Montag, 25. August 2014

so viele nette Menschen... :-)

Afrika scheint mir eine Destination zu sein, welche die meisten Reisdenden nicht zu Beginn ihrer "Reise-Karriere" wählen - von einigen wenigen Resorts mal abgesehen. Dies bringt mit sich, dass sich die Wege von sehr interessanten Menschen kreuzen. So treffe ich jahrelang Reisende, Volunteers bei Peace Corps, Lehrerinnen, die zwei Jahre in Madagsaskar oder vier Jahre in Japan tätig waren, freiwillige Helfer in Nationalparks etc. etc. Fast jeden Tag erhalte ich somit auch Einblicke in viele Welten, die mir bis anhin fremd waren.

Und natürlich - noch viel spannender - treffe ich sehr viele so unglaublich nette und hilfsbereite Menschen vor Ort. Sei es eine Begegnung auf der Strasse, im Taxi, im Restaurant etc. Viele sind - vor allem an den nicht übermässig touristischen Orten - sehr interessiert daran, was ich denn hier verloren hätte. Und geben auch gern Auskunft über ihre eigene Geschichte.

Der einzige Punkt, der leider negativ ist, und der auch immer wieder Kontakte verhindert, sind all diejenigen, die immer etwas verkaufen möchten. Dies hat auch zur Folge, dass ich oftmals (zu) kritisch auf jedes Ansprechen auf der Strasse reagiere. Doch leider zeigte es sich in den Fällen, auf welche ich mich auf der Strasse eingelassen hatte, dass mein Gespür mittlerweile ziemlich genau ist... Aber nichtsdestotrotz, wie bereits geschrieben, sind die meisten Menschen, die ich hier treffe, sehr offen und freundlich :-) Ein tolles Erlebnis!

Und nun bin ich sehr gespannt auf morgen Abend... Da werde ich all meine Mitreisenden treffen, mit welchen ich die nächsten drei Wochen im Bus und auf den Zeltplätzen weilen werde. Ich freue mich darauf, aber es ist mir auch etwas mulmig zu Mute, ich hoffe nun einfach auf eine tolle Truppe ;-)

Livingstone Island @ Zambia

Nachdem ich gestern die sogenannte ZIM-Seite erkundet habe, heute ZAM auf dem Programm. Zimbabwe und Zambia teilen sich die Victoria Falls, daher ist von beiden Seitenein Zugang möglich. Ich möchte mich den Fällen auf zwei Arten nähern, als zweites dem Gegenhang entlang laufend, wie gestern. Doch die erste Variante hat es in sich...!

Doch der Reihe nach. Ich mache mich zu Fuss auf den Weg zur Grenze. Da werde ich problemlos durchgewunken, nachdem der Zollbeamte seine Nachrichten fertig geschrieben hat. Im Anschluss geht es einige hundert Meter durchs Niemandsland. Unterbrochen von der Brücke über die Schlucht, welche die offizielle Staatsgrenze darstellt. Von hier wird Bungee gesprungen... Ich schaue einer Springerin zu, bevor ich weiter zum zambischen Grenzposten gehe. Hier angekommen werde ich als erstes gefragt, ob ich mich in Westafrika aufgehalten hätte und ob mir Ebola und die Übertragungsweisen und Symptome bewusst seien. Nachdem ich beides bejahe, darf ich weiter zur Immigrationsstelle und erhalte mein Tagesvisum für das Land.

Ich laufe weiter der Strasse entlang, bis eine Abzweigung zum Royal Livingstone Hotel angezeigt ist. Dieses ist ein Hotel der gehobenen Klasse direkt am Sambesi gelegen. Hier warte ich noch eine halbe Stunde gemütlich am Fluss, bevor ich mit fünf anderen auf die Reise gehe...

Mit einem kleinen Boot fahren wir durch den Sambesi, immer näher an die Oberkante der Fälle heran. Unser Ziel ist Livingstone Island, eine kleine Insel direkt an der Wasserkante. Hier bewegen wir uns immer näher an die Klippe und haben tolle Ausblicke in die Tiefe. Und dann geht's richtig los. Das heisst, dass wir uns einzeln nacheinander in den Sambesi legen und uns weiter nach vorn robben, bis - ja bis der Kopf über der Kante ist und ich direkt im Sambesi liegend in die Tiefe und die Gischt sehen kann... Das Adrenalin hilft, dass die positive Aufregung den Schock dieses Moments überwiegen lässt ;-) Dieses Erlebnis und die Aussicht sind im wahresten Sinne des Wortes atemberaubend... Glücklich, aber auch ziemlich erschöpft erhalten wir dann auf der Insel ein formidables Frühstück mit warmen Scones und edel aufgemachten Bacon and Eggs. Genau das richtige in diesem Moment :-)

Im Anschluss gehe ich etwas flussaufwärts, wo direkt am Ufer gelegen nette Restaurants und Bars zu finden sind. Da entspanne ich, geniesse die tolle Aussicht und Atmosphäre und lasse es mir gut gehen. Danach möchte ich in den Nationalpark mit der Aussicht auf die Fälle. Wiederum eröffnen sich spektakuläre Blicke auf dieses Naturweltwunder. Zudem ist auf dieser Seite der Abstieg zu einem "Pool" möglich, in welchen das Wasser in Richtung Schlucht fliesst. Der Abstieg ist ziemlich steil und ich bin nicht allein. Zum einen sind einige einheimische Jugendliche ebenfalls auf dem Abstieg, zum anderen sind eine Vielzahl von Pavianen in der Nähe. Diese lassen auf einmal ein Mädchen laut schreien - ein stattliches Pavianmännchen versucht mit aller Gewalt, die Handtasche zu stibitzen... Die Jugendlichen schlagen nach einigen Minuten gemeinsam den Angreifer in die Flucht und die Tasche ist gerettet :-) Wenn auch ein Teil des Inhaltes zuerst wieder zusammengesucht werden muss...

Der Abstieg erfolgt in üppigstem Grün. Es handelt sich durch das viele Wasser, das von der Gischt der Fälle angeweht wird, um einen kleinen Regenwald. Die nassen Blätter glitzern im Sonnenlicht und ich geniesse die tolle Aussicht. Unten angekommen erfrische ich mich im kühlen Wasser und dann mache ich mich an den steilen Aufstieg in der Hitze. Zum Glück hat's oben einen Kiosk, der gekühltes Wasser verkauft ;-)

Nun bin ich geschafft und mache mich zurück auf den Weg nach ZIM. Auf dem Weg zurück ins Hostel sehe ich noch einen Wegweiser, der auf einen Aussichtspunkt für die Schlucht hinweist. Diesen will ich mir nicht entgehen lassen. Und so stehe ich nur kurze Zeit später hoch über der Schlucht, welche sich der Sambesi nach den Fällen in den Stein gefressen hat. Sehr imposant!

Jetzt aber ab ins Hostel, unter die Dusche und in den Apero. Im Anschluss finde ich ein schönes Restaurant mit leckerem Essen und einheimischer Live-Musik. Dies wird gut vorgetragen, hat aber etwas sehr folklorehaftes. Halt wie die Jodler in Zermatt ;-) Aber - der Ort hat Wifi und so schreibe ich gerade diese Zeilen...

Sonntag, 24. August 2014

Victoria Falls

Frühmorgens sage ich Joburg Bye Bye und mache mich auf den Weg zu den Victoria Falls in Zimbabwe. Da vor Ort kein Mensch meine Fluggesellschafft kennt, ist mir etwas mulmig zumute, insbesondere, als dass am Flughafen diese Gesellschaft auch nicht auf den Monitoren erscheint... Und zu meiner angegebenen Zeit ist auch kein Flug gelistet... Aber immerhin einige Minuten früher und so mache ich mich auf den Weg zum Schalter... Und es ist tatsächlich mein Flug :-) Und wie ich später feststellen werde, ist das Flugzeug fast leer, so dass mein optimiertes Packen wohl gar nicht nötig gewesen wäre, aber halb so wild. Ich mache mich auf den Weg zum Flugzeug und weiss, dass ich mich erst in Cape Town wieder um einen Transport und um Gepäckgewicht und ähnliches kümmern muss. Ist auch mal schön ;-)

Wir fliegen in tiefer Höhe über den ganzen Gauteng - die "Goldprovinz", von welcher JoBurgdie Hauptstadt ist, die aber auch die Hauptstadt Pretoria und Soweto umfasst und somit auch knapp 10 Millionen Einwohner kommt, mehr als die Schweiz... Aus der Luft wird deutlich erkennbar, dass die Stadt neben dem CBD vor allem aus unendlichen Vororten besteht und somit auch in den USA oder in Australien liegen könnte. Der einzige Unterschied liegt darin, dass es immer wieder sehr sehr kleinteilige Parzellen hat... Slums! Der ursprüngliche Grund, dass genau diese Region mitten auf der Hochebene so gross geworden ist, sind die Bodenschätze, erst Diamanten und dann Gold. Und auch heute noch ist der Bergbau die wohl dominierende Industrie des Landes.

Der Flug geht weiter über weite, braun-gelbliche Ebenen. Und auf einmal erscheint mitten aus dem Nichts ein kleiner Nebel am Horizont - die Gischt der Victoria Falls. Die Aufregung steigt bereits in der Luft, ich freue mich darauf, dieses Naturwunder zu entdecken!

Doch erst erfolgt die Landung und der Transfer ins Städtchen Victoria Falls. Dieses ist trotzdem grösser als ich erwartet hatte und zeigt all die Möglichkeiten auf, die an den Fällen geboten werden: Helikopterflüge, Bungee, Abseiling, Rafting, Cruises, etc. etc. Ich habe das Gefühl, in einem grossen Outdoor-Adventure-Park zu sein. Aber ich will - zu den Fällen!

Mein Hostel liegt gut, so dass ich den Weg zu Fuss wagen kann, und so finde ich mich einige Minuten später am Eingang zum VicFalls-Nationalpark. Ich zahle meine 30 Dollar - in Zimbabwe ist der US-Dollar die einzig offizielle Währung aufgrund einer Hyperinflation vor ein paar Jahren. Für einen Dollar kaufe ich mir auf der Strasse auch noch eine 10-Millionen-Note aus eben dieser Zeit...

Und dann höre ich die Fälle... ein gewaltiges Rauschen wird hörbar und dann endlich, sehe ich auf die VicFalls: WOW!!!

Diese scheinen unbeschreiblich mächtig und stürzen in einer gigantischen Breite unter grosser Wucht in die Tiefe. Der Weg entlang den Fällen ist knapp zwei Kilometer lang und während dieser ganzen Länge stürzen mächtige Wassermassen einige hundert Meter in die Tiefe. Ich bin tief beeindruckt und bleibe immer wieder längere Zeit sitzen, um die Szenerie auf mich wirken zu lassen. Die Gischt beschert immer wieder Regenbogen - und eine willkommene Abkühlung. Nach dem kühlen JoBurg herrschen hier wieder Temperaturen von knapp 30 Grad. Der Sommer soll hier so schnell noch nicht vorbei sein! Aus einem Grund habe ich ja den halben Erdball hinter mir gelassen... Immer wieder geniesse ich diesen majestätischen Anblick, bevor irgendwann der Weg zu Ende geht - nicht aber die Fälle! Aber der restliche Zugang ist nur von zambischer Seite möglich. Dies ist mein Ziel für morgen!

Für heute mache ich mich auf den Weg zurück in meine Unterkunft und geniesse einen Drink auf der Terasse und schreibe meinen Blog. So lässt es sich durchaus gut leben ;-)

Samstag, 23. August 2014

Soweto

Der heutige Tag hatte es in sich...

Auf dem Programm stand Soweto, die South-Western-Township, einige Kilometer ausserhalb von Johannesburg. Diese Stadt hat heute drei bis vier Millionen Einwohner - je nach Quelle - und kaum eine Infrastruktur. Wenige Schulen, ein Schwimmbad, etc.

Gegründet wurde die Stadt als Teil der Apartheidspolitik Südafrikas. Es ging darum, die schwarze Bevölkerungsmehrheit nicht in der Stadt, aber doch genügend nah zu haben, damit sie als Arbeitskräfte gebraucht werden konnten... Etwas mehr zur Apartheid folgt weiter unten im Text.

