Hier finden sich in loser Folge immer wieder Berichte von Reiseerlebnissen. Ab dem 7. Februar 26 bin ich in Senegal und Gambia unterwegs, so dass hier während der nächsten beiden Wochen meine Eindrücke zu finden sein werden. In den Posts vom Sommer 24 bis zum Februar 25 finden sich die Erlebnisse unserer halbjährigen Reise. P.S. Die gesammelten Berichte der Weltreise 2014 und der Reise in die Antarktis etc. finden sich als pdf-Link bei den Daten und 17. 9. 2021 und 21. 3. 2023
Samstag, 7. Februar 2026
Dakar - Samstag, 7. Februar 26
Mein erster Tag in Dakar. Heute möchte ich diese Stadt nun bei Tageslicht sehen und entdecken können. Nach nur wenigen Stunden Schlaf weckt mich laute Musik, welche von der Strasse in mein Hotelzimmer dringt. Ich werde im Nachhinein sehen, dass heute ein Aktionstag gegen Müll ist - wie ich auch noch entdecken werde, ist ein solcher Tag mehr als angebracht...
Doch zuerst bin ich hungrig und auf der Suche nach etwas zu Essen. Gemäss Buchung sollte das Frühstück inbegriffen sein im Zimmerpreis. Und tatsächlich, es hat ein Restaurant mit einem schönen Speisesaal und einer Terrasse direkt am Meer :-) So kann ich es mir nun also gut gehen lassen und esse französische Croissants, Baguette mit ebenso französischer Butter. So täuschen die ersten Eindrücke hier auch nicht, vieles von Frankreich ist immer noch sehr präsent. Mein Hotel ist im Norden der Halbinsel, auf welcher Dakar liegt, weil dies auch das Hotel ist, in welchem heute Abend meine Tour starten wird. Nach dem Ende dieser Tour werde ich dann noch im Stadtzentrum übernachten.
Heute soll es erst mal darum gehen, die Umgebung hier etwas auszukundschaften. Und so mache ich mich frohgemut auf den Weg und streife in Richtung Hauptstrasse. Ich habe zwei Ziele für heute: Da ich in der Schweiz nirgends Geld wechseln konnte, möchte ich baldmöglichst solches haben. Und dann möchte ich eine grosse Wasserflasche kaufen. Das Erste scheint das grössere Problem zu sein. Die ersten drei Bankomaten, die ich finde, funktionieren alle nicht mit meiner Karte oder gar nicht. Aber irgendwo sehe ich dann ein kleines Einkaufszentrum. Da hat es sowohl einen Bankomaten als auch einen grossen Casino Supermarché, in dem ich meine Wasserflasche finde.
Es ist sehr eindrücklich und spannend durch diese Strassen zu ziehen. Es hat sehr viele, sehr unterschiedliche Dinge sehr direkt nebeneinander. Ich komme an schön gemachten Häusern vorbei, auch mit gepflegten Gärten, allerdings all dies hinter hohen Mauern und zum Teil auch mit Stacheldraht gesichert. Die grösseren Straßen sind einigermaßen gut im Stand, alles andere sind eher Sandpisten, die auch sehr, sehr staubig sind.
Ich komme vorbei an einem Fußballfeld, welches ebenfalls einfach eine grosse Staubfläche ist und an deren Seite ich Frauen sehe, wie sie in grossen Behältern ihre Wäsche waschen. Getragen wird das Wasser von Hand, die Wäsche dann dafür auf dem Kopf. Dies wirkt sehr beschwerlich. Es findet sich auch an vielen Orten Wäsche zum Trocknen aufgehängt.
Ich gehe immer weiter, laufe kreuz und quer durch die Gassen und lasse all diese ersten Eindrücke auf mich wirken. Auffällig sind die vielen Kinder im Strassenbild. Sie sind mit ihren Eltern unterwegs, sitzen neben Strassenständen, rennen einem Ball nach, spielen Fangen, ...
