Hier finden sich in loser Folge immer wieder Berichte von Reiseerlebnissen. Ab dem 7. Februar 26 bin ich in Senegal und Gambia unterwegs, so dass hier während der nächsten beiden Wochen meine Eindrücke zu finden sein werden. In den Posts vom Sommer 24 bis zum Februar 25 finden sich die Erlebnisse unserer halbjährigen Reise. P.S. Die gesammelten Berichte der Weltreise 2014 und der Reise in die Antarktis etc. finden sich als pdf-Link bei den Daten und 17. 9. 2021 und 21. 3. 2023
Sonntag, 13. Oktober 2024
Tag 76 – Hongkong (Sonntag, 13. Oktober)
Wir starten den Tag wieder mit dem schönen Frühstücksbuffet – heute sogar inklusive meiner geliebten Teigtaschen. Und nehmen im Anschluss die U-Bahn für zwei Stationen, um nach Mongkok zu gelangen. Dies ist ein sehr dicht bewohntes Quartier rund vier Kilometer nördlich von unserem Hotel. Die Nathan Road, welche ich schon beschrieben habe, führt schnurgerade vom Victoria Harbour bis hierhin und noch weiter.
Als wir ankommen, sehen wir sehr viele Frauen, welche an der Strasse sitzen. Es scheint sich dabei um Hausangestellte aus ärmeren südostasiatischen Ländern zu handeln, welche ihren freien Sonntag gemeinsam verbringen und weder den Raum noch das Geld haben, dies an einem anderen Ort zu tun. Auch sehen wir viele, welche grosse Kartons mit Waren befüllen, um sie nach Indonesien oder auf die Philippinen zu versenden. Eindrücklich sind zudem die Schlagen vor den «Remittances»-Büros. Hier kann Geld in andere Länder versendet werden, wenn dies nicht einfach mittels Banküberweisung möglich ist.
In Mongkok finden sich die unterschiedlichsten Welten in unmittelbarer Nachbarschaft. Daher ist es wie Hongkong «unter dem Brennglas». Wir schnuppern kurz in eine moderne Mall mit teuren Geschäften, finden gleich gegenüber schöne Läden und durchschnittliche Lokale mit Marken-Kleidern oder Waren des täglichen Bedarfs, nur um nochmals wenige Meter daneben eine Vielzahl von Marktständen zu durchqueren mit Waren unterschiedlichster Qualität und Preisklassen. Viele der Häuser im Quartier sehen nicht (mehr) besonders gut aus und die Anordnung der Fenster und das, was darin zu sehen ist, lassen auf eher schlechte bis prekäre Wohnsituationen schliessen. Erstaunt blicken wir in die Anzeigen von Immobilien-Firmen, in welchen auch kleine Wohnungen in schlechtem Zustand für hohe Preise feilgeboten werden. Die räumliche Enge der Stadt schlägt hier voll durch…
Eine Art von Shop möchte ich noch besonders beschreiben: Es sind dies solche mit Opfergaben für die Tempel. Hier können alle möglichen Dinge aus Papier gekauft werden, welche während des Gebets deponiert werden können für die Verstorbenen, um ihnen ein besseres Leben im Jenseits zu ermöglichen. Dies kann Geld, Essen, ein Haus oder was auch immer sein.
Wir flanieren durch immer weitere Gassen und finden immer neue eindrückliche Szenen zu sehen – und so machen wir erneut ganz viele Schritte… Es ist aber so spannend, dass wir die müden Beine (noch) nicht spüren. Nach einer Weile kommen wir zum Blumenmarkt. Dieser besteht nicht aus Ständen, sondern aus vielen kleinen Läden nebeneinander. Besonders interessant finde ich die Angebote an fleischfressenden Pflanzen, welche beworben werden als Mittel gegen Insekten. Ein paar Schritte weiter beginnt dann der Vogelmarkt. Hier drehen wir aber nach wenigen Schritten um, die vielen Vögel in winzigen Käfigen stimmen traurig.
Wir gehen dann noch in eine weitere Mall – und es ist interessant zu sehen, dass diese gemäss dem «Marktprinzip» angeordnet ist. Es finden sich pro Stockwerk Themen, zu welchen es Shops hat, z.B. ist ein Stock für Sport und Elektronik reserviert. So können Interessierte die Waren und Preise direkt vergleichen. Und kommen diese aber zu den Läden, weil sie wissen, dass hier alles zu finden ist. Auf der Terrasse bei den Restaurants der Mall finden wir zudem den ersten grösseren Spielplatz der ganzen Stadt – der dementsprechend sehr gut gefüllt ist…
Wir fahren dann zurück in die Richtung unseres Hotels. Wir nehmen hierzu eine andere Linie – der ÖV ist wirklich topp! Wir warten nie länger als drei Minuten auf den nächsten Zug und es fahren viele Linien, so dass sehr viele Quartiere gut angebunden sind. Von dieser Haltestelle ist der Fussweg etwas weiter und so folgen wir Google Maps für den Rückweg. Das Telefon führt aber über den Campus einer Uni – welcher hier gar nicht öffentlich zugänglich ist. So gibt es noch einige Extra-Schritte, aber wir gelangen dann doch gut ans Ziel.
Gleich hinter dem Hotel hat es eine Terrasse mit Restaurants und Bars, welche nach draussen getischt haben. Dies ist leider nur selten zu finden. Und so nutze ich diese Möglichkeit und mache es mir für eine Pause im «Gartenrestaurant» bequem.