Ich war unterwegs mit einem älteren chilenischen Herrn und einer Führerin - Mandy -, welche in Soweto aufgewachsen ist und heute noch da wohnt - und ganz viele Einwohner kennt, wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte. Daher konnten wir tatsächlich sehr vieles direkt besuchen, ohne Angst haben zu müssen, dass wir schräg angeschaut oder gar bedroht werden könnten. In einigen Quartieren hat ein überschaubarer Wohlstand Einzug gehalten mit Wohnhäusern der Mittelklasse. Mauern und Zäune gibt es dabei auch, aber weniger als in anderen Stadtteilen Johannesburgs. Gemäss Mandy seien Zäune kein Teil der Kultur Sowetos, aber leider würden sich diese Tendenzen doch auch hier immer etwas häufiger finden.

Wir gelangen an einen grossen Markt, welcher auf dem Freedom Square stattfindet. Hier wurde in den 1970er Jahren die Vision für ein freies Südafrika zu Papier gebracht. Dieses bildete 1994 auch die Basis des Regierungsprogrammes des dannzumal siegreichen ANC, welcher aber damals im - teilweise militanten - Widerstand war. Wir kaufen auch Bananen und Orangen für das Quartier, welches wir als nächstes besuchen würden. Dabei handelt es sich um eines der ärmsten des ganzen Landes.

Und die Armut ist hier tatsächlich sicht- und fühlbar. Wir treffen eine 20jährige mit ihrer dreijährigen Tochter. Sie führt uns durch die Gassen und auch zu ihrem Zuhause. Dieses besteht aus zwei kleinen Zimmern, die 9 Personen als Heim dienen. Es zieht und offensichtlich ist die Behausung auch nicht wasserdicht, wenn es regnet.

In den Gassen stapelt sich der Abfall, ein einziger Hahn dient als Wasserstelle für das ganze Quartier und Strom gibt es nicht mehr, seit die illegale Leitung abgebaut wurde. Der Radio läuft mittels einer Autobatterie, die immer wieder aufgeladen wird. Und gekocht wird auf einem kleinen Herd mittels Holz.

Die Kinder sind ganz aus dem Häuschen ob des Besuches und alle wollen unsere Haut berühren. Mandy holt die mitgebrachten Früchte aus dem Auto und die Kinder stürzen sich freudig drauf. Einem Mädchen helfe ich bei der Banane, da es nicht wusste, dass man diese erst schälen soll. Ich fühle mich ziemlich ohnmächtig in der Szene. Es ist ein bleibendes, aber heftiges Erlebnis.

Im Anschluss fahren wir noch zu Orten des Widerstands gegen das Apartheidsregime und sehen weitere Quartiere unterschiedlichsten Wohlstandes.

Nach Abschluss der Tour lasse ich mich beim Apartheidsmuseum ausladen. Es handelt sich dabei um ein neu und aufwändig gemachtes Museum, welches die Geschichte und Folgen sowie die Überwindung der Apartheid thematisiert.

Es ist heftig, wie radikal und mit welcher Verachtung das damalige Regime diese Politik durchgesetzt hat. Alle Menschen wurden in eine von vier Kategorien eingeteilt: White, Coloured, Asian, Black. Die Rechte der Menschen waren abhängig von dieser Einteilung. Die Städte sollten den Weissen vorbehalten sein und viele Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben in die sogenannten Townships - zum Beispiel eben nach Soweto. Solche Townships gab es aber im ganzen Land, immer im Bestreben, die Städte "rein" zu halten, die Arbeitskräfte, die aber vor allem in den Minen gebraucht wurden, in greifbarer Nähe zu halten.

Diese Politik wurde trotz Widerstand mit aller Härte durchgeführt. 1976 gab es erste Aufstände, die in den 1980er-Jahren immer heftiger werden sollten. Doch erst zu Beginn der 1990er-Jahre wurde Nelson Mandela als wichtigste Symbolfigur aus dem Gefängnis entlassen und wurden die Apartheidsgesetze abgeschafft. Unter anderem auch auf ausländischen Druck hin, vor allem aber weil sich die schwarze Bevölkerungsmehrheit nicht mehr länger unterdrücken lassen wollte. Mit verschiedenen, durchaus kreativen, Methoden drückten sie ihren zivilen Ungehorsam aus.

Diese beiden Besuche in Soweto und im Museum, die ja auch in direktem Zusammenhang stehen, waren ungemein eindrücklich und spannend. Aber sie liessen mich auch sehr bedrückt zurück. Denn auch wenn das Land mittlerweile zur freien Regenbogennation wurde, sind doch die Unterschiede und Abschottungsbestrebungen weiter greifbar, wenn man sich durch die Stadt bewegt.

Ich bin sehr gespannt, wie sich Cape Town anfühlen wird. Diese Stadt im selben Land, die aber von einer ganz anderen Stimmung geprägt sein soll. Aber diese Frage werde ich erst in etwas mehr als drei Wochen beantworten können. Zuerst geht es morgen zu den Victoria Falls und damit zurück in die Wärme. Dafür wohl etwas weg von der Infrastruktur, so dass es sich weisen wird, wie regelmässig ich die nächsten Posts verfassen kann. Doch möchte ich weiterhin täglich meine Erfahrungen notieren, allenfalls kommen dann halt einfach einige gesammelt aufs Netz.

Freitag, 22. August 2014

Essen bestellen - no hurries in Africa!

Noch ein kleiner Nachtrag. Ich bestelle hier etwas - und kurz darauf steht es auf dem Tisch! Dies war im letzten Monat nicht immer so... Nach der Bestellung konnte es auch gut eine Stunde oder länger dauern, bis das Essen kam. Und ein alter Spruch von Zuhause bekam eine ganz andere Wertigkeit...

Müssen die den Fisch erst noch fangen? Die Frage, die immer wieder aufgeworfen wird, wenn's etwas länger dauert, ist hier teilweise mit JA zu beantworten. Naja, vielleicht nicht grad fangen, aber doch einkaufen. Oftmals wird erst nach der Bestellung gekauft, was gewünscht wird. Und das dauert dann halt etwas. Dies aber aus dem Grund, dass oft das Kapital für ein eigenes Lager nicht vorhanden ist. Und so fallen sicherlich auch keine unproduktiven Abfälle an, da nur gekauft wird, was auch gegessen wird ;-)

Johannesburg

Und tschüss Tanzania... ein ereignis- und erlebnisreicher Monat in diesem tollen Land endet frühmorgens auf dem Flughafen von Dar es Salaam. Kaum zu glauben, wie klein dieser Flughafen einer Mehrmillionenstadt ist. Doch heute sind nur 5 internationale Flüge gelistet, was auch auf die Vernetzung rückschliessen lässt.

Und schon bin ich in der Luft - und höre vom Piloten, dass zur Zeit in Johannesburg 5 Grad sind... naja, 20 Grad kälter als in der Nacht in Dar, brauche ich einen neuen Pulli? Aber tagsüber soll's erträglich werden ;-)

Bereits am Flughafen erwartet mich eine andere Welt. Es herrscht hektische Betriebsamkeit und so bim ich fürs erste froh, in Richtung Backpacker zu entschwinden. Mein Programm hier ist zweigeteilt: zum einen die Infrastruktur nutzen und waschen und einkaufen, zum andern aber auch die grössze Stadt des Landes zu erkunden - die gerade zur unfreundlichsten der Welt gekürt wurde...

Bereits unterwegs sehe ich: wenn Tanzania das Land der Gates war, dann ist JoBurg die Stadt der Mauern, Sicherheitsdrähte, Kameras und Sicherheitsfirmen... alle etwas besseren Häuser verschanzen sich hinter hohen Mauern mit elektronischen Sicherheitssystemen. Kein netter Anblick! Dafür sind die Strassen gut...

Ich muss noch ein paar Dinge ein- und nachkaufen und gehe daher in eine Mall. Was für ein Kulturschock nach einem Monat Tanzania!! Das Ding ist riiiiesig, da passt selbst das Glatt gefühlte 10mal hinein. Schon etwas anders als die letzten Wochen. Etwas überfordert, aber auch fasziniert schlendere ich durch das Zentrum. Und finde alles was ich brauche :-)

Und beginne mich genauer umzusehen. Weiss und Schwarz sind zu je 50 Prozent vertreten. Doch egal wo ich hinsehe, die Gruppen sind entweder - oder. Nie gemischt! Was mir doch einigermassen bezeichnend erscheint für das, was ich noch sehen werde.

JoBurg fühlt sich für mich nicht wie eine, sondern mehrere Städte nebeneinander an, die nicht viel miteinander zu tun haben (wollen).

Ich habe mir in den Kopf gesetzt, das Stadtzentrum zu erkunden, das einen schlechten Ruf geniest. Doch während der Arbeitszeit sollte es vertretbar sein. Und so wird mir Europäer bewusst, dass es ausserhalb unseres Kontinents Städte gibt, in welchen das Stadtzentrum nur mehr geographisch zwingend das Zentrum darstellt, die zentralen Orte können auch andernorts sein.

Das Zentrum ist nichts schönes, einige Hochhäuser, einige besser erhalten, einige heruntergekommen, dazwischen Läden aller Art in garagenähnlichen Gewölben und auch Strassenhändler aller Art. Ich lasse mich durch die Strassen treiben, bis ich am Hauptbahnhof ankomme. Von da geht's per Taxi weiter nach Melville - und damit wieder in eine andere Welt...

Der Ort ist wohlhabend, die Mauern sind noch höher als überall sonst... und mittendrin ist eine Strasse voller stylisher Restaurants und Bars. Was für ein Gegensatz! Aber durchaus gemütlich und so lasse ich meinen langen Tag (der Wecker ging um 3!) gemütlich ausklingen und geniesse die mir gut vertraute Szenerie. Nach dem Kultur- und Temperaturschock der letzten Stunden ist nun entspannen angesagt. Kann ja auch nicht schaden ;-)

Donnerstag, 21. August 2014

Dar es Salaam

Zum Abschluss finde ich mich nochmals in der grössten Stadt des Landes. Morgen früh werde ich in Richtung Johannesburg das Land verlassen. Doch zuvor möchte ich noch verschiedene Facetten von Dar es Salaam entdecken.

Da die Stadt weitläufig ist, wähle ich heute das Tuktuk zum Fortbewegungsmittel meiner Wahl, was immer wieder unterhaltsam ist. Wir fahren links und rechts an stehenden Wagen vorbei, hupen fleissig und nehmen abrupte Kehrtwenden, wenn es nötig scheint. Und wenn kein Durchkommen mehr ist - auf dem Trottoir hat es ja auch noch Platz... Richtig witzig wird's indes, als wir nicht mehr nur Passanten vom Trottoir hupen, sondern sogar bewaffnete Soldaten... Aber die springen nur zur Seite und grinsen uns an ;-)

Auch die Fahrt zurück am Abend wird lustig. Von meinem Hotel hat der gute Fahrer noch nie etwas gehört, also bringt er mich einfach zu einem, das ähnlich klingt... Mit Fragen verschiedenster Passanten und Wachleuten und mit Hilfe von Google Maps finden wir dann doch noch zurück. Und ich komme zu einer amüsanten Stadtrundfahrt bei Nacht ;-)

Unterwegs bin ich zum einen in der unmittelbaren Umgebung des Hotels. Da finden sich einfachste Behausungen direkt neben ummauerten und bewachten Hochhäusern. Die grossen Strassen sind asphaltiert, doch sobald man davon abbiegt findet man sich auf Sandstrassen unterschiedlichster Qualität wieder. Alle Strassen sind immer wieder mit Läden gesäumt, die gleich aussehen wie die in den Dörfern. Im Unterschied zu ländlicheren Gegenden sind jedoch fast alle vergittert, so dass nur eine kleine Durchreiche offenbleibt.

Zum anderen möchte ich die Halbinsel im Norden der Stadt entdecken, die als Zuhause der Oberschicht und der Expats gilt. So finden sich hier neben den ähnlichen Shops auch Supermärkte westlichen Zuschnitts. Mit Preisen, die z.T. sogar Coop und Migros zu Billiganbietern machen... Zudem sind einige Hotels der gehobenen Preisklasse und verschiedenste Hauptquartiere von NGO's hier zu finden. Doch auch in diesem Quartier findet sich überall Abfall an den Strassen, wenn auch in spürbar geringerem Masse als andernorts.

