabei mache ich einen ersten Stopp im Haleakala National Park. Dieser umfasst sowohl einen Teil der Küstenregion hier als auch den Vulkan, den ich später noch erkunden möchte. Hier umfasst er einen wilden Bach, der von einem „Pool“ in den nächsten fliesst und inmitten der wiederum üppigen Vegetation ins Meer zu rauschen. Spektakulär! Leider ist der Wasserstand zu hoch, so dass nicht gebadet werden darf. Ansonsten könnte man hier von Pool zu Pool und bis ins Meer hüpfen und schwimmen.

Somit habe ich das vorerst letzte Tagesziel erreicht und nun heisst es, einmal quer durch die ganze Insel zu fahren, um in meinem Hotel anzukommen. Ich bin sehr gespannt auf das Städtchen Lahaina, das gemäss Reiseführer ein netter Ort mit einer angenehmen Atmosphäre sein soll. Mein „Hotel“ ist ein kleines B&B – obschon ich am nächsten Morgen feststelle, dass das zweite „B“ nicht dabei ist ;-) Das Zimmer ist sehr herzig und bei der Vermieterin handelt es sich um eine nette und sehr redselige Dame, die mir das wichtigste zur Stadt erklärt und mir gleich noch den Strand zeigt, der nur eine runde Minute vom Hotel entfernt liegt. Ich freue mich bereits drauf, hier morgen das Wasser zu geniessen :-)


Nun geht’s aber auf die Suche nach etwas Essbarem! Und tatsächlich, Lahaina ist eine nette Stadt mit vielen älteren zweistöckigen Häusern mit Veranda und mit Terrassen direkt am Meer. Hier lässt’s sich gutgehen! Und so schlendere ich müde durch den Ort und suche mir einen Ort für lokale Fish and Chips. Den Namen des Fisches konnte ich mir leider nicht merken, doch in der Panade wurde noch Lilikoi verwendet, eine lokale Frucht, welche einen speziellen, aber leckeren Geschmack ergibt. Entlang der Hauptstrasse findet sich eine Vielzahl von kleinen Geschäften, die jede Menge Kunst aller Ort, sowie Kleider, Schmuck und Souvenirs verkaufen. Die Stimmung ist aufgeräumt und so lasse ich mich auch noch etwas durch die Gasse(n) treiben, bevor ich müde ins Bett falle. 

Luv und Lee

Oder wie es hier heisst: windward oder leeward. Die Jahreszeiten spielen auf den Inseln eine untergeordnete Rolle, doch die Exposition zum Wind ist sehr bezeichnend. Die dem Wind zugewandten Regionen sind spürbar grüner und auch wechselhafter und regnerischer, währenddem die Gebiete im Regenschatten der Berge viel schöneres Wetter, dafür aber auch eine viel kargere Vegetation mit sich bringen. Dies ist auf allen Inseln Hawaiis, die ich bereisen konnte, sehr deutlich spürbar. 

Trauer im Paradies

Hawaii bietet jede Menge schöne Ecken – eine grosse Vielfalt von natürlicher Schönheit findet sich in jedem Zipfel. Und doch bin ich unter anderem auch hierhin zurückgekommen, um Zeit zu haben für mich und die Trauer um meine Mutter. Dieser gebe ich bewusst Raum, gerade auch an so schönen Orten wie den malerischen Stränden. Diese Momente sind nicht einfach, aber ich merke, dass sie mir gut tun. Als schöner Ausgleich hierzu dienen dann Besuche beim Farmers Market mit allerlei „Probiererli“ oder im Aquarium, wo die Unterwasserwelt der Inseln dargeboten wird. Und auch die Auswahl an leckeren Restaurants ist gross, so dass auch immer wieder ein kulinarischer Trost geboten ist. 

Acai und andere Leckereien

Der Sonntag beginnt mit einem langem Spaziergang durch Waikiki. Der Sommer fühlt sich schön an, auch wenn der Wind beständig weiter weht. Aber es herrschen konstant Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad, was sich sehr gut anfühlt. Als Belohnung für die lange Tour wartet eine weitere lokale Spezialität, deren Namen ich  mir merken konnte: Acai! Dies ist die lokale Form des Birchermüesli, mit frischen Früchten, Granola (neudeutsch: Cerealien) und einem Kern, der etwa wie Frozen Yoghurt aus Heidelbeeren schmeckt. Sehr lecker!