Ich mache dann eine kurze Pause im Hotel, um nochmals etwas auszuruhen und mache mich dann abermals auf den Weg. Ich gehe in die ähnliche Richtung wie zuvor, aber diesmal immer weiter, weil ich auf der Karte gesehen habe, dass es da Cafés am Strand haben soll. Und so finde ich eines dieser Cafés mit Meerblick und mit der besten Sicht auf die Surfenden, welche die grossen Wellen des Atlantiks geniessen. Von der Strasse ist dies nicht zu erkennen, da ist es immer noch staubig mit ganz vielen Strassenhändlerinnen und -händlern. Sobald man aber durch die Eingangstür kommt, tauchen dahinter zum Teil sehr edle Restaurants und Bars auf, in welchen die Preise dann jedoch fast Schweizerniveau haben.
Nach diesem entspannten Moment am Meer möchte ich Weiteres erkunden. Hierfür benötige ich ein Taxi. Dies scheint nie ein Problem zu sein, die an der Farbe gut zu erkennenden Autos sind überall und machen auch jeweils auf sich aufmerksam, sobald sie mit einem Hupen vorbeifahren. Die Preise sind Verhandlungssache. Ohne eine große Ahnung zu haben, bin ich ziemlich aufgeschmissen, doch hier hilft mir die KI, welche mir ungefähre Preisangaben listet. Mit dieser funktioniert es gut und finden wir uns schnell. Ich fahre eine halbe Stunde bis an den Strand von Yoff. Dies ist das Dorf der Fischer und sind alle Pirogen der Fischer. Es ist ein sehr, sehr eindrückliches Bild. Es hat Dutzende, Hunderte oder noch mehr solcher sehr farbenfroher Pirogen, die allesamt am Strand aufgereiht stehen. Einige wenige sind auch noch im Wasser und/oder werden angelandet, und überall sind Fische zu sehen, die verkauft oder bearbeitet werden.
Es ist ein sehr eindrückliches Gewusel und ich bin weit und breit der Einzige, der als Tourist erkennbar wäre. So laufe ich kreuz und quer durch die Schiffe und die Ständen, werde immer mal wieder interessiert angeschaut, aber problemlos in Ruhe gelassen. Die Eindrücke sind überwältigend.
Danach gehe ich zu Fuss weiter durchs Quartier und der Straße entlang, weil ich auf der Karte noch einen anderen Strand entdeckt habe, an welchem es eine weitere Gaststätten haben soll. So bin ich für eine knappe Stunde unterwegs. Durch die vielfältigen Gassen und interessanten Ausblicke bleibt es sehr kurzweilig. Ich finde dann die besagten Restaurants. Diese sind viel einfacher gehalten, es stehen einfach einige Stühle im Sand und das Getränk ist für weit unter einem Franken zu haben. Hier mache ich nochmals eine Pause, bevor es abermals per Taxi zurück ins Hotel geht, wo ich mich dann auf die Terrasse setze und all diese Eindrücke niederschreibe. Es sind so viele Eindrücke, dass es mir schwerfällt, diese geordnet wiederzugeben. Allgemein hat es überall viel Leben, es wird überall geredet, gehandelt, gestritten, gelacht. Aber die Stimmung scheint stets friedlich zu sein. Es macht mir Spass, dies zu erleben.
Am Abend gibt es dann das Treffen mit der Gruppe und dem Guide, mit welchen ich die kommenden Tage unterwegs sein werde. Wir erfahren einiges zusätzliches über das Programm, daneben gibt es Administratives, das erledigt werden muss. Und im Anschluss gehe ich mich mit einigen dieser Gruppe noch ins Restaurant des Hotels, um ein leckeres Znacht zu geniessen. So findet ein schöner und intensiver Tag sein entspanntes Ende :-)
Anreise - Freitag, 6. Februar 26
Die Reise nach Dakar dauert einen ganzen Tag, da die Verbindungen nicht besonders gut sind. So mache ich mich am Morgen auf den Weg, um an den Flughafen in Zürich zu gelangen, wo ich den Flieger nach Lissabon besteige. Dieser ist sehr gut gefüllt, aber alles funktioniert problemlos. Nach einem ruhigen Flug habe ich in Lissabon dann einen langen Aufenthalt, welchen ich mir aber einigermassen nett gestalten kann. Ich finde mir ein nettes Café, wo ich gemütlich sitzen und nochmals etwas arbeiten kann. Da ich mein mobiles Büro dabei habe, kann ich diesen langen Anreisetag nochmals produktiv nutzen, um dann hoffentlich im Anschluss möglichst gut abschalten zu können.