Die Hotels haben auch schöne Restaurants und Bars, von welchen ich in einer den Sonnenuntergang über der Bucht geniesse. In diesem Licht einige Häuser und Hochhäuser zu sehen zeigt, dass die richtige Beleuchtung und der Weitwinkel jede Stadt in einem schönen Licht erstrahlen lassen kann. Ich geniesse diesen Anblick und denke bereits mit etwas Wehmut daran, das Land bald zu verlassen. Ich freue mich aber auch bereits sehr auf all das, was mich noch erwarten wird :-)

Bagamoyo

Und tschüss Zanzibar...

Noch im Dunkeln mache ich mich auf den Weg zum Hafen und suche und finde meinen Platz zum warten, bevor es aufs Schiff geht. Im Unterschied zum Hinweg finden hier keine Kontrollen der Personen und Gepäckstücke statt, warum auch immer...

Als sich die Menge in Gang setzt, bewege ich mich mit, bekomme aber freundlich mitgeteilt, dass dies noch nicht mein Schiff sei... Die Ankündigungen auf Suaheli sind für mich reine Glückssache, aber die Tickets werden jeweils mehrfach kontrolliert, so dass ich mich später dann auf dem richtigen Boot finde.

Es ist mir noch etwas zu früh am Morgen, um mich in den Wind zu setzen, daher wähle ich diesmal die Variante drinnen. Zum Glück, den bereits nach wenigen Minuten setzt heftiger Regen ein, den ich lieber aus dem Fenster betrachte, als mich davon wecken zu lassen... Dazu herrscht ziemlicher Wellengang, der meiner Sitznachbarin ziemlich zusetzt. Zum Glück wurden Tüten ausgeteilt...

In Dar angekommen findet das übliche Spiel statt mit allen möglichen Dienstleistungen, doch ich habe bereits vorher reserviert und kann somit mit einem Lächeln alle Hilfsangebote ausschlagen. Ich will auch gar noch nicht in die Stadt - ich will nach Bagamoyo. Dieses heute eher verschlafene Kaff war der erste Hafen an Afrikas Ostküste und für eine Weile der Stützpunkt für die deutschen Kolonialherren. Vom Glanz vergangener Zeiten zeugen nur mehr einige zerfallene Gebäude, von welchen aber einige restauriert werden sollen.

Ich bewege mich durch die kleine Stadt und zum Hafen, um so auch einen Eindruck vom Leben an der Küste zu gewinnen. Bereits die Fahrt durch die endlos scheinenden Vororte von Dar es Salaam und durch grüne Felder war ein spannendes Erlebnis.

Bagamoyo böte viele Möglichkeiten für eine touristische Erschliessung, doch am Strand dominieren zerfallene Gebäude, nicht nur aus der Kolonialzeit. Doch ob eine solche Erschliessung grundsätzlich eine gute Idee ist, darüber bin ich mir ohnehin immer weniger im Klaren...

Trotz der grossen Distanz zum Norden finde ich viele ähnlicher Erscheinungsbilder in den Dörfern in dieser Region. Es sind dies auch Muster, die den Ausführungen anderer Reisenden zu Folge, im ganzen Land und auch in den benachbarten Ländern durchaus typisch sind. Und auch der Fahrstil auf den Strassen unterscheidet sich nicht von anderen Regionen des Landes... Naja, ich komme sicher zurück in die grosse Stadt, welche meine letzte Station in Tanzania sein wird.

Dienstag, 19. August 2014

Nungwi Beach

Mein letzter Tag auf Zanzibar... Daher will ich noch die Gegend, Dörfer und Strände im Norden der Insel erkunden. Nungwi liegt an der nördlichsten Spitze und ist berühmt für seine Strände und touristischen Einrichtungen. Ich bin gespannt.

Ich erkunde zuerst das relativ grosse Dorf, das nicht direkt am Strand liegt und wiederum mit der touristischen Welt so gar nichts gemein hat. Und dann komme ich unvermittelt an den Strand und sehe da... Kühe liegen! Viele Männer sitzen herum, die Kühe liegen oder fressen und viele sind mit den Dhows, den traditionellen Schiffen beschäftigt, welche sie bauen oder in Stand stellen. Und dahinter liegt der Strand. Weisser Sand und Wasser in allen Türkis- und Blautönen. Wie von einer anderen Welt. Ich schlendere allein dem Strand entlang, beobachtet von einigen einheimischen Kindern und unter dem einen oder anderen Blick der Schiffsbauer.

Doch hat dieser Blick auch etwas von Potemkin. Denn sobald man nur einen Schritt vom Strand wegkommt, wo die Wellen den Unrat nicht mehr automatisch mitnehmen, findet man sich inmitten von Plastik- und Abfallbergen wieder. Dies ist im wahrsten Sinne des Wortes die Kehrseite all dieser Postkartenbilder...

Ich laufe immer weiter dem Strand entlang, mache ab und an Rast in einer Bar entlang des Strandes und entdecke so auch immer mehr die beschriebene touristische Infrastruktur. Es hat eine Vielzahl von Hotels, Restaurants und Bars, die um Gäste werben. Auch viele Parties für den Abend suchen nach Kunden, doch um diese Tageszeit hat es nicht allzu viele Besucher. Fast alle bleiben in ihren Hotelanlagen drin und auch diese scheinen nicht übermässig gefüllt.

Ich suche mir eine nette Bar und bleibe da ein paar Stunden sitzen, lese etwas und schaue einfach immer wieder aufs Meer. Dieses Bild wird mir immer in Erinnerung bleiben, es ist einfach nur schön. Für einmal will ich mich auch gar nicht umsehen, um die andere Seite zu sehen.

Für die Rückfahrt finde ich noch eine neue Option. Es gibt Kleinbusse, welche die Touristen vom Flughafen oder Stone Town in die Hotels fahren. Und anstatt leer zurück zu fahren, dienen diese dann auch als eine Art Sammeltaxi. Und nutze ich - zusammen mit vielen Einheimischen - dieses für meine Rückfahrt.

Nun ist wieder einmal packen angesagt, bevor ich mich für einen letzten Abend am Strand aufmache. Ich möchte noch ein letztes Mal durch die engen Gassen schlendern und beim Apero den Sonnenuntergang geniessen :-)

Spice Tour

Zanzibar als Insel der Gewürze! Die sogenannte Spice Tour ist die, welche in allen "Reisebüros" für wenig Geld beworben wird und die auch tatsächlich immer geht, unabhängig davon, wie viele Personen in der eigenen Gruppe grad sind.

So bin ich denn gespannt darauf, wer sich mit mir zusammen auf den Weg auf die Gewürzfelder machen wird. Die Gruppe ist bunt gemischt, was interessante Gespräche mit sich bringen wird.

Die Tour als solche führt zuerst auf Plantagen, auf welchen die Gewürze angepflanzt werden und ein Guide erläutert uns die Besonderheiten der einzelnen Pflanzen und wir können alles mögliche ergreifen oder erschmecken. So weit, so gut... Doch leider werden wir von verschiedenen weiteren Personen begleitet, die jeweils eine kleine Darbietung erbringen in der Hoffnung auf ein Trinkgeld. Da wäre es mir doch lieber gewesen, etwas mehr für die Tour zu bezahlen, dafür aber auf solche Einlagen verzichten zu können. Fast alle in der Gruppe fühlen ähnlich, so dass die Euphorie bei den Zuschauern eng überschaubar bleibt. Und natürlich gibt es auch verschiedenste Möglichkeiten, von den Gewürzen zu kaufen, was ich dann aber wieder viel besser fand.

Das Mittagessen war lecker und selbst gekocht und wir nahmen dies auf dem Boden sitzend unter einem Strohdach ein. Dabei kam ich ins Gespräch mit vier deutschen Studentinnen, die zu Hause soziale Arbeit studieren und für einige Wochen als Austauschstudentinnen im Süden von Tanzania lebten. Dies ergab spannende Vergleiche zwischen ihren und meinen Erlebnissen. Doch bei der grossen Frage, wie denn von all dem Geld, welches die Touristen dem Land bringen, etwas mehr bei der bereisten Bevölkerung bleiben könnte, wussten wir leider die bahnbrechende Antwort auch nicht...

Nach dem Mittagessen ging's noch zu den sogenannten Slave Caves. Zanzibar war ein wichtiges Zentrum des Sklavenhandels und nach dem Verbot dessen durch die Engländer betrieben die Araber den Handel noch weiter, jedoch im Verborgenen. Dazu dienten unter anderem diese zwei grossen Korallen- und Kalkhöhlen, welche als gut zu bewachendes und unsichtbares Gefängnis für die Sklaven vor ihrem Abtransport dienten. Ein Schauer schleicht über dem Rücken beim betreten dieser düsteren und feuchten Höhle.

Umso schöner wird die Aussicht nur ein paar Meter dahinter, wo noch ein gut einstündiger Aufenthalt am Strand folgt. Etwas sonnen und baden ist hier nie eine falsche Option ;-)

Auf dem Rückweg entscheiden sich eine Kanadierin und ich noch spontan, dass wir die Ruinen einer alten Villa des früheren Sultans betrachten möchten und so lassen wir uns vorzeitig ausladen und entdecken - unter kundiger Führung eines lokalen Guides, der zu unserer Überraschung nicht nur Geld kassieren wollte, sondern passabel Englisch sprach und eine grosse Ahnung hatte - die Ausmasse dieses alten, leider nicht mehr allzu gut erhaltenen, Palastes. Doch dieser Stopp, ohne Erwartungen angetreten, stellte sich als positiver Umweg heraus. Um zurück in die Stadt zu gelangen war dann wieder ein Dalla Dalla angesagt, doch diesmal dauerte die Strecke nur kurz, weshalb auch weniger Stopps dabei waren als auch schon ;-)

Der Abend brachte mich zurück an meine Strandbar mit Blick auf den Sonnenuntergang und die springenden Jungs. Und da trafen wir auch noch auf zwei Mädels, die bereits beim Tauchen dabei waren. Und so erkunden wir gemeinsam die Essensstände am Strand und finden verschiedene leckere Speisen :-)

Sonntag, 17. August 2014

mit dem Dalla Dalla nach Jambiani

Weisser Sand, Palmen und türkisblaues Wasser - so wurde mir Jambiani Beach im Reiseführer berschrieben... Da wollte ich hin!!

Um dahin zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten: ein Taxi oder das Dalla Dalla. Und so entschliesse ich mich für die Fahrt mit dem Dalla Dalla. Dieses ist für viele Einheimische die einzige Möglichkeit, von A nach B zu gelangen und so will ich dieses ebenfalls erleben.

Dalla Dallas auf Zanzibar unterscheiden sich in zwei Punkten von den Gefährten auf dem Festland: Sie sind hinten offen und sie transportieren auch Güter. Es ist eine Art gedeckter Lieferwagen, in welchem auf der Ladefläche längs Bänke montiert sind.

Die erste Herausforderung besteht darin, das richtige Wägelchen zu finden, was mir aber dank Nachfragen schnell gelingt. Und dann bleibt mir nur das Hoffen, dass dieses dann nicht noch lang lang herumsteht, bevor die Fahrt los geht, da keines bereits gefüllt ist.

Doch wir fahren erfreulich schnell und erfreulich leer los. So kann eine Dalla Dalla-Reise kein Problem sein :-) Doch zu früh gefreut! An einem Markt am Stadtrand halten wir zum ersten Mal. Und da wird nun einfach gewartet, bis alles mögliche an Ladung verstaut ist und sich die Ladefläche auch mit Passagieren füllt. Alles wird immer voller und es dauert. Und dauert... Die meisten sitzen stoisch da und warten, bis es dann irgendwann einmal weiter geht. Ich beobachte die Szenerie ein Weilchen und widme mich dann einem Buch - zur allgemeinen Verwunderung meiner Mitfahrenden...