Im Anschluss sind wir wieder am Strand, wobei ich heute die Wellen denjenigen überlasse, die sie besser meistern :-) Aber ich geniesse die gemütliche Zeit auf dem Sonnenbett mit Blick aufs Meer und die Surfer. Ohnehin steht heute vor allem Ausspannen auf dem Programm, darauf habe ich mich gefreut: die Sonne geniessen, lecker essen, die Atmosphäre aufsaugen :-)

Honolulu – Fish Pond Cleaning, Surfing and Common Kings

Ich komme am späten Freitag-Abend am Flughafen von Honolulu an. Bereits beim Aussteigen bläst mir wieder der warme Wind um die Ohren, den ich noch in lebhafter Erinnerung habe. Vor vier Monaten bin ich hier abgereist, und zum einen scheint es mir eine gefühlte Ewigkeit her, zum anderen fühlt es sich schön und vertraut an, wieder hier zu sein.

Trotz der langen Reise freue ich mich auf ein Znacht in der Cheesecake Factory in Waikiki – eben da, wo wir auch das letzte Znacht im Dezember hatten.

Am Samstag Vormittag steht Hawaiian Community Work auf dem Programm. Die Gastmutter der Schülerin, welche hier ihr Austauschjahr verbringt, ist Mitorganisatorin bei diesem Anlass, bei welchem ein Fishpond gereinigt und von invasiven Pflanzen befreit werden soll. So trifft sich eine bunte Mischung aus Schülerinnen und Schülern, Studierenden und anderen Vereinen, um gemeinsam diesen Einsatz zu leisten. Es ist interessant, hier dabei zu sein und erleben zu können, wie ein solcher Event aufgezogen wird. An alle Schülerinnen und Schüler der A2a: Unsere Aufgabe war es, Holz zu sammeln, welches dann zwar nicht verbrannt, aber verhäckselt wurde ;-)

Im Anschluss essen wir in einem kleinen Lokal zu Mittag und stellt mir die Host-Mum eine Vielzahl von hawaiianischen Spezialitäten vor. Einige sind sehr lecker, von einigen koste ich lieber nur wenig, doch die Namen bleiben mir leider weder von den einen noch von den anderen Gerichten.

Und dann geht es hinunter zum Strand und aufs Surfbrett… Ich stelle mich einigermassen ungeschickt an, schaffe es aber doch, die eine oder andere Welle zu fangen ;-) Doch gerne sehe ich auch den anderen um mich herum zu, die das deutlich besser machen. Aber Spass macht es trotzdem!


Für den Abend hat ein Bekannter Tickets aufgetrieben für das Konzert der Common Kings – einer lokalen Band, die entspannte Musik bietet. Und so finden wir uns an einer guten Location inmitten von Einheimischen, die gute Stimmung verbreiten. Bevor das Konzert beginnt, läuft auf grossen Fernsehern die ziemlich absurde Werbung für den neuen Energydrink Mr. Pink. Ich kann mir nicht helfen, aber mir kommt immer nur die Sendung „Switch Reloaded“ in den Sinn, so absurd scheint mir dieser Spot. Aber ich fürchte, der sei tatsächlich ernst gemeint… Nach einer tollen Sängerin, welche als Vorprogramm fungiert, kommen die Kings auf die Bühne und bringen beste Laune mit, welche die ohnehin gute Stimmung noch weiter hebt. 

Montag, 27. April 2015

ZRH – LAX – HNL

Auf dem Weg nach Hawaii… Vor rund vier Monaten endete meine Weltreise genau hier abrupt und traurig – daher bin ich nun auf der Reise zurück an diesen Ort. Bereits bei meiner damaligen Heimkehr setzte ich mir zum Ziel, im Frühling hierhin zurückzukehren. Ursprünglich in der Hoffnung, dass bis zu diesem Zeitpunkt meine Mutter auf dem Weg der Besserung sein würde, nachher als Leuchtturm, um die Wochen und Monate bis dahin zu überstehen. Und nun ist es also so weit: Ich bin irgendwo in der Luft zwischen Zürich und Honolulu. Ich freue mich darauf, meine Weltreise – wohl verspätet – noch zu einem stimmigeren Ende zu bringen.

