Hier finden sich in loser Folge immer wieder Berichte von Reiseerlebnissen. Ab dem 7. Februar 26 bin ich in Senegal und Gambia unterwegs, so dass hier während der nächsten beiden Wochen meine Eindrücke zu finden sein werden. In den Posts vom Sommer 24 bis zum Februar 25 finden sich die Erlebnisse unserer halbjährigen Reise. P.S. Die gesammelten Berichte der Weltreise 2014 und der Reise in die Antarktis etc. finden sich als pdf-Link bei den Daten und 17. 9. 2021 und 21. 3. 2023
Donnerstag, 17. Oktober 2024
Tag 80 – Auckland (Donnerstag, 17. Oktober)
Als der Wecker geht, bin ich noch sehr träge. Das gute Frühstück im Hotel hilft, etwas in die Gänge zu kommen.
Wir machen uns auf einen Spaziergang, welcher uns zum Auckland Museum führt. Hierzu geht es zuerst durch das Stadtzentrum und dann an der Uni vorbei zu einem grossen Park, in welchem das Museum auf einem Hügel thront. Alle Wege in der Stadt führen immer wieder hinauf und hinab – die Stadt ist auf 50 Vulkankegeln gebaut, welche uns ihre Topografie spüren lassen.
Vom Museum haben wir einen schönen Blick auf den natürlichen Hafen, welcher wie ein See wirkt. Das Gebäude ist eindrücklich und die Ausstellungen spannend. Ein grosser Teil ist der Maori- und der polynesischen Kultur gewidmet. Dazu hat es eine Abteilung über die Geschichte der Stadt und der (Nord-)Insel und eine weitere über den lokalen Vulkanismus. So verweilen wir für eine längere Zeit hier und sind bereits besser informiert über all das, was um uns herum zu finden ist.
Im Anschluss gehen wir in Richtung Newmarket – dies ist ein Quartier mit einer belebten Hauptstrasse mit schönen älteren Häusern, in welchen heute Läden zu finden sind. Von hier nehmen wir den Bus – was sich zuerst als schwierig erweist. Bevor wir den Bus besteigen können, müssen wir zuerst den Bahnhof suchen, um eine lokale ÖV-Karte (hier HOP-Card genannt) zu kaufen. Nachdem dies geschafft ist, geht es per Bus zur Ponsonby Road. Diese liegt etwas westlich des Stadtzentrums und ist bekannt als beste Gegend für Cafés und Restaurants. Die Strasse ist lang und gesäumt von schönen alten (zumindest für NZ…) Häusern, in welchen wir wirklich viele schöne Cafés und Restaurants finden. Dazu gibt es einige medizinische Praxen und Läden. Bei letzteren überwiegen die Kleiderläden, z.T. sind es lokale Marken, z.T. Vintage- und Secondhand-Shops.
So flanieren wir der ganzen Strasse entlang und machen Rast bei leckeren Bagels. Via Karangahape Road machen wir uns auf den Rückweg. Auch diese Strasse ist gesäumt von klassischen Häusern, jedoch sind hier mehr Läden und Takeaway-Stände zu finden.
Zurück im Hotel planen wir für die nächsten Tage, um dann fürs Abendessen abermals die Ponsonby Road anzupeilen, wo wir schöne Optionen gesehen haben. Wir finden uns dann ein feines Restaurant und gehen im Anschluss nochmals einige Schritte der Strasse entlang. Es hat etwas Betrieb, jedoch wird am Wochenende spürbar mehr los sein. Zu Fuss gehen wir dann durch das ruhige Wohnquartier zurück in Richtung Hotel, wo wir nach einer knappen halben Stunde eintreffen – und ich hiermit mein Tagebuch aufdatiere.
Tag 79 – Auckland (Mittwoch, 16. Oktober)
Nach einem problemlosen, aber langen Nachtflug fast ohne Schlaf landen wir um den Mittag lokaler Zeit in Auckland. Der Flughafen ist spürbar kleiner und ruhiger als die der asiatischen Megacities. Die Einreiseformalitäten verlaufen sehr gut organisiert und zügig, wenngleich ein Extra-Stopp fällig wird, da ein Check der «biosecurity» stattfindet. Es geht darum, die verletzliche Flora und Fauna der lange Zeit isolierten Insel bestmöglich zu schützen und sicherzustellen, dass keine verschmutzten Artikel ins Land gelangen.