Als die Ladefläche (mit Passagieren und etwas Ladung) und das Dach (Ladung) gut gefüllt sind, geht die Fahrt weiter - in Richtung Strand, denke ich naiverweise. Doch nach rund einer Minute folgt der nächste Halt, nach einer weiteren Minute der nächste Halt, und so geht es rund zehn bis fünfzehn Male weiter. Da werden noch ein Dutzend Säcke Zement, dort eine Bananenstaude, am nächsten Ort fünf Bündel Brennholz etc. aufgeladen. Zum Teil gehört die Ladung zu den Fahrgästen, zum Teil funktioniert das Dalla Dalla aber auch als Postweg. Zu meinen Füssen steht ein Eimer mit irgendwelchen ungekühlten Fleischteilen, zur grossen Freude der Fliegen ;-)

Zu- und Aussteigen ist überall auf der Strecke möglich, man meldet seine Wünsche einfach beim Begleiter, der ebenfalls auf der Ladefläche ist und das Geld kassiert, an oder winkt am Strassenrand. Und so füllen sich die bereits vollen Bänke immer mehr. Im Maximum zähle ich über 40 Personen im Wagen... Kinder werden einfach weitergegeben und setzen sich fremden auf den Schoss - doch keines muckst deswegen. Fremden wird hier wohl sehr schnell abgewöhnt...

Als wir dann den Stadtrand von Stone Town erreicht haben, nimmt die Zahl der Stopps langsam ab, doch richtig zügig voran kommen wir trotzdem nicht, da weitere Personen zu- und aussteigen möchten und früher oder später auch der grösste Teil der Ladung wieder entladen werden muss. Dies hat aber den Vorteil, dass wir nicht nur der Hauptstrasse entlang fahren, sondern kreuz und quer durch die Dörfer fahren, um z.B. die Zementsäcke auch genau am richtigen Ort abzuliefern.

Nach rund drei Stunden haben wir die knapp 40 Kilometer geschafft und ich befinde mich in Jambiani - und fast am Strand. Entgegen den Beteuerungen am Start hatte der Fahrer keine Ahnung, wo das Restaurant lag, wo ich hinwollte, und so schicken sie mich irgendwo vom Fahrzeug. Ich rufe dann da an und werde freundlicherweise abgeholt.

Diese Fahrt war ein echtes Erlebnis! Sie kann aber auch sinnbildlich für Zustände stehen, die für uns durchaus einen exotischen Charme haben, im täglichen Alltag aber anstrengend und ermüdend sein können. Für die Fahrt zurück wähle ich das Taxi und brauche für die selbe Strecke nur knapp eine Stunde. Aber da kein "Mittelweg" in Form eines Linienbusses besteht, bleibt für die lokale Bevölkerung nur das Dalla Dalla, da Taxis sehr teuer sind und ich für eine statt drei Stunden 60000 statt 4000 TSH bezahle.

Doch nun zu Jambiani Beach! Ich hatte in Dar es Salaam eine Adresse eines netten Restaurants am Strand erhalten und die erwähnten Berichte im Reiseführer gelesen - und werde nicht enttäuscht! Die Aussicht auf den Strand könnte aus einem Bilderbuch oder Prospekt stammen. Weisser Sand, Wasser, das in verschiedensten Blau- und Türkistönen schimmert, einige Schiffchen in der Sonne darauf schwimmend und die ganze Aussicht umgeben von Palmen... Was will ich mehr?!

Und so sitze ich den ganzen Nachmittag auf der Terasse und geniesse diesen Blick. Die Szenerie um mich herum könnte fast aus einer Auswanderungssendung stammen. Es handelt sich um eine kleine deutsche Oase am tropischen Strand. Aber perfekt, um etwas zu lesen und die Seele baumeln zu lassen ;-)

Bei der Fahrt durch die Insel und auch durch das Dörfchen Jambiani kommt immer wieder die Frage auf, was der Tourismus der lokalen Bevölkerung bringe. Die Infrastruktur ist nur gering ausgebaut und Armut weit verbreitet, obschon viele Touristen ihren Weg hierhin finden und auch einiges Geld auf der Insel bleibt. Doch die Frage bleibt offen und ich bin ja auch nicht der erste, der die Frage stellt...

Im Unterschied zu Stone Town, das eine richtige Stadt mit einem deutlich definierten Stadtkern ist, ist Jambiani in erster Linie ein langer Strandabschnitt. Am Strand finden sich der Reihe nach Guesthouses mit Bungalows u.ä. und auf der Rückseite ist eine Sandpiste mit einigen Häuschen. Daher bleiben die Touristen auch grösstenteils in den jeweiligen Hotels oder machen dann direkt eine Tour nach Stone Town, da im "Dorf" gar nicht viel zu tun und lassen ist.

Nach diesem Ausflug kehre ich zurück in mein Hotel und lasse den Tag auf der Terrasse mit Strandblick ausklingen. Die Idee einer Tour in den Norden, die ich gerne machen möchte, ist gar nicht so einfach umzusetzen, da es zwar viele viele Tour Operators hat, aber die fragen alle immer danach, wie viele Personen ich denn sei, denn all diese Touren existieren nicht fix, sondern werden einfach extra zusammengestellt. Und so lasse ich es vorerst bleiben, da ich keine private Tour für viel Geld, sondern einfach noch einen anderen Teil der Insel entecken möchte. Aber ich versuche es dann nochmals, irgendwas wird mir schon noch einfallen ;-)

Samstag, 16. August 2014

Snorkeling :-)

Quasi eine Safari unter - oder im - Wasser :-)

Vor viiiiiielen Jahren habe ich einmal einen Tauchkurs besucht und bin auch stolzer Besitzer des Open Water-Brevets. Doch das war mir doch etwas zu weit weg, um mich auf einen Tauchgang zu wagen. Doch da der Küste vorgelagert ein Riff zu finden ist, machte ich mich drum auf, einen Tag zu schnorcheln. Wir waren eine bunt gemischte Truppe auf dem Boot, so dass es ein fröhliches Plaudern war auf dem Weg zum Riff. Die Schiffsfahrt war bereits ein Erlebnis, das Wasser schimmerte in allen möglichen Blau- und Grüntönen und die Sonne tat ihr übriges, das ganze in ein tolles Licht zu zaubern.

Wir hielten an zwei Stellen und während einige tauchen gingen, war für mich mit einem Guide dann eben Schnorcheln unter kundiger Führung angesagt. Immer wieder wurde ich auf besondere Fische oder Korallen aufmerksam gemacht, was sehr spannend war.

Mittagessen gabs dazwischen auf dem Boot und die Stimmung war sehr friedlich. Die Rückfahrt auf unserem "Piratenschiff" schaukelte dann immer mehr und immer öfters wurden wir auch von der Gischt nassgespritzt, aber doch war es ein eindrückliches Erlebnis, so zurück nach Stone Town zu schippern.

Dieser Tag auf dem Wasser war einfach schön, ich fühlte mich so fernab von allem und habe die Ruhe und die Elemente sehr genossen. Und bei Sonne und 26 Grad und absolut klarem Wasser war dies umso besser möglich.

Zurück an Land war dann aber zuerst eine Dusche angesagt, und nachher ging ich nochmals etwas die Gassen erkunden, um im Anschluss in der selben Bar wie gestern den Sonnenuntergang und die Akrobatikleistungen zu geniessen. Am Tisch neben wir sassen einige Deutsche, von welchen einer Geograph ist und seit zwei Jahren in Sansibar an einem Entwicklungsprojekt mitarbeitet. So kam ich zu spannenden Infos aus erster Hand :-)

Den Abend beschloss ich dann bei lokaler Musik auf der Terasse meines Hotels und mit einigen weiteren Plauderrunden. So wurden mir mal wieder die Vor- und Nachteile des Reisens alleine deutlich vor Augen geführt: Es gibt immer wieder Momente, in welchen ich mich alleine und auch einsam fühle, und immer wieder Momente, in welchen ich dadurch in Kontakt mit ganz spannenden Menschen komme. Dies war bereits so zu erwarten und doch sind diese Momente - sowohl auf die eine, als auch auf die andere Art - immer wieder sehr intensiv.

Morgen soll's zum Strand gehen... ;-) Ich bin gespannt, wie ich dahin kommen werde, freue mich aber sehr drauf.

Freitag, 15. August 2014

Zanzibar...

Ein Name wie ein Geheimnis oder eine Verheissung... Und tatsächlich birgt Stone Town, die Altstadt von Zanzibar Stadt, so einige Geheimnisse ;-)

Der Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück auf meiner geliebten Terrasse mit Meeresblick. Im Anschluss mache ich mich auf, um Stone Town zu erkunden. Es handelt sich dabei um eine sehr eng gebaute Altstadt mit einem Wirrwarr an kleinen Gässchen, herrlich, um sich zu verlaufen... Aber genau dies ist auch ein grosser Teil des Spasses hier ;-) Ich laufe durch unzähliche Gassen mit kleinen Läden, die in erster Linie lokales Kunsthandwerk und Kleider verkaufen. Keine Ahnung, wer all das kaufen soll, obschon es zum Teil originelle und tolle Sachen sind.

Gerne würde ich an einem der nächsten Tage eine Tour machen, doch bei den vielen "Jambos", die mir alle genau ihre, die einzig wahre, Tour anbieten möchten, werde ich grad etwas müde... Daher entschliesse ich mich, andere Touristen anzuquatschen, die vielleicht bereits einen guten Ausflug mitgemacht habe. So treffe ich unter anderem auf zwei Praktikantinnen der ZHAW in Winterthur, die hier ein vierwöchiges Praktikum in einer Musikschule absolvieren. So kriege ich eine kurze Stadtführung und einige Tipps, was sehr spannend ist. Anschliessend beginnt ihr Arbeitstag und verliere mich ein weiteres mal in dem Gewirr, mit dem Ziel, ein Restaurant zu finden, welches mir die beiden empfohlen haben. Und, tatsächlich finde ich dieses sogar und esse ein leckeres tansanisches Zmittag.

Im Anschluss steht mir der Kopf nach etwas Ruhe und so finde ich mir eine Bar direkt am Meer und lese da eine Stunde. Nachher geht's auf den Weg zurück ins Hotel, aber natürlich nicht ohne mich nochmals ins Labyrinth zu stürzen.

Den Apero gönne ich mir direkt am Strand in einer netten Bar. Die Sonne geht langsam unter und taucht die ganze Szenerie in ein magisches Licht. Ich kann mich gar nicht sattsehen :-) Und dann tritt neben mir die Jugend in Aktion und nutzt einen Lastwagenreifen als Sprungbrett, um akrobatische Leistungen zu vollbringen. Doppelte Salti, gestreckte Überschläge und so weiter... Ich bin beeindruckt! Weltklassesportleistungen werden aktuell nicht nur in Zürich vollbracht ;-)

Ich bleibe weiter sitzen und auf einmal beginnt eine neue Show. Im Dunkeln landet ein Schiff der Armee am Strand - und fotografieren ist streng verboten! Ich frage mich - und die anderen Touris - kurz, ob ich mich erschrecken soll, entscheide mich dann aber, das ganze mit einem Schmunzeln zur Kenntnis zu nehmen. Ohnehin widme ich mich lieber der Live-Musik, die mittlerweile begonnen hat und so sitze ich weiter bei einem Glas Wein am Strand und geniesse den lauen Sommerabend.

So endet denn ein zur Abwechslung mal wieder eher ruhiger und erholsamer Tag, der aber nichtsdestotrotz wiederum viele neue Eindrücke gebracht hat :-)

Donnerstag, 14. August 2014

Dar es Salaam - Zanzibar

Zwei Welten - getrennt durch eine Meerenge, und somit für mich durch eine zweistündige Fahrt mit dem Schiff...

Der Morgen beginnt mit einem Frühstück im Garten mit interessanter Gesellschaft. Ich unterhalte mich mit einer kanadischen Hebamme, die in einem tansanisch-kanadischen Partnerschaftsprojekt engagiert ist.

Im Anschluss mache ich daran, das ökonomische - und auch politische - Zentrum des Landes zu erkunden. Die formelle Hauptstadt ist zwar Dodoma, doch werden hier die wichtigen Entscheidungen gefällt.