Montag, 16. Februar 2015

Uppsala

Für meinen letzten Tag in Schweden möchte ich noch eine weitere Stadt kennen lernen. Hierzu führt mich der Weg nach Uppsala, eine Studentenstadt nicht weit von Stockholm. Ich wollte neben der Hauptstadt und der sehr ländlichen Gegend im Norden noch ein Mittelding entdecken.

In der Fussgängerzone herrscht Betrieb, obwohl der Wind auch hier das Flanieren zur Herausforderung macht. Dies erklärt auch, weshalb es viele beheizte Ladenpassagen hat, in welchen sich das Schritttempo sogleich spürbar vermindert. Besonders geniesse ich in der Stadt jedoch die Vielzahl von schönen und gemütlichen Cafés, in welchen geplaudert, gelesen und gearbeitet wird. Hier entstehen auch die meisten Passagen der schwedischen Einträge und geniesse Tees in verschiedensten Sesseln und Geschmäcken :-)


Von Uppsala ist es nur ein kurzer Weg zum Arlanda Flughafen, so dass ich die letzten Etappen der Reise antrete, bevor es morgen zurück in den Alltag geht. Ich konnte diese paar Tage im Norden sehr geniessen und nochmals erstaunlich schnell zurück in den Reise-Modus wechseln :-) 

zurück in der Hauptstadt

Zurück in der grossen Stadt treffen wir einen weiteren Bekannten, mit welchem wir abermals in Södermalm auf die Suche nach etwas Essbaren gehen. Es ist Samstag-Abend, weshalb die Strassen und Kneipen des Quartiers gut gefüllt sind. Und so mischen wir uns auch etwas unters Volk, doch spüre ich die aufregenden letzten Tage noch gut, so dass es nicht allzu spät wird, bis ich mich aufs Bett freue.

Den Sonntag verbringen wir zu dritt als Touristen und laufen kreuz und quer durch die Stadt, fahren mit der öffentlichen Fähre nach Djurgarden und zurück und besuchen das Museum eines Herrn zu Hallwyl – dies ist die selbe Familie, nach der das Schloss im Aargau benannt ist. Weiter geht es dann zu Fuss, doch auch heute wärmt uns ein Tee ab und an wieder etwas. Nachdem wir weiter unterwegs sind, bin ich dann gut durchgekühlt, so dass ich mich zuerst ins Hotel aufwärmen gehe, bevor es für einen Apero ein letztes Mal in die Gamla Stan geht. Den Abschluss bildet ein Znacht in der Studi-Pizzeria. 

Lappland – Polarlichter, Hundeschlitten, Winterstürme…

Wir kommen bei sonnigem Wetter im arktischen Norden von Kiruna an. Doch bläst ein kalter Wind um die Ohren und das Thermometer zeigt ein Minus und dann zweistellige Ziffern… Naja, damit war ja zu rechnen. Alle Mietautos sind jedoch frei von Frost – denn sie hängen am Strom. Die Autos haben vorne eine Steckdose, mit welcher eine Standheizung gespiesen wird, so dass sie nicht nur eisfrei, sondern bereits angenehm warm sind.

Und so geht es los in Richtung Nordwesten und Abisko – und allenfalls Narvik in Norwegen, so war zumindest der Plan. Doch bereits beim Autoverleih erfahre ich, dass die Strasse geschlossen sei. Ich mache mir keine grossen Gedanken darüber und fahre so einfach los. Wir wollten irgendwo auf der Strecke noch kurz Halt machen, um etwas zu trinken zu kaufen, doch schnell merken wir, dass die aufgeführten Orte auf der Karte jeweils aus kaum mehr als zwei Häusern bestehen und somit ein Laden umsonst gesucht wird… Die Strassenverhältnisse sind in Ordnung und so kommen wir vorerst gut voran. Doch je näher wir Abisko kommen, desto garstiger werden die Wetterverhältnisse. Zeitweise beträgt die Sicht noch gefühlte 2.6 Meter und das Weiss der Strasse, der Umgebung und des Himmels gehen in einander über…