Nach fünf Stunden am Flughafen mache ich mich auf den Weg ans Gate für den Flug nach Dakar. Hierfür verlasse ich den Schengen-Bereich - und der Flughafen schaut unvermittelt anders aus. Es hat kaum mehr Angebote, aber ich finde mir einen Sitzplatz, um die letzte Wartezeit zu überbrücken. Erst um 21.00 geht es ans Gate - dachte ich zumindest. Jedoch wartet zuerst noch eine gute Viertelstunde Busfahrt auf mich, bis wir irgendwo bei einem Flugzeug ankommen, welches uns nach Dakar bringen soll.
Hier konnte ich für wenig Geld die Option wählen konnte, dass mein Nachbarsitz frei bleibt, was ganz angenehm ist für einen Flug in die Nacht hinein :-)
Nun sind es nochmals vier Stunden Flug, welche mich nach Dakar bringen sollen. Und auch das klappt vorzüglich. Etwa um 1 Uhr nachts Ortszeit - es gilt dieselbe Zeit wie in Lissabon, eine Stunde hinter der Schweiz - steige ich aus dem Flugzeug und gehe durch diesen ziemlich leeren Flughafen zur Migration, welche sehr problemlos und schnell verläuft. Und es dauert auch nicht allzu lange, bis dann mein Koffer, der zwar (in Lissabon) nass geworden ist, gut und wohlbehalten ebenfalls ankommt.
Da ich mitten in der Nacht ankomme, habe ich via das Hotel einen Transfer gebucht. Mein Fahrer wartet denn schon auf mich, so dass auch diese Unsicherheit unnötig war. Der Flughafen ist einigermaßen weit ausserhalb der Stadt, sodass es nochmals eine eineinhalbstündige Fahrt ist, die mich zuerst über eine Autobahn und dann durch den Stadtverkehr zum Hotel bringt. Auf der Autobahn habe ich das Gefühl, dass ich genauso gut in Frankreich sein könnte. Die Strassenschilder schauen identisch aus, die Straße ist neu und auch alle Werbungen sind nur auf Französisch gehalten, obgleich gemäss Reiseführer nur etwa 10 % des Landes diese Sprache beherrschen sollen.
Es ist mittlerweile halb drei in der Nacht, sodass die Fahrt ohne Probleme verläuft - es hat kaum mehr Verkehr. Wir fahren zuerst durchs Nichts, bis auf einmal unvermittelt auf der linken Seite der Autobahn eine imposante Struktur auftaucht. Es ist das neue Fussball-Nationalstadion des Landes. Etwas später kommt auf der rechten Seite dann ein ebenso imposantes Stadion, welches die Basketball-Nationalmannschaft beherberge. Dazu hat es einige Hotels der höheren Klasse und Wegweiser zu einem Kongresszentrum. Es scheint hier ein neuer Business District in der Mache zu sein.
Irgendwann kommen wir dann im Stadtinneren an und da ist trotz der späten Stunde noch sehr viel Betrieb. Wir fahren offensichtlich durch eine der Ausgangsmeilen, die sehr beliebt sind. Mein Fahrer kennt leider mein Hotel nicht, sodass wir irgendwo stranden. Aber mit Hilfe meines Handys funktioniert es dann: Google Maps kennt den Weg zum Hotel. Dieses liegt direkt am Strand, so scheint es mir zumindest, aber da mag ich nicht mehr schauen. Ich bin nur noch froh, ins Zimmer und ins Bett zu kommen, denn mittlerweile ist es nach 3 Uhr morgens, gefühlt nach Schweizerzeit sogar nach 4 Uhr. Solches bin ich mir nicht (mehr) gewohnt...
Das Zimmer ist angenehm, nichts Besonderes, aber sauber und genügend gross und das Bett ziemlich bequem, sodass es nichts mehr zu sagen gibt für den Moment ausser: Gute Nacht!
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