Dar es Salaam scheint eine Stadt ohne jegliche Touristen zu sein. Dementsprechend viele interessierte Blicke treffen mich und jeder, der irgendwie etwas verkaufen möchte, sieht auf meiner Stirn Dollar-Zeichen... Das Spiel läuft immer gleich ab: Jambo! How are you? Where are you from? Und dann etwas blabla und dann by the way, I am an artist! And... Doch mittlerweile antworte ich auf das Jambo nur noch, dass ich das Spiel schon genügend oft mitgespielt habe ;-)

Ich laufe der geschäftigsten Strasse entlang mit einer Vielzahl von Läden, fliegenden Händlern etc. Es gibt auch einige wenige Hochhäuser und Bürogebäude - dies im Gegensatz zu Arusha - dafür scheinen mir die Menschen gehetzter zu sein. Die Stadt erscheint mir rauher als Arusha. Dann gehe ich zum Hafen, an welchem einige Fischer ihre Netze flicken, einige Tische und Essensstände stehen, doch die ganze Strasse entlang des Hafens ist herzlich wenig genutzt und in Wert gesetzt. Im Gegenteil, der Bereich ist eingehagt und vollgepappt mit Abfällen.

Ich folge der Strasse immer weiter, bis ich an den Fischmarkt gelange... Wow, welche Herausforderung für alle Sinne! Fische werden verkauft, geschuppt, gebraten, geräuchert etc. etc. Dementsprechend sind die Düfte. Daneben wird wild gehandelt, angepriesen, gekauft, weiterverarbeitet und auch gegessen. Der Blick aufs Wasser zeigt eine Vielzahl von Fischerbooten und Fischern, die an ihren Netzen arbeiten. Und am Rand des Fischmarktes geht es nahtlos weiter in einen informellen Markt am Strand, an welchem Kleider und vieles weitere angeboten werden.

Ich suche wiederum einen netten Platz, um die Eindrücke etwas wirken zu lassen und die Szenerie zu beobachten, doch hier ist nicht einmal ein Restaurant mit Plastikstühlen einfach zu finden. Auch im Anschluss, als ich mich in den Nachbarquartieren umsehe, finde ich nichts dergleichen. Nun ja, so laufe ich noch etwas weiter und versuche weiter, möglichst viele Sinne aktiv zu lassen.

Am Nachmittag mache ich mich auf den Weg zum Katamaran, der mich nach Zanzibar bringen soll. Viele viele Menschen stehen nervös am Terminal und warten entweder auf das Boarding oder auf eine Möglichkeit, etwas zu verdienen. Es erfolgt eine Passkontrolle und ein Sicherheitscheck wie auf dem Flughafen, wenn auch nicht ganz so ernst genommen...

Und dann sitze ich auf dem Oberdeck an der frischen Luft und führe mir die Sicht auf die Stadt vom Schiff aus zu Gemüte. Und schliesslich geht's los. Das Schiff fährt durch den Hafen, am Fischmarkt und den Booten und auch an der luxuriöseren Halbinsel - die ich nächste Woche noch erkunden möchte - vorbei und nimmt Kurs auf die Insel Zanzibar.

Der Wind bläst sehr heftig, doch ich geniesse diese zwei Stunden im Wind, mit Wasser und Salz im Gesicht :-) Nach und nach kommt Land - und schliesslich Stone Town, die Hauptstadt von Zanzibar - in Sicht. Dicht gedrängt erscheinen Häuser am Ufer und so legen wir an. Da die Insel einen autonomen Status geniesst, erfolgt eine weitere Passkontrolle mit Eintrag.

Ich finde mich in einem sehr schön gelegenen und ausgestatteten Hotel wieder. Dieses scheint nicht besonders gut gebucht zu sein, weshalb es im Internet zu günstigen Preisen noch Zimmer verkaufte. So geniesse ich einen ersten Eindruck auf der Terasse mit Sicht auf den Hafen :-) und freue mich bereits aufs Frühstück, welches hier serviert werden wird.

Im Gegensatz zum Norden ist das Klima hier sommerlich, auch abends sind die Temperaturen noch gut über 20 Grad. So sitze ich gerade wieder auf der besagten Terasse und tippe diese Zeilen.

Doch zuvor war ich noch auf einer ersten Erkundungstour durch die Stadt. Diese hat deutlich orientalisches Flair und hier finde ich nun auch viele nette Ecken und Restaurants. Einige davon werde ich die nächsten Tage sicherlich besuchen und dabei etwas herunterfahren. Die letzten Tage waren sehr intensiv mit immer neuen Orten und Eindrücken. Hier möchte ich etwas entspannen und aber auch diese vielseitige Insel entdecken.

Ganz anders als in all den letzten Tagen ist, dass auf einmal viele Touristen durch die Gassen schlendern. Dies wusste ich wohl im Voraus, doch trotzdem wirkt es etwas verwirrend... Aber ich geniesse es, an diesem lauen Abend durch malerische Gassen zu ziehen und bin müde aber entspannt ;-)


Mittwoch, 13. August 2014

ein Tag im Bus...

früh früh klingelt der Wecker, da ich um 5.15 vom Taxi abgeholt werde, welches mich zum Busbahnhof bringt. Heute stehen gemäss Google 647 km Busfahrt auf dem Programm, für welche das selbe Programm 9 Stunden Fahrzeit errechnet...

Naiv wie ich bin, denke ich, dass es wohl etwas länger dauern wird, da der Bus ja eher langsamer fährt als ein Auto - Denkste!! Hauptsache hupen und dann überholen, denn - wie schon mehrfach erwähnt, der Stärkere gewinnt - nun sitze ich im Stärkeren ;-) Also dann einmal Vollgas und hoffen... Wie schnell wir fahren, weiss ich nicht, obschon ich grad hinter dem Fahrer sitze, aber die Nadel auf dem Tacho verharrt stur bei 0km/h.

Doch aufgrund der Strassenverhältnisse dauert die Fahrt dann doch etwas länger. Wir befinden uns auf einer der Hauptachsen des Landes, weshalb die Strabag diese auch neu in Stand setzt. Dies bedeutet, dass wir auf drei möglichen Strecken unterwegs sind: die neu gemachten, die in sehr gutem Zustand sind, holprige Sandpisten, da die Strasse grad neu gemacht wird, und die alten Strassen mit Spurrinnen, welche teilweise wohl über 20cm tief sind. Und da auch hier und im Regen fleissig überholt wird, bin ich dann schon sehr froh, als nach rund 10 Stunden dann endlich der Busbahnhof von Dar es Salaam sichtbar wird und wir aussteigen können.

Während dieser Zeit schaue ich interessiert aus dem Fenster und sehe saftig grüne und nur sehr spärlich besiedelte Gegenden und immer wieder bei Kreuzungen, Brücken etc. kleinere oder grössere Ortschaften. Das bereits beschriebene Muster bleibt dasselbe, im Grunde genommen ist sogar die Millionenstadt Dar so aufgebaut.

Daneben läuft am Fernseher eine tansanische Soap-Opera, die englich untertitelt ist. Durchaus auch eine spannende und unterhaltsame Methode, etwas über ein Land zu erfahren ;-)

Und wir durchfahren unzählige Polizeikontrollen... Nicht erst heute, sondern auf allen Strassen stehen untentwegt Polizisten auf der Suche nach... nun sind wir wieder beim berüchtigten K-Wort... Egal, mit wem ich mich unterhalte, es dauert meist nur wenige Minuten, bis die Rede auf die Korruption kommt und auf die Tatsache, dass diese (fast) jegliches wirtschaftliche Fortkommen behindere - sowohl im Grossen als auch im Kleinen.

Mit einem privaten Taxi lege ich die letzten Kilometer von der Busstation in die Stadt zurück durch den dichten Verkehr. Und wer bremst verliert - oder in diesem Falle mal nicht, da einer einfach nicht bremst und eine Delle in ein Dalla Dalla schubst, verfolge ich aus nächster Nähe eine ausufernde Diskussion... Das Ende kriege ich nicht mit, denn nach einigen Minuten legen wir den Rückwärts gang ein und suchen einen anderen Weg.

Der Weg ins Hotel führt noch über den Hafen, wo ich mir bereits ein Ticket für die Fähre nach Sansibar für morgen sichern kann :-)

Dienstag, 12. August 2014

Kilimanjar - wo?

Arusha wird vom Mount Meru überragt, Moshi vom Kilimanjaro. Diesen habe ich bereits von Kisimiri her gesehen, doch wollte ich diesem mystischen Berg heute möglichst nahe kommen. Daher hiess es am Morgen auf zum Busbahnhof, in der Hoffnung, einen guten Bus zu finden, der mich nach Moshi bringt. Auf dem Gelände angekommen, stehen bereits wieder Dutzende von "Helfern" bereit, die mich in die jeweiligen Busse empfehlen möchten. Ich finde einen, der bereits sehr voll ist, daher gehe ich davon aus, dass der nicht mehr allzu lange da stehen wird. Und siehe da, bereits nach wenigen Minuten setzt er sich tatsächlich in Bewegung :-) Ticket habe ich - noch - keines, aber das wird wohl schon in Ordnung sein. Der Bus ist gut gefüllt, aber nicht so voll wie andere Busse, die ich auch schon gesehen hatte. Doch auf dem Weg nach Moshi hielt er noch an verschiedenen Orten an, so dass er sich nach und nach so füllte, dass auch jeder kleinste Fleck im Gang noch besetzt war... Und dann klärte sich auf dem Weg auch die Frage nach dem Billett. Während der Fahrt kämpft sich einer durch den ganzen Bus und sammelt von allen die 3000 Shilling (knapp 2 Franken) ein, die die Fahrt kostet.

Auf der Fahrt halten wir an verschiedenen Orten an Busstationen. Diese sind nicht speziell gekennzeichnet, aber alle scheinen zu wissen, wo sie sich befinden. Da hat es jeweils auch gleich verschiedene Jungs auf Motorrädern, welche sich für den Weitertransport anbieten und einige fliegende Händler, die Getränke, Nüsse und Süssigkeiten anbieten.

Doch die grosse Show beginnt, als wir an der Endstation ankommen... Bereits bei der Einfahrt in den Busbahnhof hängen sich einige an die Türe und rennen die letzten Meter mit, um als erste die Fahrgäste "in Empfang" zu nehmen und ihnen ein Taxi, Hotel, etwas zu essen oder zu trinken, Zeitungen etc. anzupreisen. Ich bin beruhigt, als ich sehe, dass dies nicht nur mir, sondern allen passiert. Umgekehrt laufen verschiedenste Händler zwischen den wartenden Bussen herum und versuchen, den bereits im Bus sitzenden noch etwas zu verkaufen.

Die Stadt hat zwei Busstationen. Die eine für die grossen Busse, die anderen für die sogenannten Dalla-Dallas. Das sind Kleinbusse, die alle sehr aufwändig dekoriert sind und die verschiedenste kurze Strecken bedienen. Gefahren wird, wenn das Auto voll - und zwar so richtig voll - ist, und mir war es zu Beginn völlig unklar, wie das ganze organisiert ist. Mir wurde dann aber erklärt, dass die Wagen frei gestaltet werden können und auf eigene Rechnung fahren, dass aber jeweils eine Farbe in der Mitte des Wagens anzeigt, welche Linie gefahren wird und dass die Fahrpreise einheitlich fixiert sind. So findet eine gute Erschliessung aller Vororte statt, denn solche Dalla-Dallas hat es unzählige...

Nun bin ich also in Moshi angekommen und suche den grossen Berg - doch leider versteckt er sich in den Wolken... und er überlegt es sich auch den ganzen Tag nicht anders, so dass ich ihm wohl nahe bin, ihn aber den ganzen Tag nicht zu sehen bekomme. Jä nu, halb so wild. So schlendere ich durch Moshi und entdecke, dass sich vieles immer wieder wiederholt: Egal, ob es sich um ein kleines Dorf, ein grösseres Dorf, eine kleine oder eine grosse Stadt. Immer finden sich die bereits gestern beschriebenen verschiedensten Läden - halt einfach mehr oder weniger - und daneben noch ein paar Verpflegungsstände und dann je weilter weg von der grössten Strasse man kommt, desto weniger werden die Läden und desto mehr die Häuschen. Auf der Fahrt entlang der asphaltierten Strasse zeigte sich auch deutlich, dass die meisten grösseren Dörfer an Kreuzungen liegen. Daher sind diese Strassen die spürbaren Lebensachsen.