Doch erreichen wir nach einiger Zeit das Dörfchen Abisko, wo wir einen Coop finden. Und dieser ist gut ausgestattet und bietet alles auch in XXXL-Grössen an. Zum Beispiel enthält die kleinste Packung Rohschinken schlappe 500g. Hier decken wir uns mit dem wichtigsten ein für die nächsten Tage und machen uns auf die letzten 10km nach Björkliden. Und dann finden wir uns kurz vor dem Ziel im Stau! Zumindest im LKW-Stau. Nach kurzem Warten entscheiden wir uns dafür, wie andere Autos auch die Kolonne einfach auf der Gegenspur zu umfahren, viel Verkehr kommt uns dabei zum Glück nicht entgegen ;-) Auf Nachfrage erfahren wir, dass diese Lastwagen aufgrund des Wintersturms der letzten Tage und der daher geschlossenen Strasse nach Norwegen hier gestrandet sind. Zu unserem Hotel sollten wir kommen, doch kommt bereits der nächste Stau – ein Auto ist steckengeblieben und erst durch die gemeinsame Anstrengung aller Wartenden kann es frei gekriegt und angeschoben werden. Dafür hänge ich fest… Doch auch hier hilft die Muskelkraft der freundlichen Zuschauer und so fahren wir wieder und kommen doch noch im Hotel am Berg an :-)

Dieses ist gemütlich und schön mit grossen Fenstern für die Aussicht übers Tal – oder in den Sturm… So belassen wir es bei einem ruhigen Abend im Hotel, in der Hoffnung, dass das Wetter gegen Abend ruhiger wird, damit die Chancen da sind, die Nordlichter zu sehen. Ich bin ziemlich unruhig, es wäre einfach zu schön, wenn es klappen würde und die Region ist berühmt dafür, dass das Spektakel regelmässig gesehen werden kann. Aber halt eben ohnehin nur, wenn das Wetter mitspielt. Daneben haben wir noch die Touren durchgesehen, die vom Hotel angeboten werden und hoffen, dass wir morgen kurzfristig noch etwas buchen können.

So stelle ich den Wecker auf 3.00, in der Hoffnung darauf! Tatsächlich sehe ich die Sterne, aber leider kein Nordlicht. Ich bleibe knapp zwei Stunden auf und stelle auch später nochmals den Wecker, doch leider vergeblich.

Am nächsten Morgen fragen wir nach, ob wir uns noch fürs Hundeschlittenfahren und den Ausflug in die Aurora Sky Station anmelden können – und wir haben Glück! Wenn auch die Hunde mitsamt Schlitten aufgrund des offensichtlich bereits seit Tagen tobenden Sturms nicht mehr hier, sondern in der Gegend von Kiruna sind. Ein Bus fährt uns und so finden wir uns einige Zeit später bei den Schlitten wieder. Wir sind eine Gruppe von sechs Personen und können uns zuerst noch weiter einkleiden. Über meine Skikleider kommt ein weiterer Winter-Overall – und so fühle ich mich wie ein Michelin-Männchen… ;-) Aber ich werde noch froh über diese zusätzliche Schicht sein, denn es ist so richtig kalt heute.

Wir kommen zu den Hunden, welche laut und unruhig heulen. Einer nach dem anderen wird eingespannt, womit ihre Unruhe noch grösser wird. Sie beginnen bereits hochzuspringen, als wollten sie Trockenübungen machen. Nachdem alle Hunde, Schlitten und Passagiere bereit sind, kann es losgehen! Wir sind auf zwei Schlitten verteilt und mit dem Kommando zum Start verstummen die Hunde unmittelbar und legen sich voll ins Zeug. Und wir werden durch eine Märchenlandschaft gezogen und gleiten durch die Felder. Der Himmel ist wolkenlos und durch den tiefen Stand der Sonne gleisst alles im schönsten Licht – ein tolles Erlebnis! Viel zu schnell sind dann die Stunden um und wir machen uns auf den Weg zurück.