Da wir sehr müde sind, nehmen wir ein Taxi zum Hotel im Stadtzentrum. Die Fahrt dauert knapp eine halbe Stunde und kostet weniger als 30 Franken, welche gut investiert sind. Wir haben ein schönes Hotel am Rande des Zentrums und können bereits das Zimmer beziehen.
Wir machen nur eine kurze Pause, da wir bis zum Abend durchkommen möchten ohne einzuschlafen, um uns möglichst schnell an die fünfstündige Zeitdifferenz gewöhnen zu können. So machen wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum in Richtung Hafen. Nach Hongkong kommt uns die grösste Stadt Neuseelands vor wie ein grosses Dorf – es hat eine kleine Skyline, welche vom etwas über 300 Meter hohen Skytower dominiert wird, aber auf den Strassen und Trottoirs hat es nur wenig Betrieb. Wir gelangen zur Hafenpromenade und finden ein Restaurant mit Aussicht auf die Promenade und das Hafenbecken, wo wir einen Kaffee-Halt machen.
Im Anschluss gehen wir der Haupteinkaufsstrasse, der Queen Street, entlang. Diese ist nur teilweise verkehrsfrei und allgemein staunen wir, dass überall Autos durchfahren. Die Gebäude sind unterschiedlich hoch und schön – auf den ersten Blick scheint uns Auckland nicht besonders schön, dafür aber lebenswert zu sein. Wir folgen der Strasse bis zum schönen Rathaus und gehen dann zurück ins Hotel.
Nach einer kurzen Pause finden wir uns eine nette, nahe gelegene Gastrobar in einem alten Fabrikgebäude fürs Abendessen. Es ist ein schöner Ort, welcher identisch auch in Winterthur zu finden sein könnte. So geniessen wir das Znacht und gehen dann zurück ins Hotel – und um 20.00 bin ich dann nur noch müde und sinke ins Bett…
Dienstag, 15. Oktober 2024
Tag 78 – Hongkong (Dienstag, 15. Oktober)
Unser letzter Tag in Hongkong. Am Abend geht es weiter in Richtung Neuseeland, daher nehmen wir es heute gemütlich. Wir konnten ein Late-Check-Out buchen, so dass wir das Zimmer bis zu unserer Abreise zum Flughafen noch nutzen können :-)
Wir spazieren nochmals durch unser Quartier – durch bekannte und noch nicht bekannte Gassen. Wiederum sind viele Menschen unterwegs – was gleichermassen interessant als auch anstrengend ist. Mir gefällt es in diesen quirligen Städten jeweils sehr – aber ich freue mich auch immer wieder auf ruhigere Momente nach der Abreise.
Wir finden für das Mittagessen ein sehr schönes Café mit gutem Essen. Und gehen dann ins Hotel, um die Koffer zu packen.
Nur wenige Schritte vom Hotel entfernt können wir in den Flughafenbus steigen. Dieser hat zwar etwas länger für die Strecke, aber es ist sehr entspannt, fast neben dem Hotel einfach einsteigen zu können. Da wir einen Code-Share-Flug haben, ist das Online-Check-in nicht möglich, so dass wir früh genug vor Ort sein möchten. Die Fahrt verläuft ohne Probleme, wir fahren durch weitere interessante Gebiete und kommen gut an. Kurz danach öffnet der Check-in und können wir durch die Sicherheits- und Passkontrolle – so sind wir entspannt bereit für die nächste Etappe.
Und bleibt uns noch Zeit, um etwas zu Essen. Ich finde mir sehr leckere Dim Sum – so lecker habe ich noch nie gegessen an einem Flughafen :-) Vielleicht hilft mir dies, um etwas Schlaf zu finden im Anschluss…
Aber zuerst schreibe ich noch einige Gedanken zum Aufenthalt in Hongkong nieder. Mir hat es sehr gefallen, in dieser Stadt zu sein. Es scheint mir, dass sie im Vergleich zu 2012 deutlich chinesischer geworden ist – auf vielen Ebenen. Es ist so faszinierend, durch diese Strassen zu flanieren und all das Leben, die Läden, Restaurants, Marktstände etc. zu erleben.