Während des spazierens durch die Stadt fallen mir weitere Eigenheiten auf. Zum einen die dauernde Beschallung. Fast aus jedem Laden dringt möglichst laute Musik auf die Strasse, so dass ein bunter Mix aus Musik zu hören ist. Und überall sind viele Menschen zu sehen - arbeitend, verkaufend, wartend, plaudernd, auf eine Chance wartend, ... Mittlerweile habe ich bei den Ständen auch den guten Blick drauf - so lange zu schauen, damit ich sehe, was da angeboten wird, aber doch kurz genug, dass ich nicht bereits Interesse signalisiere. Dies macht es etwas einfacher, mich einigermassen ungestört bewegen zu können. Was auf der Strasse zudem deutlich wird, ist, dass fast alle versuchen, möglichst gut angezogen zu sein, um die eigene Stellung deutlich zu machen.

Jedoch muss ich weiter gut auf den Verkehr aufpassen - an den Linksverkehr habe ich mich immer noch nicht so ganz gewöhnt. Und wie beschrieben gilt im Verkehr das Recht des Stärkeren, was bedeutet, dass die Fussgänger in der Nahrungskette ganz unten zu finden sind...

Die Suche nach einem gemütlichen Ort für den Boxenstopp gestaltet sich nicht ganz einfach. Lauschige Plätzchen sind hier kaum zu finden, dies ist wohl auch ein Zeichen von Wohlstand, dass so etwas nachgefragt wird. Es gibt wohl an allen Orten einige wenige exquisite Orte für die sehr Reichen oder die Touristen, aber durchschnittliche schöne Orte sind kaum zu finden. Aber so suche ich mir wieder einer dieser Plastikstühle, nippe an meiner Cola und bin zufrieden. Auch wenn englisch hier nur noch bedingt weiter hilft... Aber Coca-Cola ist glaub auf der ganzen Welt verständlich, insbesondere wenn ich auf einem Stuhl mit dem besagten Logo sitze ;-)

Auch diese Cola-Flaschen sind mal noch eine besondere Erwähnung wert. Es finden sich Flaschen aus den verschiedensten Jahrzehnten, die offensichtlich immer wieder recyclet werden. Da sind sie uns hier aber um einiges voraus! Alle Flaschen werden immer wieder eingesammelt und in grossen Harassen zurückgebracht. Einige Fläschchen würde ich am liebsten mitnehmen, die hätten sicher einen Sammlerwert bei uns.

Doch nicht nur dies, auch an den Ständen wird verschiedenstes angeboten, das grosses Hipster-Potenzial hätte bei uns...mit einer Marche von gefühlten 1000%! Ansonsten finden sich auch viele chinesische Produkte unter den Waren. Dies ist daran erkennbar, dass die Packungen mit chinesischen Schriftzeichen versehen sind. Auch bei Autos und Elektronikartikel sind oftmals chinesische und indische Marken vorzufinden.

Es ist auch ersichtlich, dass nur sehr wenig weggeworfen wird. Fast alles, was irgendwie noch Verwendung finden kann, wird aufgehoben und einem neuen Zweck zugeführt. Ebenfalls zeigt sich ein sehr grosser Respekt vor Lebensmitteln. Alles wird verarbeitet und kaum etwas weggeworfen. Dies finde ich sehr positiv, es ist dies der erste Ort an dem ich bin, wo ich dies so erlebe.

Und dann sind noch zwei Besonderheiten zu erwähnen, die mir immer wieder auffallen. Zum einen die schwer bewaffneten Sicherheitsmänner vor den Banken. Grimmig und mit Maschinengewehren im Anschlag stehen sie neben dem Eingang. Ich bin mir unschlüssig, ob dies ein Zeichen der Sicherheit oder der Unsicherheit ist, aber auf mich wirkt es wenig entspannt.

Das zweite sind: Manchester United, Liverpool, Arsenal, Chelsea! Allenfalls mal noch Manchester City oder ausnahmsweise Barcelona oder Bayern München. Aber die englische Premier League ist allgegenwärtig. Alle Bars zeigen die Matches und fast alle Jugendlichen tragen diese Jerseys. Wohl auch als Symbol für die Hoffnung auf ein Leben in Ruhm und Reichtum. Ähnliches suggeriert ein Musikvideo eines angesagten Hits: Dabei singt und tanzt ein schwarzer Sänger und gewinnt so - zum Unbehagen ihres Vaters - das Herz einer weissen Prinzessin. Das Video endet mit dem Happyend und der Hochzeit und alle sind glücklich...

Dabei sind Hochzeiten auf der Strasse hier ganz toll: Auf einem offenen Pickup fährt eine Band vorneweg und beschallt die ganze Strasse :-) Nachher folgen die geschmückten Autos mit dem Brautpaar und den Gästen. So was würde bei uns sicher auch Spass machen, auch wenn's die SUVA wohl nicht gutheissen würde...

Nun bin ich zurück im Hotel und mache mich wieder mal ans packen. Morgen steht eine neunstündige Fahrt nach Daressalaam auf dem Programm. Da lasse ich mich überraschen, wie es in der grössten Stadt zu und her geht und ob und wie ich es schaffe, ein Ticket für die Fähre nach Sansibar zu kaufen...

Montag, 11. August 2014

quirliges Arusha

Für einmal bleibe ich heute den ganzen Tag am selben Ort... in Arusha.

Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg in die quirlige Innenstadt von Arusha. Da finden sich unzählige kleinste Läden und fliegende Händler, die so ziemlich alles anbieten, was man sich nur vorstellen kann :-)

Neben unzähligen Kleiderläden - bei welchen oft vor dem Eingang grad genäht wird, und zwar auf wunderschönen, fast schon antiken Nähmaschinen mit Fussbetrieb - und Schuhgeschäften finden sich einige Lebensmittelläden und dann aber auch alles andere: elektronische Geräte, Kloschüsseln, Holz in jeder Grösse und Form, Pumpen und Generatoren, alles fürs Motorrad oder fürs Auto, sanitäre Anlagen in jeder Grösse und Form, etc. etc. etc. Und auch eine Vielzahl von Dienstleistungen werden angeboten, Beauty-Salons und Coiffeurgeschäfte, Internetanbieter und Fotokopierläden und auch da und so weiter und so fort. Besonders findige Anbieter erledigen die Pediküre grad an der Busstation. So kann die Wartezeit besondern effizient genutzt werden ;-)

Es herrscht ein sehr buntes Treiben, welches ins noch hektischer übergeht, wenn man den Markt mit den Lebensmitteln betritt. Oder die Busstation... Da werden Busse geladen und überladen und an jeder Ecke steht jemand bereit, der gerne helfen möchte - oder so... Von da möchte ich morgen gern einen Bus nach Moshi nehmen, bin gespannt, wie das klappen wird...

Nach all dem Trubel setze ich mich wiederum auf einen der Plastikstühle bei einem Restaurant und geniesse das Leben um mich herum. Nun werde ich - aber auch alle anderen, die da sitzen - von fliegenden Händlern aller Art angesprochen, die ihre Waren loswerden möchten. Dabei am meisten imponiert haben mich einige Verkäuferinnen, die Socken und Unterwäsche als riesige Türme auf ihren Köpfen transportieren. Gerne hätte ich gesehen, wie das kunstvoll aufgetürmte dann verkauft worden wäre, ohne dass das ganze Gebilde seinen inneren Zusammenhalt verloren hätte. Aber auch anderes wurde da direkt auf der Strasse angeboten oder verkauft. Neben mir sass einer auf einem umgebauten Fahrrad und schliff die Messer der Restaurants. Oder auf einmal war einer mit einem grossen Sack da und besprach mit dem Chef des Lokals, was denn davon gebraucht werden könnte. Ich musste kurz leer schlucken, als ich dann zuerst einzelne Ziegenbeine und schlussendlich verschiedene Köpfe in dem Jutesack sah...

Von alledem habe ich leider keine Fotos machen können. Ich hätte mich unwohl gefühlt, da Aufnahmen zu machen, und ohnehin wäre es schwierig, all diese Eindrücke auf Bilder zu bannen. Aber Motive hätte es definitiv mehr als genug gehabt...

Am Nachmittag traf ich mich dann noch mit einer Lehrerin, welche ich an einem Filmabend in einem Cafe kennenlernte. Dabei konnte ich weitere Facetten des Lebens in Tansania kennenlernen, was sehr spannend war. Unter anderem der Fakt, dass sie einfach mal für drei Wochen angestellt wurde und es sich im Anschluss zeigt, ob sie eine weitere Woche oder wenn alles sehr gut läuft für einen weiteren Monat angestellt werden würde. Solche Anstellungsverhältnisse machen natürlich jede mittel- oder langfristige Planung sehr schwierig.

So alles in allem war es daher wiederum ein sehr aufregender und interessanter Tag in der Stadt, der mich müde zurück in mein Hotel schlendern lässt, wo ich diese Zeilen schreibe und mich dann bald dem Kissen widmen werde :-)


Sonntag, 10. August 2014

Strassen-Impressionen

Der Tag beginnt immer noch im Tarangire NP. Ein letztes Mal habe ich die Möglichkeit, so vielen Tieren so unbeschreiblich nah zu sein :-) Diese Eindrücke werde ich sicher nie mehr vergessen!

Anschliessend nehmen wir den Weg zurück nach Arusha unter die Räder. Es handelt sich dabei um eine neu gebaute und gut asphaltierte Strasse, die teilweise neben der alten Strasse herführt. Der Verkehr nimmt, je näher wir in Richtung Arusha gelangen, mehr und mehr zu. Doch nicht die Menge an Autos ist das Problem, sondern viel mehr der Fahrstil der verschiedenen Fahrer... Es gilt das Recht des Frecheren und Stärkeren und das Motto "wer bremst, verliert". Zum Glück macht mein Fahrer bei diesem Spiel nicht mit und verliert des öfteren... Er ärgert sich selbst über das rücksichtslose Fahrverhalten der meisten Tansanier. Komme dazu, dass viele oft angetrunken oder gar betrunken sind und es daher sehr viele Unfälle gebe. Nach den Eindrücken, die ich während der beiden Stunden gewinnen kann, wundert mich dies kein bisschen. Ich bin jetzt schon gespannt auf die Busfahrt nach Dar es Salaam, die etwa neun Stunden dauern soll. Ich habe mir sicherheitshalber Tickets der besten und teuersten Busgesellschaft gekauft, die gemäss Einheimischen und verschiedenen Reiseführern einen sehr guten Ruf hat. Das ist's mir wert;-)

Die Fahrt führt ansonsten hauptsächlich durch eine grosse Leere. Es finden sich nur wenige kleine Dörfer und die Felder sind auch kaum bewirtschaftet. Wenn, dann am ehesten als Weide. Auf meine Frage, ob die Szenerie in der Regenzeit grüner ist, erhalte ich die Antwort "ja!", jedoch könne der Boden nur bedingt landwirtschaftlich genutzt werden, da er nicht sehr fruchtbar sei. Somit erübrigt sich meine Anschlussfrage...

In Arusha angekommen, ändert sich das Strassenbild schlagartig. Obschon es Sonntag ist und verschiedene Läden geschlossen sind, herrscht ein sehr lebendiges Treiben entlang den grösseren Strassen. Fast benommen, aber sehr fasziniert, schaue ich diesem Schauspiel zu. Es ist grad etwas sehr anders als die letzten Tage in den Nationalparks ;-)

Doch kaum im Hotel angekommen, stürze ich mich auch noch etwas in den Trubel :-) Ich laufe kreuz und quer durch die Stadt und organisiere mir bereits ein Ticket für den Bus nach Dar. Ich bin der erste und kann daher noch frei wählen, auf welchen Platz ich mich setzen möchte. Die beiden Deutschen, die ein Ticket für morgen wollten, stellen jedoch fest, dass der Bus bereits ausverkauft ist... Offensichtlich buchen die meisten also etwas mehr als einen Tag vor der Abreise. Im Anschluss lasse ich mich weiter treiben und bleibe in einem "Restaurant" hängen und beobachte die unterhaltsame Szenerie in der Abendsonne. Es hat verschiedene Gaststätten, die aus einer kleinen Küche mit einer Theke und einigen Plastikstühlen auf dem Trottoir bestehen. Die beiden Kinder am Nebentisch beobachten mich eifrig und kichern immer wieder vor sich hin, wenn ich sie anschaue. Ich denke, hierhin verirren sich nur sehr selten Toristen... Noch eine Änderung zu den letzten Tagen, in welchen die Hotels voll mit Touristen aus Europa und Amerika waren. Zu welchen es noch zu sagen gibt: Man kann auch eine Safari zu einer Modeschau machen ;-) Da konnte ich dann halt so gar nicht mithalten... Ich hab's aber mit Fassung getragen!