Für den Abend bin ich richtig nervös… Werden wir die Polarlichter sehen? Oder bleibt es beim Schneefall und wir finden uns mitten im Nebel wieder? Oder können wir gar nicht erst zur Skystation? Denn diese ist auf einem Berg und wird durch einen Sessellift erschlossen. Dies ist aber nur möglich, wenn sich der Wind in Grenzen hält.

Als wir abgeholt werden bin ich daher sehr gespannt. Zu meiner Freude fahren wir tatsächlich zur Talstation – die erste Hürde ist genommen. Und es sind mehr und mehr Sterne zu sehen – die Zuversicht wächst. Abermals erhalten wir – diesmal ist die Gruppe viel grösser, ich tippe mal auf um die 50 Personen – zusätzliche Overalls, um es auch bei diesen Temperaturen länger draussen aushalten zu können. Bereits auf dem Sessellift bin ich sehr froh darüber, denn die Fahrt auf dem alten Lift dauert sehr lange, umso mehr als dass bei jedem Auf- und Absteigen der Lift gestoppt wird. Doch egal – bereits nach einigen Minuten glaube ich, ein schwaches grünes Licht zu erkennen – oder ist’s nur eine Wolke?

Oben angekommen sehe ich, dass es tatsächlich ein erstes, wenn auch noch schwaches Nordlicht ist. Doch mit der Zeit wird es stärker und weitet sich zu einem langen Band aus, das in unterschiedlicher Intensität funkelt – und dann folgt noch mitten im Licht eine Sternschnuppe – magisch!! Ich sitze still im Schnee und kann mich kaum sattsehen. Für etwas über eine halbe Stunde bleibt das Licht in wechselnder Intensität und Ausprägung gut sichtbar – nur leider schafft es meine Kamera nicht, dies aufzunehmen. Aber halb so wild, das Erlebnis werde ich nie vergessen. Und wenn ich Glück habe, senden mir zwei Italiener, neben denen ich sitze, einige Bilder des Abends. Im Anschluss sind es immer mal wieder nur mehr kleine Erscheinungen, die sichtbar sind, doch bin ich einfach nur glücklich, dass es geklappt hat :-)

Nur noch müde warten wir auf unseren Transport zurück, der aber noch etwas auf sich warten lässt. Kurze Zeit später ist er jedoch da und ich freue mich aufs Bett.

Am nächsten Morgen geniessen wir die grossen Fenster des Hotels doch noch und frühstücken mit bester Sicht über das Tal und den dazugehörenden See. Und machen uns im Anschluss auf den Weg zurück nach Kiruna. Doch bevor wir die Rückreise antreten besuchen wir noch das Ice Hotel. Dieses wird jedes Jahr neu aus Eis erbaut. Die grossen Suiten sind verziert mit Eis-Kunst und sind auch im Rahmen eines Besuches zu erkunden. Es ist ein toller Ort – wenngleich ich nicht unbedingt hier übernachten möchte. Aber die Skulpturen aus Eis im Sonnen- oder künstlichen Licht sind sehr schön.
Wir haben noch etwas Zeit und fahren so noch eine zusätzliche Schlaufe, in der Hoffnung, Wildtiere zu sehen. Und kurz vor dem Ende läuft uns tatsächlich noch ein Sujet vor die Linse :-)


Müde aber glücklich treten wir die Rückreise in den „Süden“ an, um am Abend zurück in Stockholm zu sein. 