Daneben gibt es die offizielle Ebene: An vielen Orten sind viele Fahnen zu sehen – dabei sind die China-Fahnen aber immer etwas grösser als die Hongkong-Fahnen… Und wir sehen viele Propaganda-Poster, auf welchen die Volksrepublik China gerühmt wird. So sind die aktuellen Machtverhältnisse gut sichtbar. Am Polizeiposten hängen Steckbriefe, welche wir interessiert lesen – dabei handelt es sich nicht um Personen, welche einen Mord oder Raub begangen haben, sondern ihnen werden verbotene politische Tätigkeiten vorgeworfen…
Als Reisender betreffen mich solche Änderungen nicht direkt. Die Ein- und Ausreisekontrolle verläuft effizient und problemlos. Mir scheint, dass weniger Personen englisch sprechen als früher. Im Alltag hören wir die Sprache fast nie, wenngleich die Kommunikation für uns meist problemlos ist, da die durchschnittlichen Englisch-Kenntnisse deutlich besser sind als sie es in Südkorea oder Japan waren. Auf Youtube fallen dann Unterschiede auf – da hatte ich vor unserem Abflug ein Video geladen über den Abbau der Demokratie in Hongkong, welches hier nicht mehr abrufbar ist… Dafür erscheint in der Tagi-App auf einmal eine Werbung, welche mich darüber informiert, dass bei einem Immobilienkauf von über 200'000 US-Dollar in Antigua und Barbuda das dortige Bürgerrecht vergeben wird mit visafreier Einreise in über 150 Länder. Offensichtlich sind da einige Cookies so gesetzt, damit möglichst viele Personen hier eine solche Werbung sehen können. In der Schweiz wurde mir diese Information noch nie angezeigt…
Beim Flanieren durch die Strassen kommen wir an vielen Apotheken oder Drogerien vorbei. Immer gut sichtbar in der Auslage sind dabei Tempo-Taschentücher. Weshalb ich die folgende Geschichte nicht vorenthalten möchte:
Als wir 2013 mit der Kanti Enge ein Projekt mit China hatten und für zwei Wochen das Land besuchten, durften wir einen Einblick in die Forschungsabteilung von SCA in Shanghai geniessen. Dieser Konzern stellt eine Vielzahl von Papierprodukten her, unter anderem auch die besagten «Nastüechli». Ein Manager des Konzerns erzählte uns, dass die «Tempos» aus Hongkong ein sehr beliebtes Mitbringsel seien für Freunde in China. Diese seien deutsch beschriftet und stünden für ebensolche Qualität. So dachte sich SCA, dass dies eine Chance wäre, Tempo auch in China zu etablieren. Die Tempos für Hongkong wurden bereits in China produziert, so dass der Weg in chinesische Läden kurz wäre. Doch die Produktbezeichnungen waren in China strenger geregelt als in Hongkong, wo kein «made in …» angebracht werden musste. So wurden also die identischen Taschentücher in Hongkong ohne Herkunftsangabe mit deutschem Schriftzug verkauft und in China war zusätzlich ein «made in China» vermerkt. Nach kurzer Zeit liefen die Drähte der Hotline von SCA heiss mit Personen aus China, welche sich über die minderwertige Qualität der hiesigen Produkte beschwerten. Sie möchten bitte auch die hochwertigen Tempos wie in Hongkong, nicht die billigen aus China… Ich fand es sehr eindrücklich, wie sehr wir von Werbung manipuliert werden können.
Aber zurück zum hier und jetzt. Wir fliegen mit Air New Zealand, so dass wir uns schon beim Boarding etwas angekommen fühlen. Es ist dabei der erste Flug, welcher freies Wifi anbietet, so dass ich diese Zeilen nicht nur im Flugzeug schreiben, sondern sogar direkt hochladen kann. Ich hoffe aber, dass ich trotz der Enge noch etwas Schlaf bekommen werde, um nicht komplett übermüded in Auckland zu starten. Ich bin sehr gespannt auf das Land und freue mich auf viele neue Eindrücke :-)
Montag, 14. Oktober 2024
Tag 77 – Hongkong (Montag, 14. Oktober)
Nach unserem leckeren Frühstück möchten wir viel Zeit in und um unser Quartier verbringen. Wir gehen so zuerst in den Kowloon Park, der nur wenige Schritte vom Hotel entfernt liegt. Dieser liegt etwas erhöht, so dass er mittels Treppen erreicht werden kann. Bereits an unserem ersten Tag wurden diese bemalt und mittlerweile sind die Comic-Bilder sichtbar, welche über die ganze Treppe gezeichnet wurden – die gefallen mir sehr gut.
Der Park ist um diese Zeit angenehm leer und besteht aus viel Grün, einer grossen Voliere, mehreren Teichen und einer Badi. Wir flanieren den Wegen entlang und gelangen zu einem Pavillon bei einem Teich mit vielen Schildkröten. Etwas dahinter ist ein grösserer Teich mit Flamingos. In der Stadt findet sich nur sehr wenig Natur, so dass es hier eine angenehme Oase ist mit Bäumen und einigen Blumen. Insbesondere die grossen Bäume mit gefühlt Dutzenden von Stämmen finde ich sehr eindrücklich.