Morgen bleibe ich mal etwas am selben Ort und stürze mich ein weiteres Mal ins Chaos von Arusha :-)

Samstag, 9. August 2014

Leopard

Der hat mir doch noch gefehlt ;-)

Heute war der letzte Tag reine Safari, bevor es morgen dann zurück in die Stadt geht. Also habe ich nochmals die Ruhe und die Aussicht genossen. Der Tarangire National Park ist berühmt für seine Elefanten. Die haben wir denn auch in jeder möglichen Form gesehen, essend, immer wieder essend ;-), laufend, spielend, trinkend, schlammbadend, ...

Und Zebras waren es wohl weit über 1000. Immer wieder kamen grosse Gruppen auf dem Weg vom Wasser zur Weide oder umgekehrt. Ohnehin kann man hier kaum eine Meter fahren, ohne nicht einer nächsten tierischen Gruppe zu begegnen. Und zu guter Letzt haben wir sogar noch einen Leoparden auf einem Baum fläzen sehen. Majestätisch! Und so habe ich die berühmten Big 5 nun zusammen :-) Und doch waren meine liebsten wohl die Hippos und die Giraffen, die da gar nicht dazu gehören... Ich mache dann mal eine eigene Liste ;-)

Ich habe diese Tage in der Natur sehr genossen, freue mich nun aber auch wieder auf den Trubel der Stadt. Und jetzt bleibt die Abendstimmung hoch über der Ebene mit dem Sonneruntergang - könnte ich zeichnen, wärs ein perfektes Motiv ;-)

Freitag, 8. August 2014

Was ist ein Zelt?

Mit der Aussicht über den Lake Manyara starte ich in den Tag :-) Der gleichnamige Nationalpark soll unser wichtigster Programmpunkt sein heute. Wir fahren den steilen Hang - den Rand des ostafrikanischen Grabens :-) - hinunter und gleich da beginnt der Nationalpark.

Im Unterschied zu den anderen Parks befinde ich mich im üppigen Wald und geniesse den frischen Duft. Es hat hier viel weniger Tiere, doh gefällt mir die Vegetation sehr. Je näher wir an den See gelangen, desto mehr Fauna hat es in der Luft. Erfreulichere und weniger erfreulichere... Der Rand des Sees ist bevölkert von Hunderten von Störchen, Flamingos, Pelikanen etc. Und leider auch von beissenden Fliegen. Naja, der Anblick lohnt den Ärger, insbesondere als dass ich dabei keine Angst vor übertragenen Krankheiten haben muss.

Die Vögel machen ein surrendes Geräusch, wenn sie kreisen oder in den Tiefflug wechseln. Ansonsten bleiben sie grösstenteils unter sich und ungestört, es sei denn, ein paar Zebras und Gnus haben Durst, dann zeigen sie, wer die grösseren sind ;-)

Im Anschluss fahren wir durch die weiten des Landes, durchfahren ab und an ein Dorf, sehen einige Hütten und Massai mit ihrem Vieh und fahren weiter. Ziel ist der Tarangire NP, welchen wir morgen und übermorgen noch erkunden gehen werden. Als ich an einer Kreuzung zuvor noch ein Foto machen möchte, kriege ich zum ersten Mal die Rückmeldung, ich soll dies lassen. Anscheinend möchten die Menschen bezahlt werden für Fotos, auch wenn ich nur die ganze Strassenszene aufnehmen wollte.

Was soll ich davon halten? Als ich in und um Kisimiri jeweils nachfragte, ob fotografieren in Ordnung sei, haben mich die Kollegen nur komisch angeschaut und gesagt: natürlich! Aber da wird ihnen wohl auch nicht ständig vor Augen gehalten, dass es Menschen gibt, die viel reicher sind. Denn hier ist die Armut greifbar - unter anderem in Kindern, die zum Auto stürmen und betteln - und gleichzeitig fährt ein "Safari-Mobil" nach dem anderen die Strasse entlang.

Das Thema "investing in Tourism in Tanzania" ist auch bei meinem Guide immer wieder aktuell. Es sei die grosse Hoffnung aller Driver Guides, eines Tages einen reichen Touristen im Auto zu haben, der hier investieren möchte und den Guide zum lokalen Organisator ernennt. Leider kann ich da nicht helfen...

Kaum im Nationalpark angekommen, sehe ich den grossen Schmaus der Geier: Rund zwei Dutzend Geier stehen um den Kadaver eines Gnus. Jedoch dürfen sich nur drei daran laben, den anderen bleibt nur das Zuschauen. Und als der eine oder andere dennoch versucht, einen Teil davon abzubekommen, macht der Platz-Geier (gibt's sowas?) deutlich, wer hier das Sagen, respektive Essen hat. Zu sagen, es sei ein schöner Anblick, wäre wohl gelogen, aber eindrücklich ist es allemal.

Und schliesslich gelange ich zur Tented Lodge. Ich ging nicht von einem kleinen Zeltchen aus, aber von dem, was ich hier vorfinde, dann schon auch nicht. Pfadis, macht Euch gefasst... Das Camp ist mittem im Park und ohne Zäune, so dass man sich am Abend nach Lichterlöschen nicht mehr draussen aufhalten darf, da immer wieder Tiere "zu Besuch" kommen. Und das Zelt ist mehr als mannshoch und hat neben fest installierten Betten sogar eine Dusche mit Warmwasser (solar!) und eine Toilette. Dies als zelten zu bezeichnen, käme mir nicht ganz richtig vor. Und die Terrasse des Restaurants bietet eine atemberaubende Aussicht! Ich blicke auf einen Fluss, der die grosse Ebene mit verschiedenen Bäumen durchfliesst und sehe, wie langsam die Sonne untergeht. Einfach schön!!

Donnerstag, 7. August 2014

Ngorongoro

Einschlafen und Aufwachen am Kraterrand mit dem Blick über die riesige Caldera... Viel mehr kann man nicht erwarten :-) Auch wenn diese Lage die Nebenwirkung hat, dass es in den Bergen während der Nacht empfindlich kühl werden kann, aber im Rucksack fand sich noch mein Schlafsack, so dass ich doch bestens geschlafen habe.

Und der Tag beginnt mit einigen Sonnenstrahlen, welche in den Krater scheinen und diesen in ein fast schon magisches Licht rücken. Diesen Blick geniesse ich während des Frühstücks und dann geht's los, denn heute soll das Innere der Caldera erkundet werden.

Die Strasse entlang des Kraters im dichten Grün und auf einer rostroten, schon ausgewaschenen und abgefahrerenen Staubtrasse könnte genauso gut irgendwo im Dschungel zu finden sein. Wir sind wie angekündigt im Nebel und ich geniesse diese Stimmung sehr.

Am Kraterrand angekommen heisst es wieder mal, eine "Gate" zu passieren. Luice, mein Guide, hat mir Tanzania bereits mehrfach als "Country of Gates" beschrieben, immer und überall müsse Geld bezahlt werden, um an einem Tor durchzukommen, egal ob es nun Sinn mache oder nicht, dass da ein Tor stehe. Dieses hat wohl für einmal seine Berechtigung, ermöglicht es doch die Zufahrt zum Krater - und stellt sicher, dass die Touristen ihren Obulus da lassen.

Es folgt eine Abfahrt auf einer schmalen und steilen Sandpiste - 610 Meter in die Tiefe an den Grund des Kraters. Englische Touristen hätten ihm auch schon gesagt, ja nicht mehr zu sprechen und sich nur auf das Fahren zu konzentrieren... aber als bergstrassenerprobter Schweizer macht mich dies nicht nervös.

Unten angekommen leuchtet die ganze Szenerie bereits wieder in neuem Licht. Insbesondere der Salzsee hat es mir angetan. Immer wieder den See, den Kraterrand, etwas Vegetation und Tiere im Blickfeld - und das am immer noch frühen Vormittag.

Das spezielle Klima im Innern des Kraters ermöglicht es den Tieren, das ganze Jahr hier zu bleiben, da immer genügend Wasser und somit auch Vegetation verfügbar ist. Daher kreuzen wir heute auch grosse Gnu-Herden, die in der Serengeti aktuell aufgrund der grossen Migration nicht anzutreffen sind. Die grosse Vielfalt an Tieren auf dieser kleinen Fläche ist faszinierend. Auf der offenen Weide grasen Gnus, Zebras, verschiedene Antilopen, Büffel etc. und etwas daneben fläzen Löwen und Hyänen in der Sonne - offenbar satt genug, denn die zuvor genannten grasen in aller Ruhe weiter. Einige Löwen posieren dann noch besonders schön fürs Foto-Shooting - Merci :-)

P.S. Leider kann mein kleines Tablet die Fotos nicht verkleinern und einige 4MB-Bilder hochzuladen, schafft dann wiederum das Netz nicht... Ich bleibe dran!

Wir fahren weiter kreuz und quer durch den Krater und schliesslich wird in der Ferne eine Nashorn-Mutter mit ihrem Kind sichtbar. Nun fehlt mir nur noch der Leopard ;-)

Nach der Mittagspause fahren wir eine ähnlich geartete Strasse hoch, um zurück an den Kraterrand zu gelangen. Wir folgen diesen und verlassen den Park dann in Richtung Lake Manyara. Zum ersten Mal auf dieser Tour befinde ich mich nun in normal bewohnten Gebieten mit Dörfern und Weilern. Diese sind wiederum sehr vergleichbar mit den Dörfern, die ich bereits auf dem Weg von und nach Kisimiri sehen konnte. Da im grössten Ort grad Markttag ist, herrscht ein besonderes Durcheinander, da dieser nur einmal im Monat stattfindet.

Am Ende eines Dorfes biegen wir ab auf eine sehr holprige Strasse. Diese führt dann wiederum zu einer sehr schönen Hotelanlage mit Blick auf den See. Aber natürlich folgt auch hier das obligate Tor und so wird sichergestellt, dass niemand von den Touristen mit dem Dorf in Kontakt kommt. Wer nur eine solche Tour macht, wird vom Leben in diesem Land herzlich wenig erfahren. Die letzten Unterkünfte waren mitten in den Parks, da ergibt sich dies von selbst, doch hier mutet dies etwas speziell an. Doch in Arusha werde ich wieder mitten in der Stadt nächtigen.

Noch ein kleiner Nachtrag zum Lake Manyara. Dieser bildet ein Seitenast des afrikanischen Grabenbruchs! Da schlägt mein Herz grad noch ein bisschen höher :-)

Mittwoch, 6. August 2014

Zimmer mit Aussicht!

Den aktuellen Eintrag schreibe ich in meinem Zimmer mit perfektem Ausblick auf den Ngorongoro-Krater :-) Die Aussicht ist schlicht überwältigend...

Gestartet sind wir am morgen noch in der Serengeti, diesmal mit eingefahrenem Dach, da es heute auch darum gehen soll, vorwärts zu kommen. Während den Game Drives war es jeweils möglich, mit dem Kopf im Wind zu stehen, was ein herrliches Gefühl ist. Nun geht es aus der Serengeti in Richtung Osten und in Richtung Ngorongoro Conservation Area. Eine solche unterscheidet sich vom National Park, als dass hier die indigene Maasai-Bevölkerung weiterhin leben und wirtschaften kann.