Stockholm I

Die Sonne und ein eisiger Wind begrüssen mich in Schweden. Ich komme am Mittag in der Stadt an und mache mich zu Fuss auf, einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten. Ich besuche eine Kollegin, welche für ein Erasmus-Semester in der Stadt lebt, womit ich eine ortskundige Reiseführerin habe. Jedoch ruft die Uni und so mache ich mich alleine auf den touristischen Weg. Zuerst zieht es mich an den Hauptplatz im Norden der Stadt. Dieser ist belebt und ringsherum hat es viele Läden und Einkaufszentren, doch wirklich schön ist die Umgebung hier nicht. Es sind vor allem Zweckbauten wohl aus den 1960er-Jahren. Daher folge ich der Fussgängerzone in Richtung Süden – hier lockt das Wasser und Gamla Stan, die Altstadtinsel :-)

Hier laufe ich kreuz und quer durch die kleinen und schönen Gassen und finde mich immer wieder am Wasser, auch wenn da der Wind besonders beissend wirkt. Doch ich geniesse es, wieder unbeschwert Neues zu entdecken. Nach einiger Zeit treffe ich mich dann mit ihr und wir machen uns auf den Weg zu ihrem Wohnheim in der Nähe der Uni. Wobei Wohnheim ziemlich untertrieben ist, es handelt sich dabei um eine halbe Stadt, welche hier als Wohncampus für die Studierenden errichtet wurde. Fürs Abendessen gehen wir in die Pizzeria dieses Studi-Dorfes und essen lecker – und der Heimweg ist so zu Fuss in knapp zwei Minuten sehr komfortabel…

Am Tag zwei ist das komplette Touri-Programm vorgesehen :-) Die Sonne scheint und somit strahlt die ganze Stadt und insbesondere die Gegenden am Wasser im goldigen Licht! Daher möchte ich möglichst viel in dieser Stimmung geniessen können. Ich beginne den Tag mit einem Spaziergang auf einer der Altstadt gegenüberliegenden Insel, welche selbst schön ist und dazu schöne Ausblicke auf Gamla Stan ermöglicht. Im Anschluss kann ich es mir im Bus gemütlich machen und mache eine Stadtrundfahrt, die interessant kommentiert und schön ist. Offensichtlich ist nicht gerade Hochsaison, denn wir sind nur sechs Personen im Doppelstockbus… So sehe ich verschiedene Gegenden und erhalte auch einige Ideen für Orte, die ich im Anschluss noch gemütlicher erkunden möchte. Im Anschluss wechsle ich auf ein Boot für eine Rundfahrt in die Schären. Diese Fahrt ist toll, sie ermöglicht immer neue Blicke auf die verschiedenen Quartiere und führt auch schnell in viel weniger bewohnte Gebiete und kargere Insel(che)n. Dank den bereitgestellten Decken halte ich es sogar auf Deck aus, doch bin ich im Anschluss froh, ein gemütliches Café zum Aufwärmen zu finden.

Frisch aufgewärmt und gestärkt gehe ich zuerst zum Stadthuis, welches ebenfalls am Wasser trohnt und tolle Ausblicke auf die Stadt ermöglicht und dann in den Süden, nach Södermalm. Dies ist ein ehemaliges Arbeiterviertel, welches nach und nach aufgewertet wird – solche Geschichten finden sich wohl in allen Städten. Und so lasse ich mich zum einen durch die netten Strässchen treiben und suche zum anderen immer wieder den Blick aufs Wasser. Das Quartier ist etwas erhöht gelegen und so bieten sich sehr schöne Perspektiven auf die Altstadt und die Quartiere drum herum. Dieses Spiel mache ich ein paar Mal, um dies sowohl bei Tag, bei Sonnenuntergang als auch bei Nacht zu erleben.

Fürs Abendessen steht dann ein schönes und traditionelles Lokal auf dem Programm, wo wir die einheimische Küche geniessen können. 

Nach diesen ersten Erlebnissen in der Hauptstadt geht es morgen in die Arktis! Ich freue mich sehr darauf und hoffe immer noch auf die Nordlichter… :-)

Montag, 9. Februar 2015

Koffer packen

Der 9. Februar - der geplante Tag meiner Rückkehr von der Weltreise!

Nach den schwierigen und turbulenten letzten Wochen konnte ich mir etwas Luft verschaffen und freue mich auf einige Tage im Norden, um den Kopf zu durchlüften und all das etwas setzen zu lassen. Und hierfür habe ich heute meinen Koffer gepackt und werde ich morgen nach Schweden aufbrechen, um Stockholm zu entdecken und Nordlichter zu jagen.

So findet mein Urlaub eine kleine, aber - hoffentlich - feine letzte Etappe.