Für den Abend machen wir uns nochmals auf in Richtung Central. Hier haben wir in einem schönen Quartier ein mexikanisches Restaurant gesehen, wo wir ein feines Essen finden. Danach gehen wir einige Schritte durch die nun erleuchteten Hochhaus-Gassen. Und machen nochmals eine Fahrt mit dem Tram – der Nordküste entlang in Richtung Osten bis nach Causeway Bay. Die Fahrt durch die beleuchtete Stadt ist sehr schön – und vom Tram aus hat man beste Aussichten :-) Und so fahren wir so lange, bis uns ein Ort besonders interessant erscheint. Dies ist im besagten Causeway Bay der Fall, wo wir weiter durch die belebten Gassen mit vielen Läden schlendern.
Von da nehmen wir dann die U-Bahn zurück nach Tsim Sha Tsui und spazieren noch gemütlich durchs auch hier noch sehr lebendige Quartier in Richtung Bett.
Samstag, 12. Oktober 2024
Tag 75 – Hongkong (Samstag, 12. Oktober)
Das Aufstehen heute macht noch etwas Mühe – offensichtlich bin ich dem Jetlag dieses Mal nicht ganz entkommen, aber immerhin macht die Aussicht aufs feine Zmorged etwas wach…
Im Anschluss nehmen wir die MRT nach Central und gehen von da noch einige Minuten weiter, um zur Talstation des Peak-Bähnli zu gelangen. Diese Standseilbahn führt auf einen Hügel, welcher eine tolle Sicht auf die Stadt und den Victoria Harbour ermöglicht. Wir sind ziemlich früh unterwegs, so dass es auf dem Gipfel noch überschaubar voll ist.
Und so liegt uns die Stadt zu Füssen :-) Die Dichte ist wirklich eindrücklich, da die Stadt eingezwängt liegt zwischen Wasser und bewaldeten Hügeln. Wir spazieren der Terrasse entlang, um immer noch einen etwas anderen Winkel zu erhalten und geniessen die Aussicht. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf die andere Seite der Hügelkette zu blicken – hier schweift der Blick über weitere Hügel, einige Hochhäuser und das Meer.
Das Gebäude auf dem Gipfel beinhaltet die üblichen Attraktionen solcher Orte – daher sind wir hier schnell durch. Und machen uns danach mit der schönen Bahn wieder auf den Weg nach unten. Die Fahrt geht zuerst durchs dichte Grün – um dann einigermassen abrupt in die Häuser überzugehen.
Unten angekommen besteigen wir eines der rustikalen Trams. Diese schmalen, aber hohen Gefährte können ohne zu zahlen hinten bestiegen werden. Wir haben das Glück, dass wir im oberen Stock freie Plätze am Fenster finden und so gondeln wir durch die Hochhäuser in Richtung Westen. Es ruckelt während der ganzen Fahrt – aber es macht grossen Spass. Nach einigen Minuten sind wir an unserem Ziel – ausgestiegen wird vorne, wo nun die Fahrt bezahlt wird. Diese kostet 3HK-Dollar, was knapp 35 Rappen entspricht…
Wir sind nun in Wan Chai. Hier hat es einen grossen Markt, welcher einige Strassen in Anspruch nimmt und an welchem Lebensmittel und Kleider verkauft werden. Besuchende sind dabei nicht die Zielgruppe, vielmehr hat er eine lokale Versorgungsfunktion und wird rege besucht. In einer Gasse wähnen wir uns sogar mitten in einer Metzgerei. Wir gehen einige Gassen weiter. Hier sind viele kleine Handwerksläden und Restaurants zu finden. Etwas weiter hangaufwärts gelangen wir dann in ein Quartier, in welchem hippere Läden und Cafés zu finden sind.
Im Anschluss gehen wir in Richtung Meer – und sind während knapp 20 Minuten immer im 1. Stock unterwegs. Es hat an vielen Orten erhöhte Fussgängerpassagen. Diese ermöglichen zu einem schnelleren Vorankommen, ohne dass an den Ampeln lange gewartet werden müsste und führen durch einige der Türme, welche so direkt angebunden sind. Und wir sind geschützt vor Sonne, Regen etc., wenngleich dies heute nicht nötig wäre. Die Sonne scheint, aber diese empfinde ich als angenehm und es ist schön warm.
Wir kommen am Pier von Wan Chai an, von wo wir die sehr günstige Fähre nehmen können, welche uns zurück ans Nordufer des Victoria Harbour führt. Die Fahrt ist sehr schön und so sehen wir vom Wasser aus beide Skylines. In Tsim Sha Tsui legen wir an und steigen direkt neben dem berühmten alten «Clocktower» aus. Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel, wo wir unsere Nachmittagspause machen.
Am Abend gehen wir zuerst etwas essen und versuchen dann, eine Nacht-Bus-Tour im offenen Doppeldecker zu unternehmen. Es gibt hier den Platzhirsch von «Big Bus», welcher Packages anbietet, die pro Person bei über 50 Franken beginnen. Doch ich finde dann das Angebot der lokalen Stadtbusse, welche ebenfalls solche Touren anbieten. Die Tickets sind jedoch nicht online zu kaufen und die Informationen muss ich mir aus verschiedenen Online-Seiten zusammenreimen. Der Bus sollte aber fast direkt bei unserem Hotel vorbeifahren und so beschliessen wir, es einfach zu versuchen. Hier können wir aber nicht mit der Kreditkarte zahlen wie bei der MRT, sondern benötigen die «Octopus Card», eine prepaid-ÖV-Karte wie wir sie auch in Südkorea und Japan hatten. Und siehe da, alles klappt bestens. Der Bus hält pünktlich an der gewünschten Stelle und so sind wir für zehn Franken unterwegs. Die Tour führt sowohl durch die Gegend um Central auf der Insel als auch durch Kowloon auf unserer Seite. Und so geniessen wir nochmals viele schöne Eindrücke der erleuchteten Stadt mit ihren Hochhäusern :-)
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