Der Weg führt durch die gefühlt endlose Weite der Serengeti und ein letztes Mal kann ich die Blicke in die Ferne mit Büschen, Bäumen und Tieren geniessen. Es ist ein erhebendes Gefühl, sich hier zu bewegen. Auf dem Weg zum Ngorongoro-Krater nimmt die Vegetation langsam ab und rot wird zur dominierenden Farbe. Unterwegs biegen wir zur Olduvai-Schlucht ab, an welcher sich so etwas wie Pompeij 0.0 zugetragen hat. Ähnlich wie der Vesuv vor 2000 Jahren Pompeij und Hercukalaneum konserviert hat, wurde in diesem Tal vor knapp 2 Millionen Jahren vieles durch einen Vulkanausbruch zugedeckt. Und so fanden Anthropologen im Laufe des 20. Jahrhunderts viele Zeugen der Entstehungsphase der Menschheit. Spuren davon sind heute noch zu sehen!

Und dann findet sich weiter hinten noch etwas, das mit "moving sands" beschrieben wird. Ich kann mir darunter nicht allzu viel vorstellen, bin aber sprachlos ab dem, was da vor mir steht. Es handelt sich um eine kleine Düne aus schwarzem Sand. Dieser sei vulkanischen Ursprungs und magnetisch, weshalb der Sand nicht einfach auf dem Weg liegen bleibe, sondern stets mitkomme. Diese sichelförmige Düne bewegt sich seit langer Zeit konstant einige Meter im Jahr mit dem Wind fort. Unglaublich aber wahr...

Und dann geht's bergauf... Die Gegend ist nun von einer sehr kargen Schönheit und die Farben leuchten in der Sonne. Weiter und weiter den Kraterrand hinauf gelangen wir auf der Schotterpiste bis auf einmal diese riesige Caldera offen steht. Atemberaubend! Zu sehen ist ein Salzsee, grosse Weiten mit Steppenboden und dann aber auch ein Wald und ein See. Dies wird unser morgiges Ziel sein :-) Ich kann mich kaum sattsehen, werde aber aufs Hotel vertröstet... Siehe Eingangszeile ;-)

Die Fahrt entlang dem Kraterrand führt nun wieder durch sehr üppige Vegetation. Jeden Morgen sorgt diese spezielle Topographie für genügend Nebel und Niederschlag, so dass sich hier fast schon ein Dschungel bilden konnte. Auch da bin ich gespannt auf die Eindrücke von morgen. Und nun heisst es für mich, auf der Terrasse an der Sonne zu faulenzen und weiterhin diese Aussicht aufsaugen...!


Dienstag, 5. August 2014

Was macht man eigentlich auf einer Safari?

Man sitzt im Auto und hat die verschiedensten Tiere vor der Nase...

Grundsätzlich ist daran nicht so viel falsches dran. Doch befinden wir uns in der Natur und nicht im Zoo, weshalb es zuerst einmal darum gehen muss, herauszufinden, wo sich denn die gewünschten Tiere grad befinden. Hierfür helfen die eigenen Augen, der Funk und auch der Blick für andere Safari-Jeeps... Wenn sich schon viele Wagen an einem Ort befinden, dann muss da was zu sehen sein ;-)

Oder zumindest könnte etwas passieren... Safaris könnten eine gute Medizin für sehr gestresste und nervöse Menschen sein. Denn man steht dann einfach im Wagen und hofft, der Gepard möge doch damit beginnen, seine erlegte Beute auch zu fressen, oder das Löwenpärchen möge sich auch einmal miteinander beschäftigen als nur mit dösen und so weiter und so weiter. Und da dies gut auch einmal eine Stunde gehen kann, bleibt eben nur, etwas Musse zu zeigen und zu warten.

Auch fressenden Elefanten kann man problemlos mehr als eine halbe Stunde lang zusehen. Wenn man sich denn drauf einlässt. Mein Guide "zwingt" mich fast dazu, indem er einfach so lange an einem Ort stehen bleibt. Ab und an bin ich etwas ungeduldig - so ganz kann ich doch noch nicht aus meiner Haut, bin ja aber auch noch am üben ;-) - doch erstaunlich oft gelingt es mir, mich darauf einzulassen und dann merke ich, dass es ein gutes Gefühl ist.

So sind die aktuellsten Sichtungen: ein fressender Gepard, eine Löwenfamilie mit sechs Jungen (jöööö!), sich paarende Löwen, Dutzende Nilpferde (gähnend, furzend, stinkend, brüllend, kämpfend, ...), und noch viele weitere zuvor gesehene in neuen Umständen.

Im Auto bleibt auch genügend Zeit, sich über das Land, seine Bewohnerinnen und Bewohner und seine Chancen und Probleme auszutauschen. Gemäss meinem Guide kranke das Land vor allem an den zwei K: Kapital und Korruption. An ersteres komme man kaum - und wenn, dann nicht ohne das zweite K - und das zweite verteuere grundsätzlich alles und mache es unmöglich, zielgerichtet zu arbeiten. Daher sei auch der so einträgliche Tourismus vor allem in Händen von ausländischen Unternehmungen. Dies sei vor allem die Schuld der eigenen Regierung, die nichts an diesen ungesunden Strukturen ändere.

Nach drei Tagen Serengeti geht es morgen in Richtung Westen zum Ngorongoro-Krater :-)

Montag, 4. August 2014

Game Drives in Serengeti NP

Heute sind zwei sogenannte Game Drives angesagt. Dies bedeutet, dass wir wieder unterwegs sind, in der Hoffnung, etwas spannendes zu sehen - und natürlich auch fotografieren zu können ;-)

Heute sind als neue Sichtungen Geparde, Hyänen, wild springende Antilopen und einige weitere Tiere, von welchen ich leider die Namen nicht kenne, zu nennen. Doch auch die Fahrt als solche fasziniert mich. Insbesondere die Landschaft im Süden ist speziell, da hier viele ganz alte granitische Felsbrocken mit z.T. bizarren Formen übrig geblieben sind. Zudem gibt's mehrere Orte, welche von den Massai, welche hier vor der Gründung des Nationalparks gelebt haben, für besondere Anlässe genutzt wurden. So sind Felsmalereien zu finden und ein grosser Granitblock mit Einkerbungen, welcher als Musikinstrument dient...

So durch die Gegend fahrend, die Landschaft betrachtend und nach Tieren Ausschau haltend, entdecke ich meinen Stand-By-Modus neu. So eine Mischform aus wach und dösend, in welchem eine Vielzahl von Gedanken durch den Kopf schiessen, und zwar von Geistesblitzen hin zu komplettem Nonsens... Es ist dies ein Modus, in welchen ich zu Hause nie komme, da immer etwas konkretes ansteht, an dem herumstudiert werden könnte. Doch mit dieser Leere - die nicht nur in der endlosen Weite, sondern auch in meinem Kopf vorkommt - ist dies auf einmal wieder möglich. Und wie oben erwähnt, hat es fast etwas meditatives, das mir immer wieder neue Erkenntnisse liefert.

Ähnlich steht es damit, dass ich alleine unterwegs bin in einer Reiseform, in welcher keine neuen Kontakte geschmiedet werden. Zum einen bringt mir diese erzwungene Langsamkeit und Einsamkeit eine neue Ruhe, zum anderen aber auch eine Einsamkeit, die ich nicht besonders schätze. Es ist interessant, sich selbst zu beobachten und zu spüren, wie schnell die eine von der anderen Gemütslage abgelöst wird.


Sonntag, 3. August 2014

Serengeti National Park

Ein Flugzeug ganz für mich allein... Ich hätte nicht erwartet, dass mich dies heute erwarten würde. Ich fliege aus Arusha nach Seronera in der Serengeti. Arusha Airport ist eine kleine Piste mit einem kleinen Restaurant und einem Schalter, an welchem die Tickets von Hand ausgestellt werden. Wie es denn um das Handgepäck stehe, möchte ich wissen, doch von 100ml-Täschchen ist nur im Schriftlichen die Rede, kümmern tut es niemanden. Doch Messer und ähnlichen müssen in den Rumpf.

Und so warte ich auf einem Plastikstuhl neben der Startbahn darauf auf andere Passagiere oder darauf, dass mich jemand abholen komme. Es passiert letzteres und so finde ich mich allein mit dem Piloten in einer 12-plätzigen Cessna wieder :-) Und so habe ich die beste Aussicht - und nicht mal Flugangst ;-)

Ich werde bereits erwartet von meinem Driver Guide und so kann die Safari - Teil 1 Serengeti NP - beginnen. Der Begriff "Serengeti" stammt aus der Sprache der Massai und bedeutet so viel wie "die endlose Ebene". Dies war bereits aus dem Flugzeug erkennbar und nun am Boden umso mehr. In alle Himmelsrichtungen breitet sich die Ebene aus, bedeckt mit Gras, Büschen und einigen Bäumen. Und kaum angekommen stehen die ersten Giraffen vor dem Fenster. Wir finden zahllose Elefanten, Giraffen, Affen, viele Löwen - und viele andere Safari-Autos. Die Driver Guides verständigen sich per Funk, wenn sich irgendwo ein besonderes Tier befindet und - schwupps - machen sich verschiedenste Land Cruisers auf den Weg dahin. Aber es ist faszinierend, sich diesen Tieren so nähern zu können. Und doch hat es auch etwas Surreales, da es sich so nah und sicher anfühlt, aber wohl nur bis zu dem Moment, in dem ich aus dem Wagen steige...

Auf Safari zu sein, bedeutet aber auch, Geduld aufzubringen, da sich die Tiere in dieser endlosen Ebene beliebig umher bewegen. Doch dies sei nicht allen Gästen jeweils klar... Spannend sind auch die Ausführungen des Guides über die Eigenheiten der jeweiligen Besuchergruppen je nach Herkunftsland ;-)

Nun sitze ich in der sehr schön eingerichteten Bar der Lodge, geniesse den Ausblick mit Sonnenuntergang und spanne aus. Ich bin immer noch nocht wirklich fit, aber so verliere ich dafür einige Kilos ;-) Obschon das Buffet lecker aussieht und ich es wohl wagen werde, mich da etwas zu bedienen...

zurück nach Arusha

Samstag ist schulfrei, somit ist das Tagesziel für heute, zurück in die (grosse) Stadt zu gelangen, da die Reise für die Safari hier starten wird.

Doch bevor wir diese Strecke unter die Räder nehmen, ist nochmals eine Ausfahrt mit dem Motorrad angesagt: Wir fahren immer weiter in Richtung Mount Meru und gelangen auf eine Ebene, auf welcher nur mehr sehr wenige Hütten stehen und auf welcher einige Hirten mit ihrem Vieh anzutreffen sind. Die Aussicht ist spektakulär und da Pallangyo - zumindest gefühlt - jede und jeden zu kennen scheint, stoppen wir bei verschiedenen Hütten und so kann ich mir von den Lebensumständen hier oben ein gutes Bild machen.

Zurück im Dorf besteigen wir das Auto, um ostwärts um den Berg - im Unterschied zur Hinfahrt, als wir die Strecke im Westen nahmen - in Richtung Aruhsa zu fahren. Diese Strecke ist um einiges länger und da wir ohnehin viel Zeit haben, wird es eine Fahrt mit einer Vielzahl von Stopps, gilt es doch hier Hände zu schütteln, da Neuigkeiten auszutauschen, zwischendurch noch etwas einzukaufen und schliesslich noch seine Grossmutter zu besuchen, welche in einem kleinen Weiler mitten im Wald wohnt.

Ich bin müde und etwas ungeduldig doch ich finde es auch ungemein spannend, so einen Einblick in so verschiedene Wohn- und Arbeitssituationen zu erhalten.

Schlussendlich kommen wir gut zurück in Arusha an, wo ich noch einige Besorgungen für die Safari mache, um mich anschliessend den Zeitungen und Büchern - und meinem Tagebuch - zuzuwenden.

Beim Besuch der Supermarktes wurde mir dabei bewusst, was es bedeutet, in einer Luxusgesellschaft zu leben. Obschon die Güter hier für die meisten Einheimischen unerschwinglich sind, ertappe ich mich immer wieder bei der Suche nach einer "besseren" Variante eines Produktes...

Samstag, 2. August 2014

leider noch keine Bildli :-(

leider will das Internet nicht so, wie ich es gerne hätte, daher bleibt der Blog leider noch viel zu buchstabenlastig... Sorry.