Danach gehen wir der Nathan Road und vielen Nebengassen entlang – wo es uns nie langweilig wird. Das Gewusel und die Vielzahl an Läden und Restaurants sind sehr spannend. Wir gelangen immer wieder in neue kleinere oder grössere Märkte – dabei hat es jeweils «zwei Reihen», zum einen die Markstände in der Mitte der Strasse und zum anderen die Läden in den Häuserzeilen dahinter.
In diesen Regionen finden sich keine englischen Schilder mehr und ist vom britischen Einfluss gar nichts (mehr?) zu spüren. Und so haben wir Spass daran, uns etwas zu verlieren und immer neue Ecken zu erkunden. Das Gebiet ist im Schachbrettmuster aufgebaut, so dass es trotzdem nicht schwer ist, die grobe Orientierung zu behalten. An der Nathan Road hat es grössere Einkaufszentren verschiedener Art. Weiter in Richtung Hafen sind es klassische Malls, in Richtung Norden eher Warenhäuser, welche alles unter einem Dach anbieten. Sind die Malls weltweit immer ähnlich, unterscheidet sich die Auslage der Warenhäuser deutlich von den Angeboten bei uns. Eindrücklich sind zwei grosse Vasen, welche pro Stück eine halbe Million Franken kosten… Und beeindruckt im ganzen Viertel, dass bei all den Verkaufsständen sogar in den Hintergassen immer Ordnung herrscht und keine Abfälle herumliegen.
Wir besuchen auch einen Laden mit japanischen Spezialitäten. Dieser ist ein Erlebnis für alle Sinne – vollgepackt mit unterschiedlichsten Produkten, von welchen wir einige wiedererkennen :-) – und mit grellen Schildern und lauter Werbung. Es macht Spass, hier durchzugehen, aber nach einigen Minuten ist dann auch gut…
So geht die Zeit schnell vorbei und machen wir eine Pause, um etwas Kleines zu essen. Nach einem Abstecher zurück im Hotel haben wir uns einen Tisch in einer Skybar reserviert. Und so geniessen wir kurze Zeit später einen Apéro mit schöner Aussicht. Es hat eine Terrasse im 20. Stock mit Sicht zu den umliegenden Hochhäusern und auf den Hafen. Das Lokal liegt nicht in der ersten Reihe, aber bietet dafür die Möglichkeit, draussen zu sitzen – was bei den wieder angenehmen Temperaturen schön ist. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang und der Dämmerung – mir gefällt es sehr, die Szenerie im wechselnden Licht zu sehen.
Danach spazieren wir durch einen weiteren Teil des Quartiers und gehen nochmals zur Promenade am Wasser. Dieser Ort ist mit der schönste der ganzen Stadt – die Skyline mit ihren im Wasser spiegelnden Lichter ist einfach eindrücklich. Wir spazieren dem Wasser entlang und gehen nachher durch die grosse Mall der Harbour City, um zu unserem Restaurant fürs Znacht zu gelangen. Im «Veggie Kingdom» wollten wir bereits am ersten Abend essen, doch ohne Reservation gab es keine Chance. Für heute haben wir reserviert und so erhalten wir unseren Tisch zugewiesen. Im Lokal geht es sehr fröhlich und lebhaft zu und her – wir sind die einzigen, welche nur zu zweit und nicht als Gruppe hier sind. Auf der Karte finden sich die unterschiedlichsten chinesischen Spezialitäten – jedoch sind alle vegetarisch. So bestellen wir unter anderem die «Peking Ente». Wie im Hiltl werden Fleischgerichte «nachgebaut» und die Peking Ente gelingt sehr lecker und knusprig. Auch die anderen Gerichte sind schmecken gut, so dass es zum einen ein tolles Erlebnis und zum anderen ein Genuss für den Gaumen ist.
Satt gefuttert machen wir im Anschluss abermals einen gemütlichen Spaziergang mit Umwegen durch unser Quartier. Hier scheint fast zu jeder Tages- und Abendzeit viel Betrieb zu sein, so dass es immer kurzweilig ist :-)
Zum Schluss noch eine Beobachtung zu den Posttarifen. Eine Briefmarke für eine Postkarte in die Schweiz kostet nur 60 Rappen – weniger als ein B-Post-Tarif in der Schweiz…
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